Heute ist der 1. Adventsonntag – ich sitze bei 20 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein mit Susi und Alex an Deck der „Stella“ und genieße ein tolles Frühstück. Dann durchstreife ich die Stadt, welche von einer herrlichen Bergkulisse umgeben ist. NAXOS ist übrigens die größte und fruchtbarste Insel der KYKLADEN. Hier handelt auch die klassische Geschichte von Theseus und seiner Ariadne. Der schönste Teil der Stadt befindet sich um die ehemalige venezianische Festung herum auf einem Hügel. Ich besuche ein interessantes Archäologisches Museum, wo ich die mit ruhiger Hand bemalten mykenischen und minoischen Keramiken bewundere. Kunstvoll gearbeitete Amphoren, Öllampen, Mosaike, Säulen, Schmuck- u. verschiedene Gebrauchsgegenstände zeugen von einer hohen technischen Entwicklung schon in sehr früher Zeit. Ich besuche auch das Wahrzeichen von NAXOS, das „Tor zur Ägäis“, einen malerisch auf einer kleinen Halbinsel stehenden Marmorbogen, Teil eines ca. 530 v. Chr. begonnen, aber nie fertig gestellten Tempels. Hier am Sandstrand baden noch einige Menschen - und das Ende November! Wir haben allerdings nur 17 Grad Wassertemperatur gemessen….
Ich mache klar Schiff, reinige und verstaue die Sturmfock, welche mir gute Dienste geleistet hat. Das Wetter passt, daher wasche ich gleich auch meine Wäsche. Der Abend klingt bei einem guten Abendessen (danke für die Einladung!) und einem anregenden Gespräch mit Susi und Alex, wiederum auf der „Stella“, aus.
Samstag, 29. November 2008
Von Paros nach Naxos
In der Nacht flaut der Wind ab, fängt aber an zu drehen. Mir schwant übles…. Im Morgengrauen ist es dann soweit: Der Wind hat komplett auf Süd gedreht und wieder aufgefrischt. Ich sitze in der Falle. Über die riesige Bucht baut sich durch den starken Wind ein ziemlicher Fletch auf, ich liege quer dazu, hinter mir lauert keine zwanzig Meter entfernt der felsige Strand. Mit einigen Tricks gelingt es mir - trotz ausgelegtem Heckanker - das Schiff längs an die Mole zu holen, mit dem Bug in den Wind. Mit dem Dingi hole ich den Heckanker wieder ein. Da das Schiff wild auf und ab tanzt und die Fender an der rauen Molenwand stark leiden, versuche ich passendes Material zu finden, um zu deren Schutz ein Fenderbrett zu basteln. Die Suche bleibt erfolglos, aber als ich zum Schiff zurückkomme hat der Wind geschralt und dadurch das Schiff etwas gedreht, die hölzerne Scheuerleiste hat ein paar Kratzer abbekommen. Gut, das ist kein Problem, das kann ich schnell wieder mit ein bisschen Schleifpapier selbst beheben. Als der Wind eine kurze Pause macht, löse ich die Leinen und lege ab – nur weg aus dieser Mausefalle! Ein kurzes Stück muss ich unter Motor gegenan, dann kann ich die Huk runden und die Segel setzen. Was mich draußen empfängt ist zwar nicht schön, aber auch nicht unerwartet: Das NAVTEX schrieb ja: „Gale warning and thunderstorm“ In kurzer Zeit bin ich trotz Ölzeug und Südwester (ja, ich habe wirklich so eine „kleidsame“ Kopfbedeckung – aber praktisch ist sie!) durchnässt, die immer wieder überkommende Gischt kühlt in Verbindung mit dem Wind die Haut unangenehm schnell aus. Aufgeregt kaue ich an einem Kaugummi herum, schließlich bin ich das erst Mal mit Sturmfock und eingebundenen dritten Reff unterwegs. Wie froh bin ich jetzt, dass ich mir diese dritte Reffreihe habe machen lassen! Komischerweise sind Wind und Welle außerhalb der Landabdeckung von PAROS erträglicher. Ganz verstehe ich das zwar nicht, aber bitte. Höhe zu machen hoch am Wind ist mir mit meinem Kielschwerter ab einer gewissen Windstärke nicht mehr möglich, ich komme aber trotzdem so recht und schlecht nach NAXOS hinüber, versuche in der dortigen Landabdeckung nach Naxos – Stadt Hochzukreuzen. Wieder einmal ein hoffnungsloses und zermürbendes Unterfangen. Ich berge die Segel und laufe unter Motor in den Hafen ein, wo ich am Steg von Susi und Alex in Empfang genommen werde. Die Beiden sind ganz erstaunt über mein Aussehen – zerzaust, nass, salzverkrustet und leicht aufgedreht – denn hier im Hafen ist von Starkwind nichts zu spüren… Sie nehmen mich gleich unter ihre Fittiche und päppeln mich erstmal auf. Anschließend kann ich mich bei ihnen duschen – die erste heiße Dusche seit langem – Luxus pur! Der Tag klingt mit einem angenehmen Abend auf der „Stella“ aus, Susi bäckt sogar einen Kuchen für mich, danke nochmals dafür! Am Abend beginnt es zu regnen, wäscht das Salz von SANDPIPER, sehr gut!
Resümee: Meine 22er Neptun hält weit mehr aus als ihr Skipper, mit der richtigen Besegelung (Sturmfock u. drittes Reff) sind 6 Bft. zwar kein Vergnügen, aber durchaus machbar. Anmerken muss ich aber, dass das Schiff mit dieser Besegelung bei nachlassendem Wind zunehmend Leegierig wird. Die Querlaufenden Wellen schluckt sie brav wie ein Stehaufmännchen.
Etmal: 16sm, Position: N 37° 06,28’ / E 025° 22,48’
Resümee: Meine 22er Neptun hält weit mehr aus als ihr Skipper, mit der richtigen Besegelung (Sturmfock u. drittes Reff) sind 6 Bft. zwar kein Vergnügen, aber durchaus machbar. Anmerken muss ich aber, dass das Schiff mit dieser Besegelung bei nachlassendem Wind zunehmend Leegierig wird. Die Querlaufenden Wellen schluckt sie brav wie ein Stehaufmännchen.
Etmal: 16sm, Position: N 37° 06,28’ / E 025° 22,48’
Freitag, 28. November 2008
Ich glaub, ich hab heut Namenstag – alles Gute, Gerhard!
Trotz heftiger Fallböen war es eine ruhige Nacht. Sicherheitshalber habe ich aber ein paar Mal die Leinen und den Anker kontrolliert, der Schrecken des Vortages sitzt noch tief. Es bläst unverändert weiter, ich füge mich in mein Schicksal und bleibe einfach an Ort und Stelle. So sicher wie hier liege, kann nichts passieren. Ich nutze den Tag für Servicearbeiten am Schiff, repariere endlich den Starterknopf, schlage das Sturmsegel an, binde schon das dritte Reff ins Groß ein, befreie die zerrissene Genua so gut es geht vom Salz, rolle sie zusammen und staue sie weg. Den Schaden ausbessern kann ich selber, die Ausrüstung dazu habe ich ja. Ich kontrolliere den Benzinstand, 6cm sind noch im Tank, ich habe mir also unnötige Sorgen gemacht. Dass die, von mir extra eingebaute, mechanische Benzinuhr nach nur einer Saison defekt ist, erwähne ich zähneknirschend und nur der Ordnung halber… Dann erkunde ich die Bucht, besteige die Klippen, suche den markanten Leuchtturm auf Ak. Korakas auf, genieße den ungehinderten Fernblick und bin dem Zufall (oder der Fügung…) dankbar, dass es mich an diesen Ort verschlagen hat, denn der stellt sich als wahres Kleinod heraus. Eine derart vielfältige Landschaftsformation, wild und bizarr von Wind und Regen geformt, habe ich noch selten gesehen. Dazu reizende, idyllisch gelegene, kleine Sandbuchten, eine ungestörte Ruhe und kristallklares Wasser. Auf der anderen Seite der Bucht eine an die Klippen angeschmiegte, mich architektonisch sehr ansprechende, typisch griechische Kirche, einfach gebaut, flach, schmucklos, dezent gegliedert, ganz in weiß und blau gehalten. Ich bin hin und hergerissen. Dieses Fleckchen Erde kann ich Erholungssuchenden von ganzem Herzen empfehlen. Zur Hochsaison wird hier allerdings einiges los sein, fürchte ich….
Morgen in der Früh werde ich versuchen, aus der Bucht hinauszukreuzen, um nach Naxos zu kommen – wenn das Wetter es zulässt.
Trotz heftiger Fallböen war es eine ruhige Nacht. Sicherheitshalber habe ich aber ein paar Mal die Leinen und den Anker kontrolliert, der Schrecken des Vortages sitzt noch tief. Es bläst unverändert weiter, ich füge mich in mein Schicksal und bleibe einfach an Ort und Stelle. So sicher wie hier liege, kann nichts passieren. Ich nutze den Tag für Servicearbeiten am Schiff, repariere endlich den Starterknopf, schlage das Sturmsegel an, binde schon das dritte Reff ins Groß ein, befreie die zerrissene Genua so gut es geht vom Salz, rolle sie zusammen und staue sie weg. Den Schaden ausbessern kann ich selber, die Ausrüstung dazu habe ich ja. Ich kontrolliere den Benzinstand, 6cm sind noch im Tank, ich habe mir also unnötige Sorgen gemacht. Dass die, von mir extra eingebaute, mechanische Benzinuhr nach nur einer Saison defekt ist, erwähne ich zähneknirschend und nur der Ordnung halber… Dann erkunde ich die Bucht, besteige die Klippen, suche den markanten Leuchtturm auf Ak. Korakas auf, genieße den ungehinderten Fernblick und bin dem Zufall (oder der Fügung…) dankbar, dass es mich an diesen Ort verschlagen hat, denn der stellt sich als wahres Kleinod heraus. Eine derart vielfältige Landschaftsformation, wild und bizarr von Wind und Regen geformt, habe ich noch selten gesehen. Dazu reizende, idyllisch gelegene, kleine Sandbuchten, eine ungestörte Ruhe und kristallklares Wasser. Auf der anderen Seite der Bucht eine an die Klippen angeschmiegte, mich architektonisch sehr ansprechende, typisch griechische Kirche, einfach gebaut, flach, schmucklos, dezent gegliedert, ganz in weiß und blau gehalten. Ich bin hin und hergerissen. Dieses Fleckchen Erde kann ich Erholungssuchenden von ganzem Herzen empfehlen. Zur Hochsaison wird hier allerdings einiges los sein, fürchte ich….
Morgen in der Früh werde ich versuchen, aus der Bucht hinauszukreuzen, um nach Naxos zu kommen – wenn das Wetter es zulässt.
Donnerstag, 27. November 2008
Es war wenig Schwell, daher gut geschlafen. Ich habe mich nach dem Frühstück an die Außenseite der Hafenmauer verlegt, um die Stadt besichtigen und Einkaufen zu können, ohne das Dingi bemühen zu müssen. Das war ein Fehler…. Es war übrigens gut, dass ich gestern Abend nicht in den Hafen eingelaufen bin, denn darin lauerten einige hirnrissig verlegte Leinen, die ich nicht gesehen hätte und in denen ich sicher hängen geblieben wäre.
Die (Alt) Stadt von PAROIKIA, dem Hauptort der Insel, ist sehr pittoresk und sehenswert. Würfelförmige Häuser, blendend weiß gefärbelt, oft mit blauen Fensterläden oder Türen, enge und verwinkelte Gassen mit Torwegen, dazwischen bilden Bougainvilleen und Glyzinien bunte Farbtupfer. Hier steht auch die angeblich schönste Kathedrale der Ägäis, die Katapoliani. Deren Besuch kann ich wirklich empfehlen, sie hat eine wunderbare Innenausstattung. Meine Andacht wurde leider durch das blasiert dreinschauende und gelangweilt herumstehende Wachpersonal massiv gestört.
Früher wurde auf dieser Insel ein besonderer Marmor – Lychnites Marmor - unter Tage abgebaut. Dieser wurde, wegen seines schwierigen Abbaues, 1844 zum letzten Mal, für das Grabmal Napoleons verwendet. Angeblich soll es hier auch einen guten Rotwein geben. Den habe ich allerdings nicht probiert.
Vom Einkaufen zurückkommend, bemerkte ich meinen Fehler: der nun auf Nord gedrehte Wind hatte aufgefrischt und drückt SANDPIPER fest an die Hafenmauer. Sie ist aber gut abgefendert, von daher gibt es kein Problem, nur das Ablegen gestaltete sich schwierig: Ich gruppierte die Fender strategisch um, löste, bis auf eine auf Slip, alle Leinen, startete den Motor, fixierte die Pinne in geeigneter Position und wartete auf meine Chance. Die kam, als Äolus, der Gott der Winde, einmal kurz Atem holte: die auf Slip gelegte Leine blitzschnell losgeworfen, das Schiff händisch kräftig von der Hafenmauer abgestoßen, ich kam gerade noch ohne Hoppala mit an Bord, Gang rein, Full pull voraus, und los ging’s. Nur das am Heck quer befestigte Dingi streifte einmal kurz an der Hafenmauer, dann war ich frei. Uff, noch einmal gut gegangen.
Ich wollte nach NAXOS, wo Susanne und Alex, die ich von Trizonia her kenne, mit ihrer „Stella“ liegen. Die Insel NAXOS liegt ja gleich um die Ecke, also habe ich keine besonderen Vorbereitungen getroffen. Ich bin ja bald da, das wird eine gemütliche Kaffeefahrt. So kann man sich täuschen…. Als ich um die Huk der Hafenausfahrt von Paroikia bog und nach Norden drehte, blies es mir entgegen, dass ich die Ohren anlegte. Gleichzeitig bekam ich alle Hände voll zu tun, - Ich habe ja keinen Autopiloten mehr - da eine wilde Kreuzsee mich arg hin und her warf. Noch dazu übersah ich fast das – bei diesen Wellen überspülte - Riff V. Petrokaravo. Bereits leicht verkrampft dachte ich mir, ich brauche mich ja nur bis an die Nordseite von Paros durchkämpfen, dort biege ich nach steuerbord ab, bekomme den Wind dwars und kann segeln. Nach einem kurzen Stück kann ich dann nach Naxos abfallen, habe dann den Wind von achtern, der mich dann bis Naxos – Stadt vor sich her bläst. Ach Gerhard, wie grau ist deine Theorie! Die Wirklichkeit sah dann so aus: Durch das (auch bereits gestrige) Gegenan unter Motor bei starkem Wind und Welle verbrauchte dieser wesentlich mehr Treibstoff als sonst, was ich aber in meiner Kopfrechnung bezüglich Spritverbrauch zu berücksichtigen vergaß. Es kam, wie es kommen musste: Auf dem Weg zur Nordspitze von Paros begann der Motor zu stottern, stirbt ab. Siedendheiß durchfuhr es mich: „Du Idiot hast vergessen den Spritstand zu kontrollieren, jetzt hast du Arsch hoch“. Steuerbords in ca. 200m Entfernung die Steilküste an der die Brandung tobte und hinter mir die Riffe… Na bravo. Aus der Backskiste das Zweitaktöl rausgefischt, welches natürlich irgendwo ganz unten liegt, dabei den Backskistendeckel auf den Kopf geknallt bekommen. Aus der anderen Backskiste den 20 Liter Benzinkanister gehievt, dabei wieder den Backskistendeckel auf den Kopf geknallt bekommen. Jetzt werde ich aber gleich grantig…. die Plichtgräting hoch, den Bodendeckel geöffnet, den Tankverschluss runter, das Schiff dreht sich derweil im Kreis, (kein Autopilot…), die Wellen werfen es herum, der Wind heult in den Wanten, ich verkeile mich so gut es geht, setze den Trichter an - wie viele Prozent Öl braucht man für 20 Liter Benzin, um ein Gemisch von 1:50 zu erhalten – zuerst das Öl, dann das Benzin, schneller! Schneller! Die Küste kommt näher! Ich verschütte einen knappen Liter des kostbaren Treibstoffes, egal, die Deckel wieder alle zu, ich reiße wie wild an der Starterleine, (der Startknopf hat ja seinen Geist aufgegeben….) besinne mich aber dann und starte nach Vorschrift, einmal, zweimal, der erste „Huster“, der Motor kommt, läuft nach kurzer Zeit wieder normal, mir fällt ein Stein vom Herzen, ich nehme Fahrt auf, weg von der schon gefährlich nahe gekommenen Küste, hinaus aufs sichere Meer. Mit der Pütz kippe ich Seewasser auf den Plichtboden, um das verschüttete Benzin zu entfernen, klare das Schiff auf, beruhige mich schön langsam. Ärger über mich selbst steigt in mir hoch. Aber es kommt noch ärger…. Ich kämpfe mich der Küste entlang nach Norden, quälend langsam geht es dahin, obwohl der Motor hochtourig läuft. Von der wilden Schaukelei bin ich schon ziemlich genervt, aufs Klo müsste ich auch bald…. Langsam drängt sich mir die Frage auf, wie weit ich es bei diesen Umständen mit dem vorhandenen Treibstoff schaffen werde? Reserve gibt es ja nun keine mehr. Ich werde immer nervöser, der markante Leuchtturm am Nordkap von Paros, Ak. Korakas, will und will nicht näher kommen. Nach einer, wie mir scheint, Ewigkeit kann ich das Kap runden, aber der Wind dreht mit, ich kann noch immer nicht ganz anliegen. Egal, ich probiers trotzdem. Vorsichtig rolle ich die Genua aus, das Groß möchte ich bei dem Wellengang lieber nicht auspacken. Die Krängung hält sich in Grenzen, der Vortrieb aber leider auch, die Küste kommt wieder näher. Ich starte den Motor und möchte das Vorsegel wieder wegrollen, dabei passierts: Es bekommt den Wind von der falschen Seite, (wahrscheinlich habe ich mit der Schot zuwenig Gegengehalten) und fabriziert eine „Eieruhr“, das heißt, dass Segel verdreht sich in sich selbst. Was jetzt? Panik überfällt mich, die Küste kommt schon wieder näher. Ich kann das Segel nicht klarieren, der obere Teil, den ich nun nicht mehr wegrollen kann, schlägt wild im Wind, knattert wie ein Maschinengewehr. Das Geräusch tut mir in der Seele weh. Das arme Segel! Ich zwinge mich zur Ruhe, lege die Pinne so fest, dass ich, ähnlich wie beim Beiliegen, mit Halbgas langsam von der Küste weg drifte. Mit einem hässlichen Geräusch gibt das strapazierte Segel dem Winddruck nach, bei einer Naht reißt es auf…Ich hangle mich auf das stampfende Vorschiff, bin schon ziemlich durchnässt, meine Brillen salzverkrustet. Die Stimmung nähert sich dem Nullpunkt, eher der Verzweiflung, aufs Klo müsste ich auch bald… Ich versuche das Segel runterzuziehen, da es aber teileingerollt ist, geht das natürlich nicht. Das Genuafall gleitet mir ins Wasser, wird mitgezogen. Schnell wieder an Deck damit, bevor es den Propeller blockieren kann, denn dann wäre alles vorbei – wir würden hilflos an die Steilküste treiben, wo in der Brandung das Ende für mein braves Schiff gekommen wäre! Das darf nicht sein! Ich komme mir vor wie ein Rodeoreiter, finde fast keinen Halt auf dem überspülten Vordeck, klammere mich an die Stagen, eine Hand fürs Schiff, die andere für mich. Fluchend hänge ich die Schoten aus und versuche die Eieruhr zu klarieren. Der starke Wind macht es mir nicht leicht. Langsam gelingt es mir aber, endlich kann ich das Segel an Deck ziehen. Ich fixiere es dort mit einer Festmacherleine am Bugkorb, hangle mich ins Cockpit zurück und übernehme wieder die Pinne. Ich bin ziemlich fix und foxi, bete, dass der Benzinvorrat reicht. Jetzt nur noch in die nächste geschützte Bucht, alles andere ist unwichtig. Nach dem Nordkap öffnet sich die große Bucht Ormos Naousa. Wenn ich die erreiche, bin ich gerettet. Die Spannung in mir ist schon fast unerträglich. Wenn jetzt das Benzin ausgeht, wirft es mich unweigerlich auf die Felsen, der Wind ist so stark, dass ich mich nicht mehr Freisegeln kann, denn ein anderes Vorsegel kann ich durch die blockierte Genua so schnell keines mehr setzen…. Unendliche Erleichterung macht sich in mir breit, als ich die Huk runden und in die Bucht einlaufen kann. Am Ende dieser, es wird dort schon ziemlich seicht, gibt es sogar eine kurze Mole, an die ich mich mit zwei Vorleinen und vor Heckanker lege. Endlich kann ich aufs Klo…..
Ich liege nun bequem auf meiner Koje, lasse nachdenklich den Tag Revue passieren. Einiges ist gewaltig Schiefgelaufen heute, ich hatte einiges an Pech und einiges an Glück erlebt - wie so oft im Leben…. Dazugelernt habe ich auch wieder einiges. Draußen heult der Wind, dass einem angst und bange werden kann. Von den umgebenden, ziemlich hohen und steilen Klippen stürzen sich die Fallböen herunter, ich liege aber sehr gut. Sicherheitshalber habe ich den Hauptanker auch ausgelegt, falls beide Vorleinen reißen sollten, was ich allerdings nicht annehme.
Etmal: 12,5sm, Position: N 37° 08,78’ / E 025° 13,61’
Die (Alt) Stadt von PAROIKIA, dem Hauptort der Insel, ist sehr pittoresk und sehenswert. Würfelförmige Häuser, blendend weiß gefärbelt, oft mit blauen Fensterläden oder Türen, enge und verwinkelte Gassen mit Torwegen, dazwischen bilden Bougainvilleen und Glyzinien bunte Farbtupfer. Hier steht auch die angeblich schönste Kathedrale der Ägäis, die Katapoliani. Deren Besuch kann ich wirklich empfehlen, sie hat eine wunderbare Innenausstattung. Meine Andacht wurde leider durch das blasiert dreinschauende und gelangweilt herumstehende Wachpersonal massiv gestört.
Früher wurde auf dieser Insel ein besonderer Marmor – Lychnites Marmor - unter Tage abgebaut. Dieser wurde, wegen seines schwierigen Abbaues, 1844 zum letzten Mal, für das Grabmal Napoleons verwendet. Angeblich soll es hier auch einen guten Rotwein geben. Den habe ich allerdings nicht probiert.
Vom Einkaufen zurückkommend, bemerkte ich meinen Fehler: der nun auf Nord gedrehte Wind hatte aufgefrischt und drückt SANDPIPER fest an die Hafenmauer. Sie ist aber gut abgefendert, von daher gibt es kein Problem, nur das Ablegen gestaltete sich schwierig: Ich gruppierte die Fender strategisch um, löste, bis auf eine auf Slip, alle Leinen, startete den Motor, fixierte die Pinne in geeigneter Position und wartete auf meine Chance. Die kam, als Äolus, der Gott der Winde, einmal kurz Atem holte: die auf Slip gelegte Leine blitzschnell losgeworfen, das Schiff händisch kräftig von der Hafenmauer abgestoßen, ich kam gerade noch ohne Hoppala mit an Bord, Gang rein, Full pull voraus, und los ging’s. Nur das am Heck quer befestigte Dingi streifte einmal kurz an der Hafenmauer, dann war ich frei. Uff, noch einmal gut gegangen.
Ich wollte nach NAXOS, wo Susanne und Alex, die ich von Trizonia her kenne, mit ihrer „Stella“ liegen. Die Insel NAXOS liegt ja gleich um die Ecke, also habe ich keine besonderen Vorbereitungen getroffen. Ich bin ja bald da, das wird eine gemütliche Kaffeefahrt. So kann man sich täuschen…. Als ich um die Huk der Hafenausfahrt von Paroikia bog und nach Norden drehte, blies es mir entgegen, dass ich die Ohren anlegte. Gleichzeitig bekam ich alle Hände voll zu tun, - Ich habe ja keinen Autopiloten mehr - da eine wilde Kreuzsee mich arg hin und her warf. Noch dazu übersah ich fast das – bei diesen Wellen überspülte - Riff V. Petrokaravo. Bereits leicht verkrampft dachte ich mir, ich brauche mich ja nur bis an die Nordseite von Paros durchkämpfen, dort biege ich nach steuerbord ab, bekomme den Wind dwars und kann segeln. Nach einem kurzen Stück kann ich dann nach Naxos abfallen, habe dann den Wind von achtern, der mich dann bis Naxos – Stadt vor sich her bläst. Ach Gerhard, wie grau ist deine Theorie! Die Wirklichkeit sah dann so aus: Durch das (auch bereits gestrige) Gegenan unter Motor bei starkem Wind und Welle verbrauchte dieser wesentlich mehr Treibstoff als sonst, was ich aber in meiner Kopfrechnung bezüglich Spritverbrauch zu berücksichtigen vergaß. Es kam, wie es kommen musste: Auf dem Weg zur Nordspitze von Paros begann der Motor zu stottern, stirbt ab. Siedendheiß durchfuhr es mich: „Du Idiot hast vergessen den Spritstand zu kontrollieren, jetzt hast du Arsch hoch“. Steuerbords in ca. 200m Entfernung die Steilküste an der die Brandung tobte und hinter mir die Riffe… Na bravo. Aus der Backskiste das Zweitaktöl rausgefischt, welches natürlich irgendwo ganz unten liegt, dabei den Backskistendeckel auf den Kopf geknallt bekommen. Aus der anderen Backskiste den 20 Liter Benzinkanister gehievt, dabei wieder den Backskistendeckel auf den Kopf geknallt bekommen. Jetzt werde ich aber gleich grantig…. die Plichtgräting hoch, den Bodendeckel geöffnet, den Tankverschluss runter, das Schiff dreht sich derweil im Kreis, (kein Autopilot…), die Wellen werfen es herum, der Wind heult in den Wanten, ich verkeile mich so gut es geht, setze den Trichter an - wie viele Prozent Öl braucht man für 20 Liter Benzin, um ein Gemisch von 1:50 zu erhalten – zuerst das Öl, dann das Benzin, schneller! Schneller! Die Küste kommt näher! Ich verschütte einen knappen Liter des kostbaren Treibstoffes, egal, die Deckel wieder alle zu, ich reiße wie wild an der Starterleine, (der Startknopf hat ja seinen Geist aufgegeben….) besinne mich aber dann und starte nach Vorschrift, einmal, zweimal, der erste „Huster“, der Motor kommt, läuft nach kurzer Zeit wieder normal, mir fällt ein Stein vom Herzen, ich nehme Fahrt auf, weg von der schon gefährlich nahe gekommenen Küste, hinaus aufs sichere Meer. Mit der Pütz kippe ich Seewasser auf den Plichtboden, um das verschüttete Benzin zu entfernen, klare das Schiff auf, beruhige mich schön langsam. Ärger über mich selbst steigt in mir hoch. Aber es kommt noch ärger…. Ich kämpfe mich der Küste entlang nach Norden, quälend langsam geht es dahin, obwohl der Motor hochtourig läuft. Von der wilden Schaukelei bin ich schon ziemlich genervt, aufs Klo müsste ich auch bald…. Langsam drängt sich mir die Frage auf, wie weit ich es bei diesen Umständen mit dem vorhandenen Treibstoff schaffen werde? Reserve gibt es ja nun keine mehr. Ich werde immer nervöser, der markante Leuchtturm am Nordkap von Paros, Ak. Korakas, will und will nicht näher kommen. Nach einer, wie mir scheint, Ewigkeit kann ich das Kap runden, aber der Wind dreht mit, ich kann noch immer nicht ganz anliegen. Egal, ich probiers trotzdem. Vorsichtig rolle ich die Genua aus, das Groß möchte ich bei dem Wellengang lieber nicht auspacken. Die Krängung hält sich in Grenzen, der Vortrieb aber leider auch, die Küste kommt wieder näher. Ich starte den Motor und möchte das Vorsegel wieder wegrollen, dabei passierts: Es bekommt den Wind von der falschen Seite, (wahrscheinlich habe ich mit der Schot zuwenig Gegengehalten) und fabriziert eine „Eieruhr“, das heißt, dass Segel verdreht sich in sich selbst. Was jetzt? Panik überfällt mich, die Küste kommt schon wieder näher. Ich kann das Segel nicht klarieren, der obere Teil, den ich nun nicht mehr wegrollen kann, schlägt wild im Wind, knattert wie ein Maschinengewehr. Das Geräusch tut mir in der Seele weh. Das arme Segel! Ich zwinge mich zur Ruhe, lege die Pinne so fest, dass ich, ähnlich wie beim Beiliegen, mit Halbgas langsam von der Küste weg drifte. Mit einem hässlichen Geräusch gibt das strapazierte Segel dem Winddruck nach, bei einer Naht reißt es auf…Ich hangle mich auf das stampfende Vorschiff, bin schon ziemlich durchnässt, meine Brillen salzverkrustet. Die Stimmung nähert sich dem Nullpunkt, eher der Verzweiflung, aufs Klo müsste ich auch bald… Ich versuche das Segel runterzuziehen, da es aber teileingerollt ist, geht das natürlich nicht. Das Genuafall gleitet mir ins Wasser, wird mitgezogen. Schnell wieder an Deck damit, bevor es den Propeller blockieren kann, denn dann wäre alles vorbei – wir würden hilflos an die Steilküste treiben, wo in der Brandung das Ende für mein braves Schiff gekommen wäre! Das darf nicht sein! Ich komme mir vor wie ein Rodeoreiter, finde fast keinen Halt auf dem überspülten Vordeck, klammere mich an die Stagen, eine Hand fürs Schiff, die andere für mich. Fluchend hänge ich die Schoten aus und versuche die Eieruhr zu klarieren. Der starke Wind macht es mir nicht leicht. Langsam gelingt es mir aber, endlich kann ich das Segel an Deck ziehen. Ich fixiere es dort mit einer Festmacherleine am Bugkorb, hangle mich ins Cockpit zurück und übernehme wieder die Pinne. Ich bin ziemlich fix und foxi, bete, dass der Benzinvorrat reicht. Jetzt nur noch in die nächste geschützte Bucht, alles andere ist unwichtig. Nach dem Nordkap öffnet sich die große Bucht Ormos Naousa. Wenn ich die erreiche, bin ich gerettet. Die Spannung in mir ist schon fast unerträglich. Wenn jetzt das Benzin ausgeht, wirft es mich unweigerlich auf die Felsen, der Wind ist so stark, dass ich mich nicht mehr Freisegeln kann, denn ein anderes Vorsegel kann ich durch die blockierte Genua so schnell keines mehr setzen…. Unendliche Erleichterung macht sich in mir breit, als ich die Huk runden und in die Bucht einlaufen kann. Am Ende dieser, es wird dort schon ziemlich seicht, gibt es sogar eine kurze Mole, an die ich mich mit zwei Vorleinen und vor Heckanker lege. Endlich kann ich aufs Klo…..
Ich liege nun bequem auf meiner Koje, lasse nachdenklich den Tag Revue passieren. Einiges ist gewaltig Schiefgelaufen heute, ich hatte einiges an Pech und einiges an Glück erlebt - wie so oft im Leben…. Dazugelernt habe ich auch wieder einiges. Draußen heult der Wind, dass einem angst und bange werden kann. Von den umgebenden, ziemlich hohen und steilen Klippen stürzen sich die Fallböen herunter, ich liege aber sehr gut. Sicherheitshalber habe ich den Hauptanker auch ausgelegt, falls beide Vorleinen reißen sollten, was ich allerdings nicht annehme.
Etmal: 12,5sm, Position: N 37° 08,78’ / E 025° 13,61’
Mittwoch, 26. November 2008
Von Kithnos nach Paros
Man glaubt es nicht, welche riesigen Fähren in so einen kleinen Hafen kommen..… Kaum bin ich vor Anker gelegen und habe das Schiff aufklariert, rauscht so ein Riesentrumm herein, wendet gekonnt, (50m vor mir….) und legt perfekt an. Zehn Minuten später wirft sie die Leinen los und verschwindet wieder hinaus in die Nacht.
Eine Ungestörte Nacht verbracht, der Barometerstand ist fast unverändert – es geht weiter. Die Westküste von Kithnos muss ich Richtung Süden Motoren, da Wind und Welle genau Gegenanstehen. Eine unangenehme Kreuzsee macht die Sache zur Berg – u. Talfahrt. Ich runde das Kap A. DHIMITRIOS und kann, nun unter Segel, Kurs auf die Insel PAROS nehmen, vorbei an dem schroffen, unbewohnten Inselchen SERFOPOULA. In Rauschefahrt geht es unter Vollzeug dem Ziel entgegen, welches ich natürlich erst in der Nacht erreichen werde…. Die Hafeneinfahrt von PAROIKIA ist ein „Leckerbissen“ der besonderen Art: Sie ist mit mindestens fünf Riffgruppen gespickt und wenig befeuert. Meine elektronische Seekarte leitete mich aber sicher an den Gefahrenstellen vorbei. Am 26. September 2000 lief die Fähre „Samina Express“ in der Ansteuerung von Paroikia auf eines dieser Riffe und sank. Dabei kamen mehr als 8o Menschen ums Leben….
Eine riesige Fähre und ein schlecht beleuchteter Küstendampfer zwingen mich kurzfristig zu hektischer Betriebsamkeit, da ich ihre Positionslichter gegen den Hintergrund der hell erleuchteten Stadt erst verdammt spät ausmachen kann. Ganz knapp rauschen die dunklen Schatten an mir vorüber, mein Herz klopft vor Aufregung – erst kurz vorher habe ich die Segel geborgen! Nicht auszudenken, was passieren hätte können, wenn die noch oben gewesen wären….
Ich drehte eine Hafenrunde, ein Hafenmanöver schien mir aber nach Lage der Dinge nicht ratsam, daher legte ich mich in der anschließenden Bucht auf drei Meter Tiefe vor Anker. Das bisschen Schwell, wird mich doch hoffentlich nicht stören.
Ein zwölf Stunden dauernder, herrlicher Segeltag geht zu Ende, ich bin zwar müde, aber zufrieden.
P.s.: Im Hafen liegt die WIBO 930 „DSHAMILJA“ von Kenneth und Mella, die ich eigentlich (überraschenderweise..) besuchen wollte. Leider sind die Beiden zurzeit auf dem Festland mit dem Wohnmobil unterwegs. Das ist übrigens jenes Wohnmobil, mit dem Jürgen und ich unterwegs waren. Na ja, Pech gehabt, Schade!
Etmal: 49,5sm, Position: N 37° 05,37’ / E 025° 09,28’
Eine Ungestörte Nacht verbracht, der Barometerstand ist fast unverändert – es geht weiter. Die Westküste von Kithnos muss ich Richtung Süden Motoren, da Wind und Welle genau Gegenanstehen. Eine unangenehme Kreuzsee macht die Sache zur Berg – u. Talfahrt. Ich runde das Kap A. DHIMITRIOS und kann, nun unter Segel, Kurs auf die Insel PAROS nehmen, vorbei an dem schroffen, unbewohnten Inselchen SERFOPOULA. In Rauschefahrt geht es unter Vollzeug dem Ziel entgegen, welches ich natürlich erst in der Nacht erreichen werde…. Die Hafeneinfahrt von PAROIKIA ist ein „Leckerbissen“ der besonderen Art: Sie ist mit mindestens fünf Riffgruppen gespickt und wenig befeuert. Meine elektronische Seekarte leitete mich aber sicher an den Gefahrenstellen vorbei. Am 26. September 2000 lief die Fähre „Samina Express“ in der Ansteuerung von Paroikia auf eines dieser Riffe und sank. Dabei kamen mehr als 8o Menschen ums Leben….
Eine riesige Fähre und ein schlecht beleuchteter Küstendampfer zwingen mich kurzfristig zu hektischer Betriebsamkeit, da ich ihre Positionslichter gegen den Hintergrund der hell erleuchteten Stadt erst verdammt spät ausmachen kann. Ganz knapp rauschen die dunklen Schatten an mir vorüber, mein Herz klopft vor Aufregung – erst kurz vorher habe ich die Segel geborgen! Nicht auszudenken, was passieren hätte können, wenn die noch oben gewesen wären….
Ich drehte eine Hafenrunde, ein Hafenmanöver schien mir aber nach Lage der Dinge nicht ratsam, daher legte ich mich in der anschließenden Bucht auf drei Meter Tiefe vor Anker. Das bisschen Schwell, wird mich doch hoffentlich nicht stören.
Ein zwölf Stunden dauernder, herrlicher Segeltag geht zu Ende, ich bin zwar müde, aber zufrieden.
P.s.: Im Hafen liegt die WIBO 930 „DSHAMILJA“ von Kenneth und Mella, die ich eigentlich (überraschenderweise..) besuchen wollte. Leider sind die Beiden zurzeit auf dem Festland mit dem Wohnmobil unterwegs. Das ist übrigens jenes Wohnmobil, mit dem Jürgen und ich unterwegs waren. Na ja, Pech gehabt, Schade!
Etmal: 49,5sm, Position: N 37° 05,37’ / E 025° 09,28’
Dienstag, 25. November 2008
Von Poros nach Kithnos
Ungestörte Nacht – bis auf ein paar Hobbyfischer. Bauer Himmel, der Wind passt, ich lege ab, laufe wieder in die Ägäis aus. Gleich am Ausgang der Bucht, ich war gerade mit der Fixierung und Einstellung der Pinne beschäftigt, gibt mir Neptun ein Zeichen, dass ich heute gefälligst gut aufpassen soll: Die einfallende Windböe war nicht von schlechten Eltern, der unmittelbar darauf folgende Sonnenschuss war unheimlich elegant, nur der leicht verstört blickende und sich krampfhaft festhaltende Skipper störte etwas die Eleganz….. Unter Vollzeug war mein altes Mädchen einfach nicht zu halten, also band ich das erste Reff ein, die Genua ließ ich oben. Es blies ganz schön, der Wellengang war beachtlich, ich musste am Wind segeln, daher kamen die Wellen schräg von vorne. Etwas unangenehm und nass, aber mein altes Mädchen schwamm wie ein Korken, immer obenauf. Zum Glück hat der Skipper einen guten Magen! So ging es in Rauschefahrt Richtung Osten, zu einer kleinen Insel, eigentlich mehr einem großen Felsen, ziemlich genau in der Mitte auf dem Weg zur Insel KITHNOS gelegen. Sein unaussprechlicher Name: N. AY. YEORYIOS…. Dort wollte ich auf der Leeseite ankern und übernachten. Es blieb beim Wollen, denn die Fallwinde dort waren einfach zu stark und keine genügend geschützte Bucht vorhanden. Also weiter, gleich durch bis nach KITHNOS. (Diese Insel gehört bereits zu den nördlichen Kykladen) Das wird wieder ein langer Tag….. Es frischte weiter auf, ich musste das zweite Reff einbinden, das Wellenbild war entsprechend. Ohne Autopilot wird die Sache schön langsam anstrengend. Noch dazu passen die Positionen der Reffeinrichtung am Baum nicht zu den Augen im Segel. Da ich ein anderes Groß habe, hätte ich auch das kontrollieren sollen….. So muss ich wieder einmal improvisieren. Gegen Abend kreuzte ein Biggi meinen Weg. Unfassbar, aber mitten auf dem großen Meer treffen zwei Schiffe (ungewollt natürlich) punktgenau aufeinander. Obwohl ich Vorrang hatte, musste ich Ausweichen. Der Dicke machte keinerlei Anstalten dazu….
Drei große Schlachtschiffe ziehen in Formation am Horizont vorbei, dunkle Schatten, schnell und gefährlich, wie graue Wölfe. Todbringend oder friedenserhaltend – eine der Schicksalsfragen der Menschheit…..
Wir flogen durch die Nacht, die Sterne gingen auf und wiesen mir den Weg. Wenn ein Brecher kam, konnte ich ihn zwar nicht sehen, dafür aber hören. Wie ein U – Bahnzug, wenn er in die Station einfährt, rauscht er heran. Ich lege Ruder, artig hebt SANDPIPER ihr Popscherl, er rauscht unter uns durch, ich gehe wieder auf Kurs. Nur selten kommt Wasser über das Deck. Die knifflige Hafeneinfahrt von MERICHAS fuhr ich mit Unterstützung der elektronischen Seekarte, alles verlief glatt. Um 21:00 fiel mein Anker ins Hafenbecken. Ich bin wieder einmal gut angekommen. Es war anstrengend – 10 Stunden non Stopp Starkwindsegeln – aber dafür wurde ich auch mit einem Etmal von 50sm belohnt!
Etmal: 50sm, Position: N 37° 23,36’ / E 024° 23,70’
Drei große Schlachtschiffe ziehen in Formation am Horizont vorbei, dunkle Schatten, schnell und gefährlich, wie graue Wölfe. Todbringend oder friedenserhaltend – eine der Schicksalsfragen der Menschheit…..
Wir flogen durch die Nacht, die Sterne gingen auf und wiesen mir den Weg. Wenn ein Brecher kam, konnte ich ihn zwar nicht sehen, dafür aber hören. Wie ein U – Bahnzug, wenn er in die Station einfährt, rauscht er heran. Ich lege Ruder, artig hebt SANDPIPER ihr Popscherl, er rauscht unter uns durch, ich gehe wieder auf Kurs. Nur selten kommt Wasser über das Deck. Die knifflige Hafeneinfahrt von MERICHAS fuhr ich mit Unterstützung der elektronischen Seekarte, alles verlief glatt. Um 21:00 fiel mein Anker ins Hafenbecken. Ich bin wieder einmal gut angekommen. Es war anstrengend – 10 Stunden non Stopp Starkwindsegeln – aber dafür wurde ich auch mit einem Etmal von 50sm belohnt!
Etmal: 50sm, Position: N 37° 23,36’ / E 024° 23,70’
Montag, 24. November 2008
Es regnet weiterhin, der Wind kommt auch aus der falschen Richtung. Mein Wetterguru Heli meint, morgen wird es besser, ich soll noch warten. Na gut, dann schaue ich mir eben Poros Stadt an. Die Häuser dieser Stadt sind wie Schwalbennester den Berghang hinaufgebaut, eng aneinander geschmiegt, fast alle weiß getüncht, ohne richtige Strassen, nur schmale Gehwege zwischen den Häusern mit unendlich vielen Stufen. Wer hier wohnt, muss gut zu Fuß sein! So eine Art Stadtpark am Bergrücken (mit einer reizenden Kappelle am Grat) durchwandert und den Hafen abgegrast. Eine Gastwirtschaft neben der anderen säumt den Kai, in der Hauptsaison muss hier ganz schön was los sein.
Da ich so ungestört an einem Kai liege, schrubbe ich mein altes Mädchen rundherum in der Wasserlinie, um endlich den Dreckbelag von Trizonia zu entfernen. Durch die viele Zuladung ist auch der Wasserpass unter der Wasserlinie, daher siedeln sich in diesem Bereich bereits Algen und Kleinmuscheln an. Diese gilt es ebenfalls zu entfernen.
Da ich so ungestört an einem Kai liege, schrubbe ich mein altes Mädchen rundherum in der Wasserlinie, um endlich den Dreckbelag von Trizonia zu entfernen. Durch die viele Zuladung ist auch der Wasserpass unter der Wasserlinie, daher siedeln sich in diesem Bereich bereits Algen und Kleinmuscheln an. Diese gilt es ebenfalls zu entfernen.
Sonntag, 23. November 2008
Von Aigina nach Poros
Entgegen aller Meldungen flaut der Wind in der Nacht ab, die Situation entspannt sich, ich kann ruhig schlafen. Am Morgen steht nur mehr Restdünung in den Hafen, der Wind ist moderat geworden. Ich nutze die Gunst der Stunde, möchte heute noch die Insel KITHNOS erreichen – ein weiter Weg. Ich lege zeitig ab und runde die Insel Aigina. Leider dreht der Wind und kommt mir genau entgegen. Ich versuche, unter Maschine trotzdem meinen Kurs zu halten. Da aber Wind und Welle wieder zunehmen, ist es ein hoffnungsloses (und nasses) Unterfangen. Ich ändere daher kurzfristig meine Pläne und nehme Kurs auf die Insel POROS, welche ich unter diesen Wetterumständen unter Segel anlaufen kann. POROS liegt genau südlich von AIGINA, nur durch einen ganz schmalen Kanal vom Peloponnes getrennt. Da der Weg diesmal nicht so weit ist, komme ich (ausnahmsweise…) bei Tageslicht an. Zwischen der Stadt und dem Peloponnes wieselt eine Unzahl von Kleinfähren hin und her, dazwischen bahnen sich große Fähren ihren Weg, die Lästwanze von einem Tragflügelboot (ja genau, das mit dem gelben Drehlicht!) muss natürlich auch wieder mit dabei sein… Beim Anlegen an einem Schwimmsteg etwas außerhalb des Mainstream der Stadt beginnt es zu regnen. Daraufhin bleibe ich am Schiff und koche mir ein (wirklich gutes…) Kartoffelsüppchen.
Gleich nebenan ist eine Kadettenschule der Marine, Einrücken ist gerade angesagt. Wie sich die jungen Burschen von ihren Eltern, Freunden oder Mädchen verabschieden, ist rührend anzusehen. Es erinnert mich ein bisschen an meine eigenen Abschiede, ob damals ins Internat, zum Militär, oder zum UNO – Einsatz, und stimmt mich etwas wehmütig. Anscheinend besteht das Leben u.a. aus einer ununterbrochenen Folge von Abschieden. Allerdings – ohne Abschied gäbe es auch keinen Neubeginn….
Wie dem auch sei, genug der Sentimentalitäten - ich gehe jetzt in die Stadt strawanzen, um auf andere Gedanken zu kommen.
Etmal: 17sm, Position: N 37° 30,10'/ E 023° 27,26’
Gleich nebenan ist eine Kadettenschule der Marine, Einrücken ist gerade angesagt. Wie sich die jungen Burschen von ihren Eltern, Freunden oder Mädchen verabschieden, ist rührend anzusehen. Es erinnert mich ein bisschen an meine eigenen Abschiede, ob damals ins Internat, zum Militär, oder zum UNO – Einsatz, und stimmt mich etwas wehmütig. Anscheinend besteht das Leben u.a. aus einer ununterbrochenen Folge von Abschieden. Allerdings – ohne Abschied gäbe es auch keinen Neubeginn….
Wie dem auch sei, genug der Sentimentalitäten - ich gehe jetzt in die Stadt strawanzen, um auf andere Gedanken zu kommen.
Etmal: 17sm, Position: N 37° 30,10'/ E 023° 27,26’
Samstag, 22. November 2008
Insel Aigina - der Sturm
In der Nacht begann der Tanz: Durch das Schlagen der Fallen an die Masten wach geworden, merke ich, wie stark der Wind zugelegt hat. Ich kontrolliere meine Leinen und Fender, alles i.O. Aber im Hafen spielte es sich ab: Ein Schwimmsteg (genau, der an dem ich gestern noch gelegen bin…) zerlegt sich im Wellengang selbst (im Hafen!!), ernst blickende Männer versuchen hastig, Schiffe zu sichern, Yachten legen sich bedenklich quer, stoßen an die Stege, zerquetschen Fender, Chaos herrscht. In den letzten 12 Stunden ist das Barometer wiederum um 10 (!!!) Hektopascal gefallen, So etwas habe ich noch nie erlebt. Beim ersten Tageslicht versucht eine Fähre anzulegen: Sie läuft die Mole schräg mit dem Wind an (ging nicht anders), wird nur durch Motorkraft an der Stelle gehalten, der Wind dreht sie aber in einem Halbkreis langsam um die besagte Mole herum, währenddessen wird die Klappe geöffnet, Menschen springen in Eile auf, die Klappe schrammt in einer kreischenden Drehbewegung über den Beton, Autos werden mit heulenden Motoren hinaufgejagt. Kurz bevor die Fähre ihren (unfreiwilligen) Halbkreis beendet und an die Mole krachen muss, bricht der Lademeister den Vorgang mit hektischen Armbewegungen und Gebrülle ab, die Fähre zieht im letzten Augenblick mit Vollgas von der Mole zurück und damit aus dem Gefahrenbereich weg. Ein Teil der Menschen und Autos bleiben zurück. Dazu pfeift der Wind mit 30, in Böen bis 40 Knoten, das aufgewühlte Meer ist weiß, Gischt schlägt über die Hafenmauern. Und dann passiert das für mich unfassbare: Die Fähre fährt dasselbe Harakirimanöver noch mal!!!! Die restlichen Menschen und Autos kommen auch noch an Bord, dann endlich rauscht die Fähre Richtung Piräus davon. Ich atme erleichtert auf, nichts ist passiert. Der Fährenkapitän muss entweder ein Irrer oder ein echter Könner sein. Jedenfalls ein „wilder Hund“, wie man bei uns so sagt. Meiner Bewunderung kann er sich jedenfalls sicher sein. Das war auch die einzige Fähre heute, der Betrieb wurde daraufhin eingestellt, selbst das flotte Tragflügelboot musste im Hafen bleiben. Auch von den Fischern fuhr keiner hinaus. Ich übrigens auch nicht….
Der Sturm dauerte den ganzen Tag, geschichtete, drohend aussehende Wolkenformationen zogen über den Himmel. Mein griechischer Gönner (Gregorius, genannt Gregory), der mir den Liegeplatz besorgt hat, kommt ans Schiff und erkundigt sich nach meinem Befinden. Er war übrigens auch schon in Österreich, in Schladming Schi fahren…. Er warnt mich, da der Wind in der Nacht auf bis zu neun (!!!) Beaufort zulegen soll. Na hoffentlich nicht! Der Barometerstand ist leicht steigend, das gibt Hoffnung.
Ich besorgte mir am Markt einen frischen Fisch (von gestern….), den ich mir am Boot a la natur zubereitete (Rosmarinzweigerl habe ich noch von Trizonia). Als Nachspeise reichte Demichef Gerhard Joghurt mit Honig. Geht’s mir heute wieder gut!
Gegen Abend dreht der Wind von SW auf NW, damit bläst er nun die Wellen genau in den Yachthafen herein – SANDPIPER wird unruhig, zerrt wild an ihren Leinen, bockt. Das wird eine unangenehme Nacht werden….
Der Sturm dauerte den ganzen Tag, geschichtete, drohend aussehende Wolkenformationen zogen über den Himmel. Mein griechischer Gönner (Gregorius, genannt Gregory), der mir den Liegeplatz besorgt hat, kommt ans Schiff und erkundigt sich nach meinem Befinden. Er war übrigens auch schon in Österreich, in Schladming Schi fahren…. Er warnt mich, da der Wind in der Nacht auf bis zu neun (!!!) Beaufort zulegen soll. Na hoffentlich nicht! Der Barometerstand ist leicht steigend, das gibt Hoffnung.
Ich besorgte mir am Markt einen frischen Fisch (von gestern….), den ich mir am Boot a la natur zubereitete (Rosmarinzweigerl habe ich noch von Trizonia). Als Nachspeise reichte Demichef Gerhard Joghurt mit Honig. Geht’s mir heute wieder gut!
Gegen Abend dreht der Wind von SW auf NW, damit bläst er nun die Wellen genau in den Yachthafen herein – SANDPIPER wird unruhig, zerrt wild an ihren Leinen, bockt. Das wird eine unangenehme Nacht werden….
Freitag, 21. November 2008
Die Insel Aigina
Ungestörte Nacht verbracht, obwohl in der Nacht Wind und etwas Schwell aufkam. In der Früh habe ich mich gleich in den Yachthafen verlegt, dort liege ich wesentlich sicher als im nicht ganz optimal angelegten Stadthafen – dort drückt der Wind das Wasser hinein, so dass starker Schwell entstehen kann.
Dann war wieder einmal Großreinemachen (Schiff und ich) mit Waschtag (Wäsche und ich) angesagt. Frisch herausgeputzt (Schiff und Ich) ging es dann zu den antiken Ausgrabungen (Nur ich). Überrascht hat mich nicht, dass dort die Venezianer, Türken, Byzantiner und wer weiß noch aller ihr Unwesen getrieben haben, sondern die Tatsache, dass das österreichische Kulturministerium einen Teil der Ausgrabungen finanziert hat. Da schau her! So durfte ich zum ersten Mal in Griechenland in Deutsch beschriftete Scherben bestaunen….
Die Stadt durchbummelt, wobei mir aufgefallen ist, dass die meisten Menschen hier, im Gegensatz zum Golf von Korinth, durchwegs des englischen mächtig sind, die meisten sogar mehr als ich…..
Österreich scheint bei den Griechen ziemlich beliebt sein, den jeder, dem ich auf die Frage „Where are you from?“ (Danke Verena!!) mit „I’m from Austria, not Australia“ antworte, macht freundliche Nasenlöcher. Sogar der örtliche Yachtzubehörhändler, bei dem ich ein paar Kleinigkeiten erstand, war schon am Neusiedlersee segeln…..
Das muss man den Griechen lassen: Sie sind (zumindest zu mir) sehr freundlich und höflich, und vom Kuchen / Tortenbacken verstehen sie wirklich etwas!
Der Barometerstand ist in den letzten 24 Stunden um 10 (!!!) Hektopascal gefallen, das gefällt mir gar nicht. Hier bin ich aber sicher….. Gleichzeitig mit einem herrlichen Sonnenuntergang setzt wie vorhergesagt Wind aus SW ein, stark auffrischend. So stark, dass die große Fähre Probleme beim Anlegen hatte und die meisten Fischer im Hafen blieben. Mal sehen, was die Nacht so bringt…..
Nachtrag: Bei der flotten Fähre von gestern Abend handelte es sich nicht um einen Katamaran, sondern um ein Tragflügelboot, sorry.
Dann war wieder einmal Großreinemachen (Schiff und ich) mit Waschtag (Wäsche und ich) angesagt. Frisch herausgeputzt (Schiff und Ich) ging es dann zu den antiken Ausgrabungen (Nur ich). Überrascht hat mich nicht, dass dort die Venezianer, Türken, Byzantiner und wer weiß noch aller ihr Unwesen getrieben haben, sondern die Tatsache, dass das österreichische Kulturministerium einen Teil der Ausgrabungen finanziert hat. Da schau her! So durfte ich zum ersten Mal in Griechenland in Deutsch beschriftete Scherben bestaunen….
Die Stadt durchbummelt, wobei mir aufgefallen ist, dass die meisten Menschen hier, im Gegensatz zum Golf von Korinth, durchwegs des englischen mächtig sind, die meisten sogar mehr als ich…..
Österreich scheint bei den Griechen ziemlich beliebt sein, den jeder, dem ich auf die Frage „Where are you from?“ (Danke Verena!!) mit „I’m from Austria, not Australia“ antworte, macht freundliche Nasenlöcher. Sogar der örtliche Yachtzubehörhändler, bei dem ich ein paar Kleinigkeiten erstand, war schon am Neusiedlersee segeln…..
Das muss man den Griechen lassen: Sie sind (zumindest zu mir) sehr freundlich und höflich, und vom Kuchen / Tortenbacken verstehen sie wirklich etwas!
Der Barometerstand ist in den letzten 24 Stunden um 10 (!!!) Hektopascal gefallen, das gefällt mir gar nicht. Hier bin ich aber sicher….. Gleichzeitig mit einem herrlichen Sonnenuntergang setzt wie vorhergesagt Wind aus SW ein, stark auffrischend. So stark, dass die große Fähre Probleme beim Anlegen hatte und die meisten Fischer im Hafen blieben. Mal sehen, was die Nacht so bringt…..
Nachtrag: Bei der flotten Fähre von gestern Abend handelte es sich nicht um einen Katamaran, sondern um ein Tragflügelboot, sorry.
Donnerstag, 20. November 2008
Durch den Kanal von Korinth in die Ägäis
Geschlafen wie ein Murmeltier, obwohl es in den Nächten nun schon stark abkühlt. Aber sobald die Sonne hervorkommt, wird es wieder schön warm. Auf den Korinth umgebenden Berggipfeln lag heute früh der erste Schnee! Dazu strahlend blauer Himmel - eine Traumkulisse.
Das Hafenoriginal (männlich) bringt mir (unaufgefordert) Brot (ich hoffe frisches). Ich ärgere mich nochmals (sinnloses Unterfangen) mit den Autopiloten ab. Dann entsorge ich meinen Müll, lege dem Hafenoriginal, der zwischenzeitlich verschwunden ist, als Danke für das Brot noch eine Packung Zigaretten auf sein Boot und laufe dann aus dem Hafen aus. Dabei passierte mir ein Missgeschick: In der Eile des Ablegens schob ich den Choke des Motors nur halb zurück - mit dem Ergebnis, dass der Motor nicht auf Touren kam, dafür aber umso mehr blauen Abgasqualm produzierte. So trieb ich stinkend und lärmend, aber fast ohne Vortrieb, quer durch den Hafen…. Kurz bevor ich an der nächsten Kaimauer landete fand ich die Ursache des Missstandes und konnte gerade noch unbeschadet den Hafen verlassen.
Ich fuhr zur Kanaleinfahrt und meldete mich über Funk (Kanal 11) in meinem bekannt guten Englisch (Lachkrampf) für die Durchfahrt an: „Canal Control, this ist the austrian Sailing vessel „Sandpiper“…usw. - Ich wette, die lachen jetzt noch. Macht nichts, nach einer Stunde ging’s hinter einem „Biggi“ (einem seeeehr großen Schiff) und einer Motoryacht los: Die hydraulisch betriebene Hebebrücke senkte sich und verschwand unter Wasser, mit knapp sechs Knoten (für mich Höchstgeschwindigkeit) rauschten wir in Brassfahrt durch den 6,3Km langen und 25m breiten Kanal, der von 1882 bis 1893 erbaut wurde. Bis 76 Meter hoch ragen beidseits die Kalksteinwände beeindruckend hoch. Für mich war diese Durchfahrt ein Erlebnis, welches sich nur schwer in Worten fassen lässt. Ich weiß nicht, wie viele Opfer der Bau dieses Kanals gefordert hat, ich gedachte ihrer jedoch in stillem Gedenken.
Die zweite Hebebrücke am anderen Ende des Kanals hob sich wie von Geisterhand bewegt hinter uns aus dem Wasser, wir waren durch – sind nun im SARONISCHEN GOLF. An einem Kai, so hoch, dass ich raufkraxeln musste, legte ich an, um die Kanalgebühren zu bezahlen. 95,- € für mein Schifferl waren ein herber Schlag für die Bordkassa. Der Wind stand günstig, er blies mich aus dem SARONISCHEN GOLF direkt in die ÄGÄIS hinein, Kurs auf die Insel AIGINA. Zeitweise war’s zwar ein bisschen heftig, bis 25 Knoten Wind. Der kam aber von achtern, also halb so wild. Der strahlend blaue Himmel verabschiedete sich mit einem furiosen Abendrot hinter der beeindruckenden Kulisse des griechischen Festlandes. Spannend wurde es kurz vor dem Ziel. Natürlich (….) war es wieder einmal stockfinster: Unzählige Fischerboote, teilweise unbeleuchtet, wieselten um mich herum, dazwischen riesige Fähren, deren Geschwindigkeit ich immer noch unterschätze und als Draufgabe näherte sich mir ein gelbes Drehlicht. Ich lachte noch „die Straßenmeisterei macht heute Überstunden“. Das Lachen verging mir aber schnell, als ich merkte, dass besagtes gelbes Drehlicht das einer Katamaranfähre war, die mit unglaublicher Geschwindigkeit an mir vorbeizog. Kurzfristig hatte ich alle Hände voll zu tun, um von den nachfolgenden Wellen nicht umgeworfen zu werden. Dann das Übliche: Eine vorsichtige Einfahrt in den Stadthafen, ein paar Erkundungsrunden, dann ein Anlegemanöver an einer mir passend erscheinenden Stelle. Kurze Zeit später erscheint ein freundlicher Grieche, fragt woher ich komme und unterhält sich mit mir (in Englisch…), führt mich dann zu einem freien Liegeplatz im angrenzenden Yachthafen, wo ich sicher und ungestört bleiben kann, da das sonst dort liegende Schiff über Winter an Land steht. Gleichzeitig warnt er mich vor einem herannahenden Sturm. Sehr nett von dir, herzlichen Dank!! Morgen früh verhole ich mich dann in besagten Yachthafen.
Ich drehe noch eine Runde in der anscheinend prosperierenden Stadt, genehmige mir einen Imbiss, setze mich in die Plicht und beobachte den Sternenhimmel. Ein herrlicher Segeltag hat ein gutes Ende gefunden. Ich liege sicher und bin glücklich.
Etmal: 27sm, Position: N 37° 44,68’ / E 023° 25,70’
Das Hafenoriginal (männlich) bringt mir (unaufgefordert) Brot (ich hoffe frisches). Ich ärgere mich nochmals (sinnloses Unterfangen) mit den Autopiloten ab. Dann entsorge ich meinen Müll, lege dem Hafenoriginal, der zwischenzeitlich verschwunden ist, als Danke für das Brot noch eine Packung Zigaretten auf sein Boot und laufe dann aus dem Hafen aus. Dabei passierte mir ein Missgeschick: In der Eile des Ablegens schob ich den Choke des Motors nur halb zurück - mit dem Ergebnis, dass der Motor nicht auf Touren kam, dafür aber umso mehr blauen Abgasqualm produzierte. So trieb ich stinkend und lärmend, aber fast ohne Vortrieb, quer durch den Hafen…. Kurz bevor ich an der nächsten Kaimauer landete fand ich die Ursache des Missstandes und konnte gerade noch unbeschadet den Hafen verlassen.
Ich fuhr zur Kanaleinfahrt und meldete mich über Funk (Kanal 11) in meinem bekannt guten Englisch (Lachkrampf) für die Durchfahrt an: „Canal Control, this ist the austrian Sailing vessel „Sandpiper“…usw. - Ich wette, die lachen jetzt noch. Macht nichts, nach einer Stunde ging’s hinter einem „Biggi“ (einem seeeehr großen Schiff) und einer Motoryacht los: Die hydraulisch betriebene Hebebrücke senkte sich und verschwand unter Wasser, mit knapp sechs Knoten (für mich Höchstgeschwindigkeit) rauschten wir in Brassfahrt durch den 6,3Km langen und 25m breiten Kanal, der von 1882 bis 1893 erbaut wurde. Bis 76 Meter hoch ragen beidseits die Kalksteinwände beeindruckend hoch. Für mich war diese Durchfahrt ein Erlebnis, welches sich nur schwer in Worten fassen lässt. Ich weiß nicht, wie viele Opfer der Bau dieses Kanals gefordert hat, ich gedachte ihrer jedoch in stillem Gedenken.
Die zweite Hebebrücke am anderen Ende des Kanals hob sich wie von Geisterhand bewegt hinter uns aus dem Wasser, wir waren durch – sind nun im SARONISCHEN GOLF. An einem Kai, so hoch, dass ich raufkraxeln musste, legte ich an, um die Kanalgebühren zu bezahlen. 95,- € für mein Schifferl waren ein herber Schlag für die Bordkassa. Der Wind stand günstig, er blies mich aus dem SARONISCHEN GOLF direkt in die ÄGÄIS hinein, Kurs auf die Insel AIGINA. Zeitweise war’s zwar ein bisschen heftig, bis 25 Knoten Wind. Der kam aber von achtern, also halb so wild. Der strahlend blaue Himmel verabschiedete sich mit einem furiosen Abendrot hinter der beeindruckenden Kulisse des griechischen Festlandes. Spannend wurde es kurz vor dem Ziel. Natürlich (….) war es wieder einmal stockfinster: Unzählige Fischerboote, teilweise unbeleuchtet, wieselten um mich herum, dazwischen riesige Fähren, deren Geschwindigkeit ich immer noch unterschätze und als Draufgabe näherte sich mir ein gelbes Drehlicht. Ich lachte noch „die Straßenmeisterei macht heute Überstunden“. Das Lachen verging mir aber schnell, als ich merkte, dass besagtes gelbes Drehlicht das einer Katamaranfähre war, die mit unglaublicher Geschwindigkeit an mir vorbeizog. Kurzfristig hatte ich alle Hände voll zu tun, um von den nachfolgenden Wellen nicht umgeworfen zu werden. Dann das Übliche: Eine vorsichtige Einfahrt in den Stadthafen, ein paar Erkundungsrunden, dann ein Anlegemanöver an einer mir passend erscheinenden Stelle. Kurze Zeit später erscheint ein freundlicher Grieche, fragt woher ich komme und unterhält sich mit mir (in Englisch…), führt mich dann zu einem freien Liegeplatz im angrenzenden Yachthafen, wo ich sicher und ungestört bleiben kann, da das sonst dort liegende Schiff über Winter an Land steht. Gleichzeitig warnt er mich vor einem herannahenden Sturm. Sehr nett von dir, herzlichen Dank!! Morgen früh verhole ich mich dann in besagten Yachthafen.
Ich drehe noch eine Runde in der anscheinend prosperierenden Stadt, genehmige mir einen Imbiss, setze mich in die Plicht und beobachte den Sternenhimmel. Ein herrlicher Segeltag hat ein gutes Ende gefunden. Ich liege sicher und bin glücklich.
Etmal: 27sm, Position: N 37° 44,68’ / E 023° 25,70’
Mittwoch, 19. November 2008
Glück gehabt, es blieb die ganze Nacht ruhig. Am Vormittag verhole ich mich in den „Yachthafen“ von Korinth, erwische dort einen guten und sicheren Platz. Hier gibt es Wasser am Steg, erfahre aber, dass es leider nicht trinkbar ist. Natürlich ist kein Schild dran gewesen… Wie ich mit Freude entdecke, komme ich vom Schiff aus (leider nur kurzfristig…) ins Internet. Das „Hafen – Original“ (gibt’s die eigentlich in jedem Hafen?), dessen umgebautes Fischerboot in einem fürchterlichen Zustand ist, drängt mir Kartoffeln, Zwiebeln, Orangen und Limonen auf. Ich revanchiere mich dafür mit Zigaretten, die ich extra für solche Gelegenheiten angeschafft habe.
Ich durchstreife Korinth, welches nach mehreren Erdbeben wieder aufgebaut wurde und daher keine besonderen stilistischen Eigenarten aufweist. Lebhafter Verkehr und geschäftiges Treiben prägen das Stadtbild. Ich bunkere Benzin, welches ich von einer Straßentankstelle nach fünfzehnminütigem Fußmarsch bekomme. Und das gleich zweimal…. Ich versuche eine Seekarte der Ägäis zu bekommen, leider Fehlanzeige. Na gut, dann navigiere ich eben mit meinem Shell – Straßenatlas. Ich wäre ja nicht der Erste….
Einen Segelmacher finde ich auch keinen, bei dem vielen Wind gestern hat sich, leider von mir unbemerkt, eine von den langen Segellatten verabschiedet. Bei Leichtwind spielt das keine so große Rolle, bei Starkwind fängt jedoch genau im Bereich der fehlenden Latte das Groß zu flattern an. Übrigens gelang es mir gestern, und zwar ziemlich problemlos, bei stärkerem Wind mein altes Mädchen auch ohne Autopiloten auf Kurs zu halten, ohne dauernd an der festgesetzten Pinne rumkorrigieren zu müssen.
Freund Heli bringt mich auf die Idee, zu versuchen, aus den beiden defekten Autopiloten einen funktionierenden zu basteln. Jetzt weiß ich, was ich am Abend machen werde – anstatt in der Stadt rumzustrolchen….
Morgen geht’s dann durch den Kanal! Ich suche mir jetzt schon die Unterlagen dazu zusammen und bin schon richtig aufgeregt. Es ist ja schließlich die erste gemeinsame Kanalfahrt für uns Beide!
Am Abend die beiden Autopiloten zerlegt. Über das Ergebnis möchte ich lieber den Mantel des Schweigens breiten. Nur soviel dazu: „Aus zwei mach eins“ ist mir leider nicht gelungen Nachdem ich mich wieder beruhigt habe, bin ich dann doch noch in die Stadt strawanzen gegangen und habe mir die ersten Maroni heuer gegönnt. Auf den Ärger hinauf gleich eine doppelte Portion!
Ich durchstreife Korinth, welches nach mehreren Erdbeben wieder aufgebaut wurde und daher keine besonderen stilistischen Eigenarten aufweist. Lebhafter Verkehr und geschäftiges Treiben prägen das Stadtbild. Ich bunkere Benzin, welches ich von einer Straßentankstelle nach fünfzehnminütigem Fußmarsch bekomme. Und das gleich zweimal…. Ich versuche eine Seekarte der Ägäis zu bekommen, leider Fehlanzeige. Na gut, dann navigiere ich eben mit meinem Shell – Straßenatlas. Ich wäre ja nicht der Erste….
Einen Segelmacher finde ich auch keinen, bei dem vielen Wind gestern hat sich, leider von mir unbemerkt, eine von den langen Segellatten verabschiedet. Bei Leichtwind spielt das keine so große Rolle, bei Starkwind fängt jedoch genau im Bereich der fehlenden Latte das Groß zu flattern an. Übrigens gelang es mir gestern, und zwar ziemlich problemlos, bei stärkerem Wind mein altes Mädchen auch ohne Autopiloten auf Kurs zu halten, ohne dauernd an der festgesetzten Pinne rumkorrigieren zu müssen.
Freund Heli bringt mich auf die Idee, zu versuchen, aus den beiden defekten Autopiloten einen funktionierenden zu basteln. Jetzt weiß ich, was ich am Abend machen werde – anstatt in der Stadt rumzustrolchen….
Morgen geht’s dann durch den Kanal! Ich suche mir jetzt schon die Unterlagen dazu zusammen und bin schon richtig aufgeregt. Es ist ja schließlich die erste gemeinsame Kanalfahrt für uns Beide!
Am Abend die beiden Autopiloten zerlegt. Über das Ergebnis möchte ich lieber den Mantel des Schweigens breiten. Nur soviel dazu: „Aus zwei mach eins“ ist mir leider nicht gelungen Nachdem ich mich wieder beruhigt habe, bin ich dann doch noch in die Stadt strawanzen gegangen und habe mir die ersten Maroni heuer gegönnt. Auf den Ärger hinauf gleich eine doppelte Portion!
Dienstag, 18. November 2008
Das war wirklich eine unruhige Nacht. Fallböen beutelten mich einige Male gehörig durch und jagten mir einen Schrecken ein. Aber mein 10 Kg Bügelanker hielt bombig – es hängen ja 30m 8mm Kette auch noch dran….
Den Autopiloten bringe ich leider nicht zum Funktionieren. Auch nicht das Echolot. Glumpert elendiges. Beim Motor ist nur der Starterknopf durchgebrannt. Das kann ich, wenn ich wieder in einem sicheren Hafen bin, mit Bordmitteln selbst reparieren.
Ich breche früh auf, denn ich habe noch einen weiten Weg vor mir: Ich möchte heute bis ans Ende des Golfs von Korinth kommen. Kaum runde ich die Huk der mir Schutz gewährenden Halbinsel, bläst es mir so stark entgegen, dass ich mich entschließe, die Sturmfock zu setzen. Da mittlerer Wellengang herrscht, eine nasse und mühevolle Angelegenheit, wenn man, so wie ich, keine Rollreffanlage hat. Ins Groß binde ich das erste Reff ein, und mein Vögelchen fliegt mit beachtlicher Schräglage seinem Ziel entgegen. Es wird ein langer und ruppiger Tag, nur gegenan. Teilweise regnet es. Essen fällt aus, bis auf ein paar alte Kekse. Gegen Abend bin ich ziemlich durchgefroren, noch dazu komme ich wieder einmal in der Nacht an….. Zu meiner großen Enttäuschung finde ich in meinem Zielhafen, LOUTRAKI – ca. 3sm NNO von KORINTH – keinen Platz mehr. Hafen ist eigentlich übertrieben, eher eine kleine Bucht mit einer Mole. Schlecht beleuchtet noch dazu und mit einem Schwimmsteg, der gerade mal 10cm übers Wasser ragt. Zum Glück entdeckte ich ihn rechtzeitig. Da mein Echolot nicht funktioniert, kann ich auch keine abgelegenen Plätze anlaufen, ich will mein braves Schiff nicht nochmals auf Grund setzen. So lege ich mich halt ungeschützt vor der Hafenpromenade vor Anker, mache mir mal einen heißen Kamillentee mit Honig und Zitrone und harre der Dinge, die da kommen….
Etmal: 30sm, Position: N 37° 58,61’ / E 022° 59,56’
Den Autopiloten bringe ich leider nicht zum Funktionieren. Auch nicht das Echolot. Glumpert elendiges. Beim Motor ist nur der Starterknopf durchgebrannt. Das kann ich, wenn ich wieder in einem sicheren Hafen bin, mit Bordmitteln selbst reparieren.
Ich breche früh auf, denn ich habe noch einen weiten Weg vor mir: Ich möchte heute bis ans Ende des Golfs von Korinth kommen. Kaum runde ich die Huk der mir Schutz gewährenden Halbinsel, bläst es mir so stark entgegen, dass ich mich entschließe, die Sturmfock zu setzen. Da mittlerer Wellengang herrscht, eine nasse und mühevolle Angelegenheit, wenn man, so wie ich, keine Rollreffanlage hat. Ins Groß binde ich das erste Reff ein, und mein Vögelchen fliegt mit beachtlicher Schräglage seinem Ziel entgegen. Es wird ein langer und ruppiger Tag, nur gegenan. Teilweise regnet es. Essen fällt aus, bis auf ein paar alte Kekse. Gegen Abend bin ich ziemlich durchgefroren, noch dazu komme ich wieder einmal in der Nacht an….. Zu meiner großen Enttäuschung finde ich in meinem Zielhafen, LOUTRAKI – ca. 3sm NNO von KORINTH – keinen Platz mehr. Hafen ist eigentlich übertrieben, eher eine kleine Bucht mit einer Mole. Schlecht beleuchtet noch dazu und mit einem Schwimmsteg, der gerade mal 10cm übers Wasser ragt. Zum Glück entdeckte ich ihn rechtzeitig. Da mein Echolot nicht funktioniert, kann ich auch keine abgelegenen Plätze anlaufen, ich will mein braves Schiff nicht nochmals auf Grund setzen. So lege ich mich halt ungeschützt vor der Hafenpromenade vor Anker, mache mir mal einen heißen Kamillentee mit Honig und Zitrone und harre der Dinge, die da kommen….
Etmal: 30sm, Position: N 37° 58,61’ / E 022° 59,56’
Montag, 17. November 2008
Abschied von Trizonia
Ungestörte Nacht, ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. War ja auch die letzte Nacht für einige Zeit in einem völlig geschützten Hafen ohne Schwell.
Herzliche Verabschiedung von Natalie, Anja, Lilli, Jürgen, Sigrid und Michael. Wieder einmal lasse ich Menschen zurück, die mir zu Freunden geworden sind. Alles Liebe und Gute nochmals von mir – vielleicht sehen wir uns ja wieder!!
Die Überraschungen beginnen schon beim Wegfahren: Der Elektrostarter meines Motors macht nicht einmal mehr einen Murrer. Strom ist genug da, alle Anschlüsse fest….Na bravo, was ist denn da bloß wieder los? Zum Glück hat der Motor ja noch einen Handstarter. Der Autopilot piepst zaghaft beim Anschließen und tut sonst gar nichts mehr. Supi Gerhard, jetzt kannst den ganzen Tag an der Pinne stehen. Als ich dann das Lot einschalte und nur wirre Stricherln sehe, glaube ich wieder an den Klabautermann… Gut, dann eben nicht, es muss auch so gehen. Jürgen hilft mir beim Ablegen und trötet mir mit seinem Signalhorn zum Abschied nach. Machs gut, alter Junge!! Ein letztes Abschiedswinken noch, dann biege ich aus dem Hafen, nehme Kurs Richtung Osten, nach Korinth. Unendlich langsam verschwindet Trizonia im Dunst, ich bin wieder einmal alleine.
Der Wind kommt genau gegenan, ich muss Motoren. Den ganzen Tag versuche ich, eine sinnvolle Steuerung für das Schiff zu konstruieren, aber es läuft immer wieder aus dem Ruder. Gegen Abend suche ich mir eine halbwegs geschützte Bucht, bereite mir ein leckeres Mahl zu und versuche dann, den defekten Autopiloten zu reparieren. Beim Aufschrauben desselben trifft mich fast der Schlag: Wassereintritt! Natürlich mag das die Elektronik nicht! Zusätzlich fallen mir abgebrochene Kunststoffteile entgegen – bei der Endmontage dürfte da so einiges schiefgegangen sein. Ich lege das Ding so gut es geht trocken, packe Silikagel dazu und lasse es über Nacht auslüften. Morgen baue ich es dann zusammen, dann weiß ich mehr.
In der Nacht zieht ein Gewitter heran. Grelle Blitze erhellen gespenstisch die umgebende Felskulisse. Der Donner rollt mächtig übers Meer heran, Regen fällt und dämpft etwas die Dünung, die mein Schiff ins Rollen brachte. Das Barometer fällt weiter, wieder einmal steht mir eine unruhige Nacht bevor. Ich kontrolliere nochmals den Anker, stecke alle Kette raus, sichere sie und bereite alles für den Fall vor, dass ich in der Nacht von hier weg muss.
Etmal.: 27sm, Position: N 38°18,83’ / E 022°32,22’
Herzliche Verabschiedung von Natalie, Anja, Lilli, Jürgen, Sigrid und Michael. Wieder einmal lasse ich Menschen zurück, die mir zu Freunden geworden sind. Alles Liebe und Gute nochmals von mir – vielleicht sehen wir uns ja wieder!!
Die Überraschungen beginnen schon beim Wegfahren: Der Elektrostarter meines Motors macht nicht einmal mehr einen Murrer. Strom ist genug da, alle Anschlüsse fest….Na bravo, was ist denn da bloß wieder los? Zum Glück hat der Motor ja noch einen Handstarter. Der Autopilot piepst zaghaft beim Anschließen und tut sonst gar nichts mehr. Supi Gerhard, jetzt kannst den ganzen Tag an der Pinne stehen. Als ich dann das Lot einschalte und nur wirre Stricherln sehe, glaube ich wieder an den Klabautermann… Gut, dann eben nicht, es muss auch so gehen. Jürgen hilft mir beim Ablegen und trötet mir mit seinem Signalhorn zum Abschied nach. Machs gut, alter Junge!! Ein letztes Abschiedswinken noch, dann biege ich aus dem Hafen, nehme Kurs Richtung Osten, nach Korinth. Unendlich langsam verschwindet Trizonia im Dunst, ich bin wieder einmal alleine.
Der Wind kommt genau gegenan, ich muss Motoren. Den ganzen Tag versuche ich, eine sinnvolle Steuerung für das Schiff zu konstruieren, aber es läuft immer wieder aus dem Ruder. Gegen Abend suche ich mir eine halbwegs geschützte Bucht, bereite mir ein leckeres Mahl zu und versuche dann, den defekten Autopiloten zu reparieren. Beim Aufschrauben desselben trifft mich fast der Schlag: Wassereintritt! Natürlich mag das die Elektronik nicht! Zusätzlich fallen mir abgebrochene Kunststoffteile entgegen – bei der Endmontage dürfte da so einiges schiefgegangen sein. Ich lege das Ding so gut es geht trocken, packe Silikagel dazu und lasse es über Nacht auslüften. Morgen baue ich es dann zusammen, dann weiß ich mehr.
In der Nacht zieht ein Gewitter heran. Grelle Blitze erhellen gespenstisch die umgebende Felskulisse. Der Donner rollt mächtig übers Meer heran, Regen fällt und dämpft etwas die Dünung, die mein Schiff ins Rollen brachte. Das Barometer fällt weiter, wieder einmal steht mir eine unruhige Nacht bevor. Ich kontrolliere nochmals den Anker, stecke alle Kette raus, sichere sie und bereite alles für den Fall vor, dass ich in der Nacht von hier weg muss.
Etmal.: 27sm, Position: N 38°18,83’ / E 022°32,22’
Sonntag, 16. November 2008
Zum Abschied nochmals die Insel durchstreift, mich verabschiedet, denn morgen ziehe ich wieder weiter. Genug gesehen von Land und Leute in dieser Gegend. Kilometer in Sachen Kultur haben ich / wir ja reichlich zurückgelegt.
Unvorstellbar für einen Waldviertler: Hier blüht gerade der Rosmarin!
Der Wetterbericht verheißt zwar nichts Gutes, ich möchte aber trotzdem nicht mehr länger warten. Bis zum Kanal muss ich mich halt irgendwie durchkämpfen, in der Ägäis sehe ich dann weiter.
Das Schiff startklar gemacht, Wasser aufgefüllt, Rigg überprüft, Hafenhandbuch studiert, Route festgelegt, Schlechtwetterzeug bereitgelegt.
Jürgen schenkt mir zum Abschied freundlicherweise einen stabilen, äußerst praktischen Wassersack (Schweizer Armee…), da ja das Wasser aus meinem Tank wegen der Geruchsstoffe ausscheidenden Schläuche nicht trinkbar ist.
Unvorstellbar für einen Waldviertler: Hier blüht gerade der Rosmarin!
Der Wetterbericht verheißt zwar nichts Gutes, ich möchte aber trotzdem nicht mehr länger warten. Bis zum Kanal muss ich mich halt irgendwie durchkämpfen, in der Ägäis sehe ich dann weiter.
Das Schiff startklar gemacht, Wasser aufgefüllt, Rigg überprüft, Hafenhandbuch studiert, Route festgelegt, Schlechtwetterzeug bereitgelegt.
Jürgen schenkt mir zum Abschied freundlicherweise einen stabilen, äußerst praktischen Wassersack (Schweizer Armee…), da ja das Wasser aus meinem Tank wegen der Geruchsstoffe ausscheidenden Schläuche nicht trinkbar ist.
Samstag, 15. November 2008
Das Wetter schlägt um, in der Nacht zieht ein heftiges Gewitter durch, es regnet stark, der Wind aus Osten frischt auf, weiße Kronen bilden sich auf den Wellen.
Die Olivenernte setzt nun ein – Mitte November! Vermehrt strömen zu diesem Zweck Menschen auf die Insel, darunter Gastarbeiter aus Albanien, Bulgarien etc.
An den Straßenrändern sieht man auch noch Orangenbäume, voll mit nun fast reifen Früchten.
In Navpaktos verzweifelt (und umsonst…) versucht, einen Ersatz für meinen defekten Laptop – Akku und meinen W – Lan Verstärker zu bekommen. Chancenlos….
Nachtrag: Meine Angabe vom 08.11., dass in ITEA Bauxit abgebaut wird, ist falsch. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um Eisenerz, genauer gesagt um dunkelroten Hämatit. Sorry für die Falschmeldung….
Die Olivenernte setzt nun ein – Mitte November! Vermehrt strömen zu diesem Zweck Menschen auf die Insel, darunter Gastarbeiter aus Albanien, Bulgarien etc.
An den Straßenrändern sieht man auch noch Orangenbäume, voll mit nun fast reifen Früchten.
In Navpaktos verzweifelt (und umsonst…) versucht, einen Ersatz für meinen defekten Laptop – Akku und meinen W – Lan Verstärker zu bekommen. Chancenlos….
Nachtrag: Meine Angabe vom 08.11., dass in ITEA Bauxit abgebaut wird, ist falsch. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um Eisenerz, genauer gesagt um dunkelroten Hämatit. Sorry für die Falschmeldung….
Freitag, 14. November 2008
Großreinemachen - da das Wetter nicht besonders war: Alles rausgeräumt, Matratzen gelüftet und geklopft, Laden feucht rausgewischt, einen ausgeborgten Staubsauger eingesetzt, usw. Das Ladegut mit neuer Strategie gefinkelter verstaut, um damit a) das Ladevolumen besser ausnützen zu können und b) die Schwerpunktlage positiv zu verändern.
Die Insel wieder durchwandert, schön langsam kenne ich sie auswendig….
Die Insel wieder durchwandert, schön langsam kenne ich sie auswendig….
Donnerstag, 13. November 2008
Heute wollen Jürgen und ich Gebrauchtschiffe in PREVEZA anschauen. Mit der acht Uhr Fähre ging es ans Festland. Mit seinem altehrwürdigen VW Passat ging es – nunmehr mit neuer Batterie und daher ohne Anschieben!! – Richtung Norden los. Unterwegs holten wir Angebote für „Facnor“ Großsegel - Rollanlagen ein. Das Ergebnis war ernüchternd: Für Jürgens „Comet“ würden die Kosten bei 5.300,- €, für meine 22er bei 2.500,- € liegen. Mit Segel, ohne Montage. Beide ließen wir daraufhin das Vorhaben eines Umbaues fallen….
Nach einer abenteuerlichen Fahrt dann die nächste Ernüchterung: In den Marinas rund um Preveza wurden nur sehr wenige Schiffe zum Verkauf angeboten, für mich war überhaupt nichts Brauchbares dabei. Müde und enttäuscht kehrten wir wieder um und versuchten, die letzte Fähre, welche um 19:15 nach Trizonia abfuhr, zu erreichen. Wie üblich, wenn man es eilig hat, spielte ein Teil der anderen Verkehrsteilnehmer dabei nicht mit…. Habe ich schon einmal erwähnt, dass die meisten Griechen genauso gut Auto fahren können wie jodeln? Alleine in Navpaktos begegneten wir in einem Zeitraum von ca. fünfzehn Minuten drei Autos und vier Motorräder ohne Licht. In stockdunkler Nacht natürlich…. Der Urahn aller Passats und Jürgen gaben ihr Letztes, um die Fähre doch noch zu erreichen. Um 19:20 blockten wir den Kapitän derselben, der gerade mit seinem Pkw in den Feierabend entfleuchen wollte, elegant ab. Der war natürlich stinksauer, wegen uns beiden noch eine Tour fahren zu müssen. Sorry Sportsfreund, aber so konnten wir doch noch in unseren eigenen Betten schlafen und mussten uns nicht in den unbequemen Liegesitzen eines kalten Pkws abquälen…
Nach einer abenteuerlichen Fahrt dann die nächste Ernüchterung: In den Marinas rund um Preveza wurden nur sehr wenige Schiffe zum Verkauf angeboten, für mich war überhaupt nichts Brauchbares dabei. Müde und enttäuscht kehrten wir wieder um und versuchten, die letzte Fähre, welche um 19:15 nach Trizonia abfuhr, zu erreichen. Wie üblich, wenn man es eilig hat, spielte ein Teil der anderen Verkehrsteilnehmer dabei nicht mit…. Habe ich schon einmal erwähnt, dass die meisten Griechen genauso gut Auto fahren können wie jodeln? Alleine in Navpaktos begegneten wir in einem Zeitraum von ca. fünfzehn Minuten drei Autos und vier Motorräder ohne Licht. In stockdunkler Nacht natürlich…. Der Urahn aller Passats und Jürgen gaben ihr Letztes, um die Fähre doch noch zu erreichen. Um 19:20 blockten wir den Kapitän derselben, der gerade mit seinem Pkw in den Feierabend entfleuchen wollte, elegant ab. Der war natürlich stinksauer, wegen uns beiden noch eine Tour fahren zu müssen. Sorry Sportsfreund, aber so konnten wir doch noch in unseren eigenen Betten schlafen und mussten uns nicht in den unbequemen Liegesitzen eines kalten Pkws abquälen…
Mittwoch, 12. November 2008
Ruhige, ungestörte Nacht, der Wind hat auf Westen gedreht. Jürgen hat ein Problem mit einem undichten Dieselfilter seines „Yanmar“ Einbaudieselmotors, ich helfe ihm bei der Reparatur bzw. Umbau. Wer sich hier in der „Abgeschiedenheit“ nicht zu helfen weiß, oder keine Ersatzteile / Werkzeug dabei hat, ist arm dran.
Heute briet ich mir ein Festessen: Dorade natur, in Olivenöl cross gebraten, abgeschmeckt mit italienischen Kräutern, Rosmarin (der wächst hier in guter Qualität wild) und einem Hauch von Knoblauch, garniert mit grob gehacktem Zwiebel. Als Nachspeise Joghurt mit Honig und (in Ermangelung an Walnüssen) Haselnüssen, als Abschluss ein Häferl guten Kaffee, dazu Musik von den „Dire Straits“ und strahlender Sonnenschein. Ruhe herrschte im Hafen, das Meer lag spiegelglatt vor mir. Herz, was willst du mehr….
Heute briet ich mir ein Festessen: Dorade natur, in Olivenöl cross gebraten, abgeschmeckt mit italienischen Kräutern, Rosmarin (der wächst hier in guter Qualität wild) und einem Hauch von Knoblauch, garniert mit grob gehacktem Zwiebel. Als Nachspeise Joghurt mit Honig und (in Ermangelung an Walnüssen) Haselnüssen, als Abschluss ein Häferl guten Kaffee, dazu Musik von den „Dire Straits“ und strahlender Sonnenschein. Ruhe herrschte im Hafen, das Meer lag spiegelglatt vor mir. Herz, was willst du mehr….
Dienstag, 11. November 2008
Siegrid und Michael, Jürgen und Natalie mit den beiden Kindern und ich starten zu einer Einkaufsfahrt mit dem Wohnmobil nach NAVPAKTOS und PATRAS. Nachdem die Überquerung der Hängebrücke richtig Geld kostet, fuhren wir mit der Fähre. In Griechenland mit einem Wohnmobil auf eine Fähre zu fahren ist eines der letzten Abenteuer unserer Zeit…Ein freundlicher Motorradfahrer brachte uns auf den rechten Weg zurück, als wir uns verfahren haben. Der Verkehr in dieser Stadt ist auch nicht zu verachten. Die vielen in zweiter Spur parkenden Fahrzeuge (darunter auch wir…) verursachen so manchen Stau. Vollbepackt mit Gasflaschen, Benzinkanistern, Sackerln und gefüllten Rucksäcken kamen wir zurück. Ich leistete mir einen Mopp zur Schiffsreinigung und andere verschiedene Kleinigkeiten, die das Leben eines Hausmannes erleichtern sollen. Ein Brocken Feta – Käse, wiederum zum Einlegen in Olivenöl mit verschiedenen Kräutern (diesmal ohne Zwiebel) und Oliven, Drei Kübelchen Joghurt (angerichtet entweder süß mit Honig oder Marmelade, alternativ pikant mit Kräutern, Zwiebel, Knoblauch und Oliven), ein traumhaft gutes Roggenbrot aus einer „Geheimtippbäckerei“, sowie als Hauptgericht eine Frischgefangene Dorade kamen ebenfalls mit. Die backen hier große Laibe von besagtem Roggenbrot, du zeigst mit den Fingern wie viel du davon haben willst, und das Stück wird dann abgesäbelt. Auch der Joghurt, der hier angeboten wird, ist sehr zu empfehlen. Kein Vergleich zu dem wässrigen Produkt gleichen Namens meiner alten Heimat. In Lokalen wird er mit Honig und Walnüssen oder garniert mit Früchten der Saison angeboten. Einfach lecker! Beim Obst konnte ich auch nicht widerstehen, Mango, Avocado, Birnen und Bananen waren in sehr guter Qualität vorhanden, da musste ich einfach zuschlagen…
Montag, 10. November 2008
Das Wetter hat sich nun verschlechtert, auch hier an der Küste. Der Wind bläst aus Osten, also wieder einmal aus der Richtung, in die ich will. Zum Glück bin ich zeitlich unabhängig! Ich habe wieder einmal einen Faulenzertag eingelegt, bin gewandert und ein bisschen ins Wasser gegangen, bei Natalie und Jürgen faul rumgehangen, bei Kerzenlicht gelesen und Musik aus längst vergangenen Tagen angehört. Da sind die alten Zeiten wieder einmal auferstanden…..
Sonntag, 9. November 2008
Von den Meteoraklöstern nach Trizonia
In der Nacht ist dann eine Katze, wahrscheinlich auf der Flucht, voll an das Wohnmobil angedonnert. Der Bumser war gewaltig. Ich stand, wieder einmal „Habt acht“ im Bett. Das arme Tier jammerte dann noch eine Weile unter dem Fahrzeug. Als ich dann nachschauen ging schlich es sich, scheinbar unverletzt, davon. Nochmals Glück gehabt, Schmusetiger! Man glaubt es kaum, aber in Griechenland, das (sorry, aber es stimmt leider) im Müll fast erstickt, kommt am Sonntag (!!!) ganz zeitig in der Früh die (ziemlich laute…) Müllabfuhr! Ich erwähne nur der Ordnung halber, dass hinter unserem Wohnmobil zwei zu leerende Müllcontainer standen….
Wir gönnten uns ein Frühstück in einem Cafe und machten uns dann auf, die Klöster zu besuchen und die Landschaft zu bewundern. Leider machte uns das Wetter dabei einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: Der Nebel wurde immer dichter und hing ganz tief. Wir besichtigten das Kloster AGIA TRIADA hoch oben auf einer Felsnadel, welches nur über abenteuerlich in den Fels geschlagene Stufen zu erreichen ist. Früher stiegen hier die Mönche nur mit Seilen und Leitern hoch! Weiter ging es zu AGIOS STEPHANOS, wo wir die Besichtigungstour aber abbrachen. Es begann nämlich zusätzlich noch zu regnen, es bestand auch keine Aussicht auf Wetterbesserung. Ohne die atemberaubende Felskulisse zu sehen (ich kenne sie daher leider nur vom Prospekt…) macht die Tour wenig bis gar keinen Sinn. Schweren Herzens kehrten wir um und machten uns auf den Rückweg, der ohne gröbere Zwischenfälle verlief. In GALAXIDI legten wir einen Zwischenstopp ein. Hier trafen wir zufällig Susanne und Alexander aus Deutschland wieder, welche mit ihrer „STELLA“, einer Amel Maramu, auf dem Weg Richtung Ägäis sind - sie lagen vorher wie wir in TRIZONIA. Wir halfen ihnen beim Umlegen des Schiffes und machten uns dann wieder auf die Socken, um die Kleinfähre auf die Insel noch zu erwischen, was uns dann auch knapp gelang.
Wir gönnten uns ein Frühstück in einem Cafe und machten uns dann auf, die Klöster zu besuchen und die Landschaft zu bewundern. Leider machte uns das Wetter dabei einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: Der Nebel wurde immer dichter und hing ganz tief. Wir besichtigten das Kloster AGIA TRIADA hoch oben auf einer Felsnadel, welches nur über abenteuerlich in den Fels geschlagene Stufen zu erreichen ist. Früher stiegen hier die Mönche nur mit Seilen und Leitern hoch! Weiter ging es zu AGIOS STEPHANOS, wo wir die Besichtigungstour aber abbrachen. Es begann nämlich zusätzlich noch zu regnen, es bestand auch keine Aussicht auf Wetterbesserung. Ohne die atemberaubende Felskulisse zu sehen (ich kenne sie daher leider nur vom Prospekt…) macht die Tour wenig bis gar keinen Sinn. Schweren Herzens kehrten wir um und machten uns auf den Rückweg, der ohne gröbere Zwischenfälle verlief. In GALAXIDI legten wir einen Zwischenstopp ein. Hier trafen wir zufällig Susanne und Alexander aus Deutschland wieder, welche mit ihrer „STELLA“, einer Amel Maramu, auf dem Weg Richtung Ägäis sind - sie lagen vorher wie wir in TRIZONIA. Wir halfen ihnen beim Umlegen des Schiffes und machten uns dann wieder auf die Socken, um die Kleinfähre auf die Insel noch zu erwischen, was uns dann auch knapp gelang.
Samstag, 8. November 2008
Über Delphi zu den Meteoraklöstern
Ich hatte den Wecker falsch gestellt, da ich im Handy noch die österreichische Zeit eingespeichert habe und dieses als Wecker verwendet hatte. Dadurch entstand leichter Stress an Bord, denn die Kleinfähre wartet nicht….. Jürgen war schon bereit, die Fähre kam pünktlich, die Reise konnte beginnen. Das Wohnmobil sprang auch problemlos an, leider stank es darin gottfürchterlich. Anfangs konnten wir die Ursache dafür nicht finden. Bei der nächsten Tankstelle kauften wir eine Straßenkarte von Griechenland. Leider übersahen wir dabei, dass man uns eine schon lange nicht mehr aktuelle angedreht hatte. Das sollte noch Folgen haben.... Über GALAXIDI ging es der Küste entlang Richtung Osten. Diese Straße ähnelt der Küstenstrasse im ehemaligen Jugoslawien sehr, im Zustand ebenso wie mit all ihren Gefahren. In den Bergen herrscht akute Steinschlaggefahr, da sie extrem schlecht bis gar nicht gesichert ist und das Gestein nicht besonders homogen erscheint. Bei ITEA wird intensiv Bergbau betrieben. Bauxit wird hier Unter- u. Obertage abgebaut, der rote Staub liegt wie ein blutrotes Leichentuch über der ganzen Gegend. Nach der Stadt dehnen sich in einer fruchtbaren Tiefebene weit ausgedehnte Olivenhaine aus. Wir schraubten uns die Berge nach DELPHI hoch, zum berühmten Orakel. Darunter muss man sich eine Vielzahl von Jahrtausendealten Weihetempeln, aus Dankbarkeit errichtete Schatzhäuser, Statuen, einem Theater und einem Stadion, also eine terassenförmig angelegte Weihe-, Bet-, Meditations- und Denkstätte auf engem Raum, in einer Schlucht des PARNASSOS – Gebirges vorstellen, welches eine sehr beeindruckende Hintergrundkulisse bietet. Wir kamen zeitig an, hatten daher das Areal fast für uns alleine. Strategisch verteilt saß in kleinen grauen Wachhäuschen Sicherheitspersonal, welches mit Argusaugen streng darüber wachte, dass sich der österreichische Tourist ja nicht mit einer Steinssäule unterm Arm davonschlich…. Beim Apollon – Tempel, wo einstens über der Orakelöffnung der Dreifuß der Pythia stand, stellte ich dem Orakel dann meine Frage: „Liebes Orakel, ich komme in friedlicher Absicht nach einer beschwerlichen Reise mit abenteuerlichen Fahrzeugen aus einem fernen Land weit aus dem Norden her, habe neun Euro Eintritt bezahlt und erwarte nun von dir eine Antwort auf meine Frage: Glaubst du, dass eine resche dunkelhaarige, ungefähr vierzigjährige Frau, mit einem neuwertigen und hochseetüchtigen Segelschiff, sowie einem gutgefüllten Bankkonto in mein Leben treten und sich unsterblich in mich verlieben wird?“ Ich bekam keine Antwort, vernahm aber ganz deutlich Geräusche, so, als wenn sich jemand vor Lachen auf dem Boden wälzen würde….Na gut, dann eben nicht. Vielleicht verstand das Orakel ja bloß meine Sprache nicht. Soll niemand sagen, ich hätte es nicht probiert. Als wir dann aus dem Museum kamen, fielen gerade die Busse mit den Touristen ein. Glück gehabt. Im Ort kaufte ich dann kurzerhand einen Deospray (Duftnote Aloe Vera), um den Gestank im Wohnmobil zu überdecken. Daraufhin bekam Jürgen einen mittleren Asthmaanfall, da ich es mit der Dosis, zumindest seiner Meinung nach, leicht übertrieben hatte. Weiter ging es dann durchs Gebirge Richtung THERMOPYLEN – Pass am Fuß des KALLIDROMOS, wo, wie wir ja alle noch aus dem Geschichtsunterricht wissen, 480 v.Chr. der Spartanerkönig LEONIDAS dem militärisch weit überlegenen Perserkönig XERXES so lange Widerstand leistete, bis das griechische Heer in Sicherheit war. Auf diese Schlacht bezieht sich der berühmte Spruch: „Wanderer, kommst du nach Sparta, verkünde dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.“ Nachdem ich wusste, dass auf dem ehemaligen Schlachtfeld nur ein Denkmal und eine Tafel zu finden war, fuhren wir mit dem Ziel METEORAKLÖSTER daran vorbei. Hier kommt nun die veraltete Straßenkarte wieder ins Spiel: Auf dieser war nämlich jene Autobahn, auf der wir uns plötzlich befanden, nicht eingezeichnet. So lernten wir, für uns ziemlich überraschend und ungewollt, die ägäische Küste bis kurz vor VOLOS kennen…. Wir durchquerten halb THESSALIEN, eine große, fruchtbare Ebene, welche landwirtschaftlich intensiv genutzt wird, unter anderem durch Baumwollanbau. Bei einer Rastpause fand Jürgen dann die Quelle des unerträglichen Gestankes: Ein im Kühlschrank vergessener Schaf- oder Ziegenkäse war der Übeltäter….. Gegen Abend kamen wir, trotz des beachtlichen Umweges, wohlbehalten in KALLABAKA an, welches am Fuße der hoch aufragenden und steilen Felsen, die von den berühmten METEORAKLÖSTER gekrönt sind, liegt. Nebelschwaden zogen vorbei und gaben den schwach beleuchteten, senkrecht aufsteigenden Felswänden ein mystisches, geheimnisvolles Aussehen. Wir durchstreiften den stark touristisch geprägten Ort und suchten uns in einer Nebenstraße ein, wie wir glaubten, ruhiges Schlafplätzchen…..
Freitag, 7. November 2008
Ungestörte Nacht, bewölkt, es hat etwas abgekühlt. Ich habe die Wäsche nochmals rausgehängt, sie ist gestern nicht ganz trocken geworden. Das Schiff durchgecheckt und richtig versorgt, da ich ja ein paar Tage weg sein werde. Kleinere Reparaturen und Verbesserungen am Schiff durchgeführt. Ich bin am Überlegen, ob ich mir nicht eine Facnor – Rollanlage für das Großsegel leisten soll. Die Segeleigenschaften würden sich zwar dadurch wahrscheinlich etwas verschlechtern, der Sicherheitsgewinn wäre aber enorm: Zum Setzen und Reffen würde ich dann nicht mehr auf dem Vorschiff herumturnen müssen, das bei Wind und Welle immer ein permanentes Sicherheitsrisiko darstellt. Das lästige Auftuchen des Segels, das mir ganz besonders auf die Nerven geht, würde auch wegfallen. Die Eigner, die eine solche Anlage fahren, äußerten sich darüber bis jetzt durch die Bank positiv. In Levkas wäre eine Facnor – Vertretung, mal sehen……
Das Duschen an der Wasserzapfstelle hier ist so eine Sache für sich: In Ermangelung an etwas anderem hänge ich den Wasserschlauch einfach auf die Äste des daneben stehenden Tamariskenbaumes und schon geht’s los. An kaltes Wasser bin ich ja nun schon lange genug gewöhnt. Es ist immer noch ungewohnt für mich, im November im Meer zu schwimmen und nackt im Freien mit kaltem Wasser zu duschen.
Tamarisken machen übrigens eine Menge Dreck, ähnlich wie bei uns die Birken.
Das Duschen an der Wasserzapfstelle hier ist so eine Sache für sich: In Ermangelung an etwas anderem hänge ich den Wasserschlauch einfach auf die Äste des daneben stehenden Tamariskenbaumes und schon geht’s los. An kaltes Wasser bin ich ja nun schon lange genug gewöhnt. Es ist immer noch ungewohnt für mich, im November im Meer zu schwimmen und nackt im Freien mit kaltem Wasser zu duschen.
Tamarisken machen übrigens eine Menge Dreck, ähnlich wie bei uns die Birken.
Donnerstag, 6. November 2008
Am Abend laufen bei einigen Yachten diese Schxxx Stromaggregate stundenlang. Oft noch dazu diese billigen, luftgekühlten Baumarktdinger, welche einen Höllenkrach machen. Bloß damit diese Idioten fernsehen und ihre Gefriertruhen betreiben können. Einer hat sogar eine Satellitenschüssel an der Mole angedübelt. Achtzig Zentimeter Durchmesser und knallgelb….. Das sind keine Segler sondern Schrebergärtner. Irgendwann versenke ich noch so eine Krachmaschine.
Ansonsten eine ungestörte Nacht. Bis auf ein paar Katzen, die auf mein Dach gesprungen sind und das Schiff erkundet haben. Aber so was kann mich nicht wirklich stören.
Wir haben probiert, das „Bananaboot“ auf meinem Schiff zu verstauen, dazu ist es aber viel zu groß, daher wird es mit dem Deal leider nichts.
Heute die große Wäsche erledigt. Diesmal ging es leicht, da Natalie bei Reinhard eine Waschmaschine stehen hat. Die Buntwäsche habe ich mit der Hand und dem Lavoir erledigt. Mein Schiff war anschließend wie „über die Toppen“ beflaggt, ein lustiger Anblick, wenn die bunte Wäsche im Wind flattert!
Nachmittags in die „Bottle Beach“ gepilgert, um den sechsten Geburtstag von Jürgen und Natalies Tochter mit Lagerfeuer und Grillwürstel zu feiern. Es war erstaunlich, wie viel Hitze die Steine nach dem Löschen der Glut gespeichert hatten. Auch nachdem wir ziemlich viel Wasser darüber geschüttet hatten, stieg immer noch Wasserdampf auf.
Ansonsten eine ungestörte Nacht. Bis auf ein paar Katzen, die auf mein Dach gesprungen sind und das Schiff erkundet haben. Aber so was kann mich nicht wirklich stören.
Wir haben probiert, das „Bananaboot“ auf meinem Schiff zu verstauen, dazu ist es aber viel zu groß, daher wird es mit dem Deal leider nichts.
Heute die große Wäsche erledigt. Diesmal ging es leicht, da Natalie bei Reinhard eine Waschmaschine stehen hat. Die Buntwäsche habe ich mit der Hand und dem Lavoir erledigt. Mein Schiff war anschließend wie „über die Toppen“ beflaggt, ein lustiger Anblick, wenn die bunte Wäsche im Wind flattert!
Nachmittags in die „Bottle Beach“ gepilgert, um den sechsten Geburtstag von Jürgen und Natalies Tochter mit Lagerfeuer und Grillwürstel zu feiern. Es war erstaunlich, wie viel Hitze die Steine nach dem Löschen der Glut gespeichert hatten. Auch nachdem wir ziemlich viel Wasser darüber geschüttet hatten, stieg immer noch Wasserdampf auf.
Mittwoch, 5. November 2008
Ungestörte Nacht, kein Wind, warm aber bewölkt. in der Früh müssen zwei Fischer unbedingt neben meinem Schiff ihrem blutigen Handwerk nachgehen….
Ich verlege mein Schiff in eine geschützte Ecke des Hafens, da wir (Jürgen, Natalie und ich) beschlossen haben, bald mit einem Campingbus nach DELPHI (Orakel…) und zu den METEORAKLÖSTERN (vielen bekannt aus einem James – Bond Film…) zu fahren. Da dies ein mehrtägiger Ausflug werden wird, ist ein sicherer Liegeplatz ein klarer Vorteil. Noch dazu liegt Michael gleich nebenan, der ein Auge auf SANDPIPER haben wird.
Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich heute in ein „Bananaboot“, jenes von Jürgens, gestiegen. Der Eindruck, den ich davon hatte, war nicht einmal schlecht: An die Weichheit und Verwindung des Bootes gewöhnt man sich schnell, der Aufbau scheint logisch durchdacht und einfach zu sein. Noch dazu war es mit einer Art Lateinersegel besegelt. Das Ding gewann sogar Raum nach Luv, obwohl es nur zwei relativ kleine Drehschwerter hat. Falls dieses Klapp / Faltboot an meine Reling passt, kommen wir ins Geschäft. Jürgens hat nämlich sein begehrliches Auge auf meinen kleinen Honda - Stromgenerator als ein für ihn geeignetes Tauschobjekt geworfen, der bei mir bis jetzt noch nicht zum Einsatz gekommen ist, da mein Solarpaneel und der Motor den Strombedarf bisher problemlos abdecken konnten.
Die Insel auf anderen Pfaden durchstreift, schwimmen gewesen, relaxt. Natalie hat mich wieder verköstigt, schaut, dass ich nicht vom Fleisch falle.
Bei meinem Navtex - Gerät bekomme ich in dieser Gegend den Sender Kerkyra, der für dieses Gebiet zuständig wäre, leider nicht herein. Da ich hier aber Internetzugang habe, hole ich mir den aktuellen Wetterbericht eben von dort…..
Ich verlege mein Schiff in eine geschützte Ecke des Hafens, da wir (Jürgen, Natalie und ich) beschlossen haben, bald mit einem Campingbus nach DELPHI (Orakel…) und zu den METEORAKLÖSTERN (vielen bekannt aus einem James – Bond Film…) zu fahren. Da dies ein mehrtägiger Ausflug werden wird, ist ein sicherer Liegeplatz ein klarer Vorteil. Noch dazu liegt Michael gleich nebenan, der ein Auge auf SANDPIPER haben wird.
Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich heute in ein „Bananaboot“, jenes von Jürgens, gestiegen. Der Eindruck, den ich davon hatte, war nicht einmal schlecht: An die Weichheit und Verwindung des Bootes gewöhnt man sich schnell, der Aufbau scheint logisch durchdacht und einfach zu sein. Noch dazu war es mit einer Art Lateinersegel besegelt. Das Ding gewann sogar Raum nach Luv, obwohl es nur zwei relativ kleine Drehschwerter hat. Falls dieses Klapp / Faltboot an meine Reling passt, kommen wir ins Geschäft. Jürgens hat nämlich sein begehrliches Auge auf meinen kleinen Honda - Stromgenerator als ein für ihn geeignetes Tauschobjekt geworfen, der bei mir bis jetzt noch nicht zum Einsatz gekommen ist, da mein Solarpaneel und der Motor den Strombedarf bisher problemlos abdecken konnten.
Die Insel auf anderen Pfaden durchstreift, schwimmen gewesen, relaxt. Natalie hat mich wieder verköstigt, schaut, dass ich nicht vom Fleisch falle.
Bei meinem Navtex - Gerät bekomme ich in dieser Gegend den Sender Kerkyra, der für dieses Gebiet zuständig wäre, leider nicht herein. Da ich hier aber Internetzugang habe, hole ich mir den aktuellen Wetterbericht eben von dort…..
Dienstag, 4. November 2008
Wieder ein herrlicher Tag. Ich durchstreife die Insel auf mehreren Pfaden, bewundere die uralten, knorrigen Olivenbäume und die Vielzahl der Blumen. Besagte Olivenbäume sind noch nicht abgeerntet, auch die Orangen – u. Zitronenbäumchen tragen noch ihre Früchte – und das um diese Jahreszeit!!! Die Erde hier ist tiefrot und fruchtbar. Ich finde meinen rein persönlichen Strand, welcher abgeschieden, nur zu Fuß erreichbar, liegt und aus kleinen, roten Kieselsteinen besteht. Ich genieße das glasklare Wasser auf der Haut, die Ruhe und den Ausblick auf die umliegenden Berge. Leise umplätschern mich die Wellen, ich lege mich auf den Rücken, lasse mich treiben und bin glücklich. Die Sonne und der warme Wind trocknen mich dann rasch wieder, ich benötige nicht einmal ein Badetuch. Sehr gut, denn ich hatte sowieso keines mit. Auf dem Rückweg kann ich der Versuchung nicht widerstehen, die Frucht einer Opuntia, versus „Ohrwaschelkaktus“, zu verzehren. Die Opuntien sind eine sukkulente Pflanzengattung aus der Familie der Kakteengewächse – Cactaceae - die hier in Kolonien wachsen und mannshoch werden. Diese Früchte werden als Frischobst verzehrt, die jungen und noch weichen Triebabschnitte werden als Gemüse gegessen. Es handelt sich hierbei um eine vielseitig nutzbare Pflanze, Speiseeis und Fruchtsäfte werden z.B. damit – rot - gefärbt, auch für die Herstellung pharmazeutischer und kosmetischer Produkte und als Futtermittel wird sie eingesetzt. Was war der Enderfolg? Die nächste Stunde verbrachte ich dann damit, die haarfeinen Stacheln aus meinen Lippen, der Zunge und meinen Fingern zu entfernen…. Erst später erfuhr ich von Jürgen, wie man diese Frucht gefahrlos verzehren kann – da hatte ich aber keinen Appetit mehr darauf. Geschmacklich war sie jedenfalls nicht schlecht, erinnerte mich etwas an Granatäpfel. Die haben ebenso viele Kerne.
Ich schneide den frisch gekauften Feta (Das ist ein Schafskäse - teilweise auch Ziegenkäse - der in Salzlake gereift wurde und einen recht intensiven Geschmack hat) in kleine Würfel, lege ihn in Olivenöl, welches ich mit Knoblauch, Rosmarin, Oliven, einem Hauch Oregano und Pfefferkörner abgeschmeckt habe, ein, um ihn haltbar zu machen. Leider machte ich den Fehler, eine zerkleinerte Zwiebel beizufügen. Dieser wird zu gären beginnen, daher wird die Haltbarkeit nicht allzu lange sein.
Zum Abendessen bin ich freundlicherweise bei Natalie und Jürgen eingeladen, wir tauschen Software aus, unsere Laptops rauchen schon vom vielen CD – Brennen.
Der Mond steht schon als Sichel hoch am Himmel, es ist windstill, SANDPIPER liegt sicher und einsam an der großen Mole, sanft beleuchtet von den Laternen, die Wundersamerweise seit einiger Zeit brennen.
Das war einer jener Tage, an dem die Seele baumelte. Hoffentlich folgen diesem noch viele ebensolche…..
Ich schneide den frisch gekauften Feta (Das ist ein Schafskäse - teilweise auch Ziegenkäse - der in Salzlake gereift wurde und einen recht intensiven Geschmack hat) in kleine Würfel, lege ihn in Olivenöl, welches ich mit Knoblauch, Rosmarin, Oliven, einem Hauch Oregano und Pfefferkörner abgeschmeckt habe, ein, um ihn haltbar zu machen. Leider machte ich den Fehler, eine zerkleinerte Zwiebel beizufügen. Dieser wird zu gären beginnen, daher wird die Haltbarkeit nicht allzu lange sein.
Zum Abendessen bin ich freundlicherweise bei Natalie und Jürgen eingeladen, wir tauschen Software aus, unsere Laptops rauchen schon vom vielen CD – Brennen.
Der Mond steht schon als Sichel hoch am Himmel, es ist windstill, SANDPIPER liegt sicher und einsam an der großen Mole, sanft beleuchtet von den Laternen, die Wundersamerweise seit einiger Zeit brennen.
Das war einer jener Tage, an dem die Seele baumelte. Hoffentlich folgen diesem noch viele ebensolche…..
Montag, 3. November 2008
Der Wind ist in der Nacht eingeschlafen, die österreichische Yacht kann nun gefahrlos Ablegen und Richtung Ithaka auslaufen. Vorher werde ich von ihnen noch für meine Bemühungen zu einem reichhaltigen Frühstück eingeladen. Dann: Wieder einmal ein Abschied….. Lebt wohl und allzeit gute Fahrt, war schön, Euch kennen gelernt zu haben!
Jürgen hat ein Auto, welches um die siebenhunderttausend Kilometer auf dem Buckel haben soll. Mir schwant übles… Es steht unmittelbar neben der Fähranlegestelle am Festland, seine Batterie ist allerdings leer…. Eine Kleinfähre, so eine Art „Taxiboot“ bringt uns ans Festland. Mit von der Partie sind noch Michael und ein Grieche, welche zum Einkaufen mitfahren. Ein freundlicher Autofahrer gibt uns Starthilfe, und schon geht’s, mit leeren Kanistern und vollen Einkaufslisten, Richtung NAVPAKTOS zum Shopping. Undefinierbare Geräusche aus dem Antriebsstrang scheinen den Fahrer nicht sonderlich zu beunruhigen, die Bremsen funktionieren anscheinend so halbwegs. Trotzdem setze ich mich nach hinten, sicher ist sicher….
Anzumerken ist, dass in dieser Gegend Griechenlands alles, und zwar wirklich alles, ausschließlich mit griechischen Schriftzeichen beschriftet ist, und anscheinend sehr, sehr wenig englisch verstanden wird…..
Was soll ich euch sagen: Wir parken in der Stadt strategisch so clever, dass der Bus nicht vorbei kann, die noch immer leere Batterie kann den Wagen nicht starten, wir schieben an, nicht das einzige Mal…. Zum Glück springt die Karre gleich an, deutsche Wertarbeit eben. Wir stürmen einen griechischen „Lidl“, nachdem wir das altehrwürdige Fahrzeug, zum Anschieben strategisch günstig, eingeparkt haben. Unseren griechischen Mitfahrer haben wir zwischenzeitlich bei einem Amt aussteigen lassen und nachher nicht mehr gefunden. (Er ist dann mit dem Bus zurückgefahren und vor uns zurückgekommen….)
Noch die billigste Tankstelle gesucht, die Kanister befüllt und raus aus dem Hexenkessel. In einer griechischen Stadt Auto zu fahren ist ein besonderes Erlebnis. Jeder österreichische Streifenpolizist würde dort innerhalb kürzester Zeit einen Nervenzusammenbruch erleiden.
Bei der Rückfahrt gönnten wir uns bei so einer Art griechischem Würstelstandel Souflakis, die hervorragend schmeckten. Anschließend sprang das anscheinend unverwüstliche Fahrzeug zu meiner Überraschung an und brachte uns wohlbehalten zurück. Mit unseren Kanistern, Taschen und Sackerln standen wir dann wie Flüchtlinge am Kai. Somit ist doch noch alles gut gegangen, ein abwechslungsreicher und wunderschöner Tag geht seinem Ende zu.
Jürgen hat ein Auto, welches um die siebenhunderttausend Kilometer auf dem Buckel haben soll. Mir schwant übles… Es steht unmittelbar neben der Fähranlegestelle am Festland, seine Batterie ist allerdings leer…. Eine Kleinfähre, so eine Art „Taxiboot“ bringt uns ans Festland. Mit von der Partie sind noch Michael und ein Grieche, welche zum Einkaufen mitfahren. Ein freundlicher Autofahrer gibt uns Starthilfe, und schon geht’s, mit leeren Kanistern und vollen Einkaufslisten, Richtung NAVPAKTOS zum Shopping. Undefinierbare Geräusche aus dem Antriebsstrang scheinen den Fahrer nicht sonderlich zu beunruhigen, die Bremsen funktionieren anscheinend so halbwegs. Trotzdem setze ich mich nach hinten, sicher ist sicher….
Anzumerken ist, dass in dieser Gegend Griechenlands alles, und zwar wirklich alles, ausschließlich mit griechischen Schriftzeichen beschriftet ist, und anscheinend sehr, sehr wenig englisch verstanden wird…..
Was soll ich euch sagen: Wir parken in der Stadt strategisch so clever, dass der Bus nicht vorbei kann, die noch immer leere Batterie kann den Wagen nicht starten, wir schieben an, nicht das einzige Mal…. Zum Glück springt die Karre gleich an, deutsche Wertarbeit eben. Wir stürmen einen griechischen „Lidl“, nachdem wir das altehrwürdige Fahrzeug, zum Anschieben strategisch günstig, eingeparkt haben. Unseren griechischen Mitfahrer haben wir zwischenzeitlich bei einem Amt aussteigen lassen und nachher nicht mehr gefunden. (Er ist dann mit dem Bus zurückgefahren und vor uns zurückgekommen….)
Noch die billigste Tankstelle gesucht, die Kanister befüllt und raus aus dem Hexenkessel. In einer griechischen Stadt Auto zu fahren ist ein besonderes Erlebnis. Jeder österreichische Streifenpolizist würde dort innerhalb kürzester Zeit einen Nervenzusammenbruch erleiden.
Bei der Rückfahrt gönnten wir uns bei so einer Art griechischem Würstelstandel Souflakis, die hervorragend schmeckten. Anschließend sprang das anscheinend unverwüstliche Fahrzeug zu meiner Überraschung an und brachte uns wohlbehalten zurück. Mit unseren Kanistern, Taschen und Sackerln standen wir dann wie Flüchtlinge am Kai. Somit ist doch noch alles gut gegangen, ein abwechslungsreicher und wunderschöner Tag geht seinem Ende zu.
Sonntag, 2. November 2008
In der Nacht nimmt der Wind aus Westen zu, drückt uns ganz schön an die Kaimauer, ich positioniere alle Fender taktisch richtig und habe eine ruhige Nacht. Am Morgen helfe ich einem Griechen beim Ablegen, indem ich dessen Bug mit meinem ausgezogenen Ausbaumer vom Kai abdrücke. Dabei bleibt mir der Kopfbeschlag des Ausbaumers am Ankerbeschlag des fremden Schiffes hängen und bricht ab. Noch dazu kommt der Grieche nicht richtig weg und rammt meinen Heckkorb. Ich bin sauer. Zum Glück ist nur der Ausbaumer kaputt, sonst nichts. Weil ich mich auch immer einmische. Ich mit meinem Mutter Theresa – Syndrom….
Ich helfe Jürgen beim Aufbau einer Antennenrichtstrecke, unterhalte und amüsiere mich auf dieser für mich entzückend wirkenden Insel köstlich. Das herrliche Wetter mag dabei einen nicht ganz unerheblichen Anteil daran haben. Ich lerne die nette österreichische Besatzung einer Ecker – Charteryacht kennen. Jürgen und ich betreuen, psychologisch und medizinisch natürlich, ein weibliches Crewmitglied, welches sich unglücklicherweise einen Palmwedeldorn in die Hand gerammt hatte. Bei besagtem Crewmitglied setzte ich anschließend sedierende Massagetechniken ein, um nicht ganz aus der Übung zu kommen.
Der Wind legt zu, die Österreicher beschließen, erst am Morgen weiterzufahren.
Ich helfe Jürgen beim Aufbau einer Antennenrichtstrecke, unterhalte und amüsiere mich auf dieser für mich entzückend wirkenden Insel köstlich. Das herrliche Wetter mag dabei einen nicht ganz unerheblichen Anteil daran haben. Ich lerne die nette österreichische Besatzung einer Ecker – Charteryacht kennen. Jürgen und ich betreuen, psychologisch und medizinisch natürlich, ein weibliches Crewmitglied, welches sich unglücklicherweise einen Palmwedeldorn in die Hand gerammt hatte. Bei besagtem Crewmitglied setzte ich anschließend sedierende Massagetechniken ein, um nicht ganz aus der Übung zu kommen.
Der Wind legt zu, die Österreicher beschließen, erst am Morgen weiterzufahren.
Samstag, 1. November 2008
Ungestörte Nacht, herrliches Wetter, es wird wieder heiß. So eine halbfertige „Marina", welche wahrscheinlich nie fertig gestellt wird, ist eine unendliche Stolperfalle. Wer da nicht aufpasst stürzt entweder in eines der zahlreichen, natürlich ungesicherten Löcher, stolpert über unmotiviert in die Landschaft gesetzte, unterschiedlich hohen Stufen, oder tritt sich einen Nagel ein. Die Lage ist für ein Schiff allerdings sehr sicher, es gibt gutes, trinkbares Wasser an einer Zapfstelle und, das Erstaunliche auf der eher abgelegenen Insel, Internetzugang! Bei meiner verzweifelten Suche auf jemanden, der mir den Zugangscode dazu verkauft, lerne ich Natalie und Jürgen kennen, ein nettes deutsches (sorry, bayerisches….) Ehepaar mit ihren beiden entzückenden Töchtern, die hier auf ihrem Schiff überwintern. Die zwei nehmen sich sofort meiner an, versorgen mich mit diverser Software für meinen Laptop und vermitteln mir Tiefschürfende Erkenntnisse über die griechische Seele. Natalie verköstigt mich mit leckeren Sachen, da ich es angeblich nötig hätte, und tauscht Bücher mit mir aus.
Ich wandere über die Insel, entdecke Riesenkakteen – „Ohrwaschelkaktus“ – wie man in Österreich dazu sagt, Tamarisken- u. Mandelbäume neben den üblichen Olivenbäumen. Das mit den Mandelbäumen hat mir Jürgen erklärt, von alleine wäre ich nicht draufgekommen……
Angeblich liegt diese Insel in einem extremen tektonischen Spannungsgebiet, wo sogar die Möglichkeit eines Tsunami bestehen soll.
Ich wandere über die Insel, entdecke Riesenkakteen – „Ohrwaschelkaktus“ – wie man in Österreich dazu sagt, Tamarisken- u. Mandelbäume neben den üblichen Olivenbäumen. Das mit den Mandelbäumen hat mir Jürgen erklärt, von alleine wäre ich nicht draufgekommen……
Angeblich liegt diese Insel in einem extremen tektonischen Spannungsgebiet, wo sogar die Möglichkeit eines Tsunami bestehen soll.
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