Samstag, 27. Dezember 2008
Segelvideo
Nach dem anklicken der Überschrift erscheint ein Video, in dem meine "SANDPIPER" während der Überfahrt von Italien nach Griechenland im Oktober 2008 in Aktion zu sehen ist. Nur unter Genua - die zog bei dem Windeinfallswinkel, dem Wellenbild und der Windstärke alleine gesetzt am Besten – zogen wir so während der zwölfstündigen Überfahrt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ganz knapp sechs Knoten dahin. Die Hälfte der Zeit hatte ich aber das Groß (mit dem eingebundenen ersten Reff) ebenfalls gesetzt.
Mittwoch, 24. Dezember 2008
Frohe Weihnachten!
Ich möchte allen Lesern meines Blogs auf diesem Wege ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr wünschen.
Zum Jahreswechsel eine kurze Zusammenfassung des bisher geschehenen:
Bis jetzt habe ich ca. 1100 Seemeilen, das sind 2037 Kilometer, zurückgelegt. Mein Weg führte mich von Kroatien aus (Sibenik, Marina Solaris) über die Adria an die Apulische Küste, der Strasse von Otranto ins ionische Meer, durch den Golf von Patras, den Golf und den Kanal von Korinth in den saronischen Golf, von dort ging es hinaus in die Ägäis, quer durch die Kykladen und den Dodekanes, bis zu dessen östlichster Insel, Kos. Dass alles mit einem kleinen, fast dreißig Jahre altem Schiff, dem ich hiermit meine Referenz erweisen möchte, denn was dieser kleine, nur sieben Meter lange Kielschwerter bisher alles geleistet hat, ist mit dem Wort „großartig“ nur dürftig beschrieben.
Anbei ein Bild meiner bisherigen Reise im Überblick:
(Zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)
Zum Jahreswechsel eine kurze Zusammenfassung des bisher geschehenen:
Bis jetzt habe ich ca. 1100 Seemeilen, das sind 2037 Kilometer, zurückgelegt. Mein Weg führte mich von Kroatien aus (Sibenik, Marina Solaris) über die Adria an die Apulische Küste, der Strasse von Otranto ins ionische Meer, durch den Golf von Patras, den Golf und den Kanal von Korinth in den saronischen Golf, von dort ging es hinaus in die Ägäis, quer durch die Kykladen und den Dodekanes, bis zu dessen östlichster Insel, Kos. Dass alles mit einem kleinen, fast dreißig Jahre altem Schiff, dem ich hiermit meine Referenz erweisen möchte, denn was dieser kleine, nur sieben Meter lange Kielschwerter bisher alles geleistet hat, ist mit dem Wort „großartig“ nur dürftig beschrieben.
Anbei ein Bild meiner bisherigen Reise im Überblick:
(Zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Weihnachtsurlaub in Österreich
Unglaublich, aber das bestellte Taxi stand 5 min. vor 05:30 am Steg. Und das in Griechenland…. Dann ging alles ganz schnell: Abflussventil schließen, Akkumulatorhauptschalter auf aus, Müllsack raus, zusperren und los ging’s (wieder einmal war es stockfinster…). Problemlose Fahrt zum Flughafen, der ca. 28Km von Kos Stadt entfernt ist. Beim einchecken ging der Alarm los. Schuld daran war keine an meinem Körper versteckte Faustfeuerwaffe, sondern meine Brille und die Gürtelschnalle meiner Jean.... Mein Hauptproblem war (und ist) die Verständigung. Die Lautsprecherdurchsagen in Englisch schallten wie Maschinengewehrfeuer aus den Lautsprechern, für mich fast unverständlich. Die Änderung von Gate 21 auf 22 bekam ich nur durch Zufall mit…. Pünktlich hoben wir ab, ich verließ den Boden, der mir zwischenzeitlich liebgeworden ist. Nachdenklich betrachtete ich die tief unten vorbeiziehenden Landschaften und Inseln. Wie viele schöne Stunden durfte ich in den vergangenen Monaten hier verbringen!! Das Schicksal hatte es bisher gut mit mir gemeint….
Der Flug an sich verlief problemlos, nur als wir knapp über einer geschlossenen Wolkendecke flogen, bildete sich ein Halo (=kreisförmiger Regenbogen), in dessen Mittelpunkt der Schatten des Flugzeuges über die Wolke huschte. Mir rieselte ein leichter Schauer über den Rücken – es war unwirklich, fast wie ein Gruß aus einer anderen Welt…. Vielleicht war es das ja auch?
Mein Bruder Hermann holte mich in Begleitung seines treuen Gefährten Fujiko ab, mein braver Skoda Octavia brachte uns sicher nach Wien. Die veränderten Wetterbedingungen trafen mich hart, da ich nur ein kurzärmeliges Hemd unter meinem Regenjäckchen trug. Ihr wisst ja: Meine Wintersachen bekam das rote Kreuz.
Die Überraschung meiner Mutter, die ja von meinem Kommen nichts ahnte, war unbeschreiblich, die Wiedersehensfreude groß….
Hier endet vorerst die Berichterstattung über meine Reise, die durch diesen Weihnachtsurlaub ja nur kurz unterbrochen wird. Nach den Feiertagen, irgendwann im Jänner 2009 geht es wieder weiter!
Der Flug an sich verlief problemlos, nur als wir knapp über einer geschlossenen Wolkendecke flogen, bildete sich ein Halo (=kreisförmiger Regenbogen), in dessen Mittelpunkt der Schatten des Flugzeuges über die Wolke huschte. Mir rieselte ein leichter Schauer über den Rücken – es war unwirklich, fast wie ein Gruß aus einer anderen Welt…. Vielleicht war es das ja auch?
Mein Bruder Hermann holte mich in Begleitung seines treuen Gefährten Fujiko ab, mein braver Skoda Octavia brachte uns sicher nach Wien. Die veränderten Wetterbedingungen trafen mich hart, da ich nur ein kurzärmeliges Hemd unter meinem Regenjäckchen trug. Ihr wisst ja: Meine Wintersachen bekam das rote Kreuz.
Die Überraschung meiner Mutter, die ja von meinem Kommen nichts ahnte, war unbeschreiblich, die Wiedersehensfreude groß….
Hier endet vorerst die Berichterstattung über meine Reise, die durch diesen Weihnachtsurlaub ja nur kurz unterbrochen wird. Nach den Feiertagen, irgendwann im Jänner 2009 geht es wieder weiter!
Dienstag, 16. Dezember 2008
Taxi um 05:30 bestellt, der Abflug ist um 07:10. Ich habe 2 Muringleinen belegt, 4 Vorleinen, davon zwei an die Mittelklampen. Das Wetter passt, ich wasche Leinen, Schoten und Blöcke, die durch das Salz „bockig“ geworden sind, reinige den Rumpf vom Gilb, reinige die Segel und decke sie mit den Persenningen ab, setze das Ruder fest. Die Wäsche wird noch gewaschen, alles ins Schiff geräumt, der Baum sturmsicher verzurrt, das Schlauchboot gereinigt, eingepackt und unter Deck verstaut. Hoffentlich habe ich nichts vergessen…..
Montag, 15. Dezember 2008
Mein Schiff ist hier in guten Händen, ich beginne meine Reisevorbereitungen zu treffen. Einen günstigen Flug zu finden ist gar nicht so einfach. Ich buche über das Internet (wenn ich das nicht hätte….) ein e-Ticket. Mittwoch der 17.12. ist gut. Der Termin ist zwar etwas früh, aber noch günstig. Heiligen Abend zu wird es immer teurer. Mit einmal Umsteigen in Athen kostet mich der Flug 206,- €, Das schreckt mich nicht. Ich fange mit den Reisevorbereitungen an, verlege mein Schiff an einen noch sichereren Platz.
Sonntag, 14. Dezember 2008
3. Adventsonntag, in Kos wird ein Adventmarkt abgehalten. Es kommt, wahrscheinlich bedingt durch die relativ hohen Temperaturen und dem Mangel an Schnee, bei mir zwar keine rechte Adventstimmung auf, ich bin aber stark beeindruckt: Es gibt keinen Kitsch, sondern viele schöne, selbst gebastelte Sachen, viele Snacks, Blasmusik spielt, es herrscht eine fröhliche, ausgelassene Atmosphäre. Leider werfen währenddessen in Athen Demonstranten Molotow – Cocktails und plündern Geschäfte…..
Samstag, 13. Dezember 2008
Ich räume die Kombüse aus, schlichte um, ein Putztag ist wieder einmal angesagt….
Ich beschließe, das Schiff meinen „Weihnachtsurlaub“ in Österreich über hier zu lassen. Ich weiß es hier in guten Händen und der Liegeplatz ist sehr sicher. Für ein Monat bezahle ich knapp 150,- € Liegeplatzgebühr, das ist mir ein sicheres Platzerl für mein altes Mädchen allemal wert. In diesem Preis ist Wasser, Strom und W – Lan bereits enthalten. Ein fairer Preis, wie ich finde.
Ich beschließe, das Schiff meinen „Weihnachtsurlaub“ in Österreich über hier zu lassen. Ich weiß es hier in guten Händen und der Liegeplatz ist sehr sicher. Für ein Monat bezahle ich knapp 150,- € Liegeplatzgebühr, das ist mir ein sicheres Platzerl für mein altes Mädchen allemal wert. In diesem Preis ist Wasser, Strom und W – Lan bereits enthalten. Ein fairer Preis, wie ich finde.
Freitag, 12. Dezember 2008
In der Nacht hat es sich ganz schön abgespielt, die Warnungen trafen alle ein. Heute ist übrigens die längste Vollmondnacht, er ist der Erde so nahe wie seit 15 Jahren nicht mehr, erscheint uns daher sehr groß. Es schüttet den ganzen Tag über wie aus Kübeln. Das kann mir nur recht sein, so wird endlich das Salz, welches sich überall angelegt hat, abgewaschen. Ich mache auf Entspannung, endlich kann ich in Ruhe lesen und relaxen, während draußen die Welt unterzugehen droht.
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Herrlich ungestörte Nacht. Ich besichtigte die Marina und einen Teil der Stadt. Die „Stella“ und das französische Pärchen mit ihrer „Tiki“ laufen in den alten Hafen von Kos ein. Da das Wetter schlechter wird verlegen sich aber beide in die Marina. Gegen Abend fängt es aus SO an zu blasen, Wellen bauen sich auf, die sich im flachen Uferbereich so stark brechen, dass die Bootstankstelle geschlossen und deren Zapfsäulen abgedeckt werden mussten.
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Ungestörte Nacht, gegen Morgen wird der Schwell stärker, das Kaffeekochen wird zum Balanceakt. Nach dem Ablegen passiert ein ärgerliches Missgeschick: Von mir unbemerkt haben von der Mole aus Hobbyfischer eine Fangleine ausbracht, die ich überfahre. Erst durch das Geschrei von Land her wurde ich auf besagte Leine aufmerksam, leider zu spät. Diese „Fangleine“ funktioniert folgendermaßen: Zuerst bastelt man so eine Art kleines Floß, mit einem daran hochgestellt angebrachtem Brett o.ä. als Segel. An dieses Floß wird eine lange Angelleine angebracht. Nun wird die Konstruktion zu Wasser gelassen und treibt in Windrichtung davon, soweit die Leine eben reicht. In Abständen sind an diese Leine die eigentlichen Fangleinen mit Haken und Ködern befestigt. Mit dieser Fangvorrichtung also wurde die Ankerbucht sozusagen „abgeriegelt“. Irgendwo am Kiel verhängte sich die besagte Leine, zum Glück bekam ich sie nicht in den Propeller. Ich musste sie abreißen, um frei zu kommen. Die nun freischwimmende Floßkonstruktion fischte ich aus dem Wasser und fuhr damit zur Mole zurück. Dort versuchte ich, sie dem Trottel von einem Fischer an den Kopf zu werfen, verfehlte ihn aber leider. Wenn die Leine in den Propeller geraten wäre, hätte sie den dort befindlichen Simmering zerstört und Wasser wäre ins Getriebegehäuse eingedrungen, der Motor hätte ausgebaut und repariert werden müssen…..
Ich nahm Kurs NO, auf KOS – Stadt. Es wurde ein wunderbarer Segeltag! Ein strahlend blauer Himmel, die traumhafte Kulisse der umliegenden Inseln und des türkischen Festlandes, scharf gezeichnet von der Wintersonne, stimmten mich wieder fröhlich. In Rauschefahrt ging es am höchsten Berg von Kos, immerhin 846m hoch, vorbei. Die Steilküste bescherte mir zwar einige überraschende Böen, an sich aber war der Nordwind konstant. Mit 15 – 20 Grad Schräglage ging es stundenlang unter Vollzeug dahin – das Seglerherz war glücklich. Von AK. PHOUKA bis AK. LOUROS musste ich aufkreuzen, dann kam schon die Marina von KOS in Sicht. Ich barg die Segel und meldete mich bei der Marinaleitung mit dem Funkgerät auf - UKW Kanal 77 - an. Ein freundliches Personal empfing mich, leitete mich zu meinem Liegeplatz, half tatkräftig beim Anlegen mit und erklärte mir ausführlich das weitere Prozedere sowie die Örtlichkeiten der Marina. Ich war ziemlich überrascht von der Sauberkeit der Marina, der Freundlichkeit und Kompetenz des Personals sowie der Geldbeutelschonenden Preisgestaltung. Ich genoss ausgiebig die großzügig angelegte Dusche und ließ den Tag gemütlich ausklingen, denn ich wusste mein braves Schiff ja hier in Sicherheit.
Etmal: 29sm, Position: N 36° 53,53’ / E 027° 18,09’
Ich nahm Kurs NO, auf KOS – Stadt. Es wurde ein wunderbarer Segeltag! Ein strahlend blauer Himmel, die traumhafte Kulisse der umliegenden Inseln und des türkischen Festlandes, scharf gezeichnet von der Wintersonne, stimmten mich wieder fröhlich. In Rauschefahrt ging es am höchsten Berg von Kos, immerhin 846m hoch, vorbei. Die Steilküste bescherte mir zwar einige überraschende Böen, an sich aber war der Nordwind konstant. Mit 15 – 20 Grad Schräglage ging es stundenlang unter Vollzeug dahin – das Seglerherz war glücklich. Von AK. PHOUKA bis AK. LOUROS musste ich aufkreuzen, dann kam schon die Marina von KOS in Sicht. Ich barg die Segel und meldete mich bei der Marinaleitung mit dem Funkgerät auf - UKW Kanal 77 - an. Ein freundliches Personal empfing mich, leitete mich zu meinem Liegeplatz, half tatkräftig beim Anlegen mit und erklärte mir ausführlich das weitere Prozedere sowie die Örtlichkeiten der Marina. Ich war ziemlich überrascht von der Sauberkeit der Marina, der Freundlichkeit und Kompetenz des Personals sowie der Geldbeutelschonenden Preisgestaltung. Ich genoss ausgiebig die großzügig angelegte Dusche und ließ den Tag gemütlich ausklingen, denn ich wusste mein braves Schiff ja hier in Sicherheit.
Etmal: 29sm, Position: N 36° 53,53’ / E 027° 18,09’
Dienstag, 9. Dezember 2008
Von Astipalaia nach Kos
Nach einer ruhigen Nacht, von einigen Böen, ein und auslaufenden Fischern, sowie den üblichen Trotteln mit ihren Mopeds einmal abgesehen, laufe ich zeitlich aus, denn wiederum steht mir ein langer Tag bevor - Ich möchte bis zur Insel KOS kommen. Der Wind steht günstig, er bläst aber ziemlich heftig, darum ziehe ich noch im Schutz des Hafens mein Schwerwetterzeug und die Gummistiefel an. Das warme Mützchen noch und der Lifebelt, schon kann’s losgehen. Der Nordwind kühlte die Luft stark ab, es hat nur mehr so um die sechzehn Grad. Dafür gibt es eine tolle Fernsicht, ich kann die Insel KOS schon von Astipalaia aus sehen – das vereinfacht die Navigation….. Der blaue Himmel mit bizarren, sich jagenden Wolkengebilden verspricht nichts Gutes, das Baro ist stark gefallen. Kaum draußen, lege ich die Ohren an, mein Schiff sich auf die Backe, wir rauschen durch eine aufgewühlte See, der böige Wind verlangt von mir volle Konzentration. Außerhalb der Windabdeckung von Astipalaia überlege ich ernsthaft umzukehren. Die Ägäis fletschte die Zähne, schnappte nach mir, biss aber nicht zu. Neptun spuckte mir Gischt aufs Deck und Aäolus machte seinen Windsack weit auf. Es ist diesmal allerdings weniger der Wind – angesagt sind 5 Bft. - sondern der hohe Wellengang, der mir zu schaffen macht. Was da von Norden herangerauscht kommt, macht mir Angst. Ich versuche die Wellenhöhen abzuschätzen, was gar nicht so einfach ist, behalte aber meine Einschätzung der Höhen lieber für mich, da ich sonst als Angeber angesehen werde. Das Wellenbild ist sehr unregelmäßig, gefährlich werden mir aber nur die unvorhersehbaren Querläufer und die Brecher, denen ich nicht mehr ausweichen kann. Dann beschleunigt mein Schiff urplötzlich, dreht sich quer, die Ruderwirkung geht gegen null, die Schräglage wird momentan beängstigend. Am Besten geht es, wenn ich die Wellen schräg von achtern auflaufen lassen kann. Ich lege meine Denkerstirn in Falten, konzentriere mich an der Pinne – ein Autopilot wäre bei diesen Bedingungen sowieso hoffnungslos überfordert gewesen – und hoffe, dass diese Achterbahnfahrt nicht mehr allzu lange dauern wird. Unendlich langsam nähert sich die Südhuk von KOS, gleichzeitig taucht dahinter bereits die Küste der TÜRKEI auf. Viel Verkehr ist leider auch, die „Biggis“ ziehen unbeirrt ihre Bahn, zum Glück kommt mir keiner dieser Riesen zu nahe. Ehrlich gesagt bin ich dann heilfroh, dass ich in die Windabdeckung von KOS komme und die Wellen nicht mehr so hoch sind. Nach neuneinhalb Stunden Fahrzeit laufe ich mit dem letzten Büchsenlicht an der Südostseite von KOS den Minihafen von KAMARI an, welcher aber voll belegt ist. Unmittelbar südlich davon liegt eine, durch die Hafenmole geschützte Bucht, mit gut haltendem Sandgrund, wo ich meinen Anker auf vier Meter Wassertiefe mit zwanzig Metern Kette in den Grund einfahre. Hier liege ich windgeschützt, der Schwell hält sich in Grenzen. Ich hätte auch an der Außenseite der Mole anlegen können, diese ist aber für Frachtschiffe ausgelegt, entsprechend hoch und rau ist sie gebaut - nicht gut für Fender und Festmacherleinen. Ziemlich groggy, aber glücklich über das Erreichte köchle ich mir noch ein opulentes Mahl, ein heißer Kamillentee mit Zitrone und Honig wärmt mich wieder auf. Bei Kerzenlicht und leiser Musik liege ich satt und zufrieden in meiner Koje, lasse nachdenklich den Tag Revue passieren. Es muss einmal gesagt werden: Was dieses Schiffchen abkann, ist mehr als großartig, begrenzt nur durch die Leistungsfähigkeit seines Skippers.
Etmal: 38sm, Position: N 36° 44,10’ / E 026° 58,37’
Etmal: 38sm, Position: N 36° 44,10’ / E 026° 58,37’
Montag, 8. Dezember 2008
Nach einer ungestörten Nacht löst sich das Rätsel des „falschen“ Hafens: Ich bin schon im Richtigen gelandet, der wurde aber nach Drucklegung des Hafenhandbuches umgebaut und um eine L – förmige Mole erweitert. Die Leuchtfeuer sind zwar an ihrem Platz, aber typisch Griechenland, alle außer Betrieb. Soviel zum Thema Sicherheit auf See…. Erleichterung bei mir, also doch noch keine Altersdemenz ….
Ich bin nun nicht mehr in den KYKLADEN, sondern befinde mich bereits im DODEKANES. Trotz ihrer Nähe zur Türkei und der Tatsache, dass die Inseln des Dodekanes über 400 Jahre unter türkischer Herrschaft standen, sind die zwölf Inseln der Dodekanes typisch griechisch. Der Name der Inselgruppe "Dodekanes" ist abgeleitet von der griechischen Bezeichnung für die Zahl 12, "Dodeka", denn es handelt sich um 12 Inseln: Rhodos, Kos, Kalymnos, Karpathos, Patmos, Tilos, Symi, Leros, Astipalaia, Nisyros, Kassos und Halki. Die Insel ist sehr stark gegliedert und bietet eine Reihe von geschützten Ankerplätzen. Das Land ist weitgehend kahl oder mit Gestrüpp bewachsen. Der Ausblick von der Festungsruine allerdings ist grandios, die wildromantische Landschaft gefällt mir sehr gut. Ich wanderte hoch zur Festung - dem Mittelpunkt der Chora - und durchstreifte die engen Gassen. Die Häuser, manchmal eher „Häuschen“, sind oft so eng aneinandergebaut, dass kaum zwei Menschen nebeneinander gehen können. Viele davon stehen allerdings leer. Ich frage mich, wie so oft in Griechenland, von was die Menschen hier leben, abgesehen vom Fremdenverkehr.
Ich besorge mir mit meinem bewährten „Wagerl“ Benzin, verrichte kleine Servicearbeiten am Schiff, verproviantiere mich frisch und koche mir Spaghetti mit einem selbstgemachten Sugo. Leider erwische ich beim Nachsalzen die falsche Deckelöffnung (die große natürlich…) Nun sind in der Kombüse zwei ziemlich sauer: Die Spaghetti und ich. Seufz, Ich hab ja eh noch Speck und Käse…..
Ich bin nun nicht mehr in den KYKLADEN, sondern befinde mich bereits im DODEKANES. Trotz ihrer Nähe zur Türkei und der Tatsache, dass die Inseln des Dodekanes über 400 Jahre unter türkischer Herrschaft standen, sind die zwölf Inseln der Dodekanes typisch griechisch. Der Name der Inselgruppe "Dodekanes" ist abgeleitet von der griechischen Bezeichnung für die Zahl 12, "Dodeka", denn es handelt sich um 12 Inseln: Rhodos, Kos, Kalymnos, Karpathos, Patmos, Tilos, Symi, Leros, Astipalaia, Nisyros, Kassos und Halki. Die Insel ist sehr stark gegliedert und bietet eine Reihe von geschützten Ankerplätzen. Das Land ist weitgehend kahl oder mit Gestrüpp bewachsen. Der Ausblick von der Festungsruine allerdings ist grandios, die wildromantische Landschaft gefällt mir sehr gut. Ich wanderte hoch zur Festung - dem Mittelpunkt der Chora - und durchstreifte die engen Gassen. Die Häuser, manchmal eher „Häuschen“, sind oft so eng aneinandergebaut, dass kaum zwei Menschen nebeneinander gehen können. Viele davon stehen allerdings leer. Ich frage mich, wie so oft in Griechenland, von was die Menschen hier leben, abgesehen vom Fremdenverkehr.
Ich besorge mir mit meinem bewährten „Wagerl“ Benzin, verrichte kleine Servicearbeiten am Schiff, verproviantiere mich frisch und koche mir Spaghetti mit einem selbstgemachten Sugo. Leider erwische ich beim Nachsalzen die falsche Deckelöffnung (die große natürlich…) Nun sind in der Kombüse zwei ziemlich sauer: Die Spaghetti und ich. Seufz, Ich hab ja eh noch Speck und Käse…..
Sonntag, 7. Dezember 2008
Von Thira nach Astipalaia
In der der Nacht treffe ich meine Entscheidung: Ich fahre gen Osten, denn auf Kreta wäre mein Handlungsspielraum zu sehr eingeschränkt. Kreta kann ich später, auf dem Weg nach Westen, immer noch „mitnehmen“.
Durch den starken Wind ist mein Schiff über und über mit gelben und schwarzen Sand, vermischt mit Salz, bedeckt. In der Nacht hat es noch dazu ein bisschen geregnet und den Dreck an Deck gleichmäßig verteilt. Im Hafen gibt es aber kein Wasser, um zumindest das Gröbste abwaschen zu können….
Der Wetterbericht hält was er verspricht, der Wind dreht im Morgengrauen auf W / NW, 4-5 Beaufort sind angesagt, genau richtig für eine flotte Überfahrt. Ich möchte nämlich auf einen Rutsch zur Insel ASTIPALAIA kommen, das sind immerhin 54sm – eine Nachtfahrt ist mir somit sicher. Ich breche zeitig auf, da es ein langer Tag werden wird. Die schwierige Hafenpassage von VLYCHADA ist durch den geringen Tiefgang meines Schiffes kein Problem. Leider dauert es ewig, bis ich aus der Landabdeckung von THIRA bin und frei segeln kann. Ich passiere die Insel ANAFI, die mir genau im Wege liegt, und ärgere mich über deren Landabdeckung. Es ist erstaunlich, wie weit so eine Insel die Windverhältnisse verändert und wie lange es dauert, bis man aus deren Windschatten wieder herauskommt. Zwischenzeitlich flattern und schlagen die Segel, dass einem das Herz wehtut. Die Angelegenheit wird mühsam, da ich noch immer ohne Autopilot unterwegs bin. Jedes Mal, wenn ich in die Kajüte muss, macht das Schiff, was es will. Nicht gerade entspannend….. Gegen Abend kommt der Wind ganz von achtern, ich baume die große Fock aus und sichere den Baum mit einem Bullenstander – aufmerksames Rudergehen ist nun angesagt. Langsam bricht die Dämmerung an, noch immer ist kein Land in Sicht. An sich kein Problem, der Kurs ist abgesteckt, kleine Inseln und Riffe, die mir gefährlich werden könnten, liegen abseits, die Nachtansteuerung des angepeilten Hafens ist an sich problemlos (da täuscht du dich wieder einmal, mein lieber Gerhard…) – trotzdem macht sich bei mir Anspannung bemerkbar. Meine Eigenkonstruktion der im Masttopp montierten Dreifarbenlaterne bewährt sich wieder einmal hervorragend, sie beleuchtet nämlich in der Nacht meine „Windex“, ein unentbehrliches mechanisches Anzeigeinstrument, um den Windeinfallswinkel feststellen zu können. Ich schlüpfe in warme Sachen, darüber kommt mein winddichtes Regenzeug, ein warmes Mützchen (Danke Hermann!) wärmt mein Haupt, Gummistiefel, Handschuhe und der Lifebelt mit Lifeline vervollständigen meine Garderobe. Wahrscheinlich schaue ich aus wie ein Marsmännchen. Oder wie das Michelinmanderl…. Hauptsache ist, ich kühle nicht aus, sehen tut mich eh niemand, also was soll’s. Die ersten Sterne werden sichtbar, die Wolken verändern rasch ihre Farben, der knapp dreiviertel volle Mond beginnt den Himmel zu dominieren. Dunkel umgibt mich nun das bewegte Meer, das Schiff zieht eine sich schnell verlierende, schäumende Spur durch die Wellen, der Wind pfeift in den Wanten, ich sitze in Luv aufmerksam an der Pinne, nur die schwache Beleuchtung der Instrumente vermittelt einen Hauch von Vertrautheit. Kein Licht ist am Horizont zu sehen, die ganze Fahrt lang begegnete mir nur ein einziges Schiff, eine Fähre. Ich bin in diesem Moment sehr einsam, gleichzeitig fühle ich mich aber eins mit den Elementen, spüre in solchen Momenten ganz intensiv, dass ich lebe und frei bin wie der Wind. Mein kleines, braves Schiff und ich bilden eine Einheit, einander auf Tod und Gedeih ausgeliefert. Gemeinsam jagen wir durch die Nacht, unserem noch unbekannten Ziel entgegen. In diesen einsamen Nachtstunden, Johann Wolfgang von Goethe selig möge mir verzeihen, dichtete ich seinen „Erlkönig“ prosaartig um:
„Wer segelt so spät durch Nacht und Wind,
der Gerhard kommt, bestimmt!
Er hat die Pinne fest in der Hand,
Er fasst sie sicher, er will ja an Land“
Um 23 Uhr Ortszeit, nach 14 Stunden Fahrt, ist es dann so weit, ich laufe an der auf einem Berg liegenden, herrlich beleuchteten venezianischen Ruine vorbei in den Hafen von SKALA auf der Insel ASTIPALAIA ein – und bekomme sofort meine Krise. Kein einziges Leuchtfeuer ist auszumachen, das ist doch nicht der Hafen von SKALA, laut Handbuch sieht der doch ganz anders aus!!! In meiner Panik mache ich kehrt, laufe ein kurzes Stück in die Bucht hinaus, befrage dort mein Handbuch intensiv (bin ich froh, dass ich Stirnlampen habe!), finde aber auch dort keine Erklärung für den „falschen“ Hafen. Alkohol und Drogen scheiden bei mir aus, bleiben also nur mehr Altersdemenz und Alzheimer über. Na bravo… Was soll’s, Hafen ist Hafen, ich kehre um und laufe vorsichtig ein, erkunde das Terrain, finde es gar nicht so übel und suche mir ein hübsches Platzerl. Nach einem geglücktem Anlegemanöver, einigen Scheiben Salami und einer Katzenwäsche verschwinde ich müde aber Happy in meiner Koje, morgen werden wir dann weitersehen….
Etmal: 54sm, Position: N 36° 32,84’ / E 026° 21,24’
Epilog: Zum zweiten Adventsonntag ein Gedicht von Theodor Storm, welches auch ein bisschen meine Situation darstellt:
In der Fremde
Andre Seen, andre Auen -
Längst verschwunden Strand und Meer,
Rings wohin die Augen schauen,
Auch kein Plätzchen kenn ich mehr.
Andre Menschen, andre Herzen,
Keiner gibt mir frohen Gruß,
Längst verschwunden Spiel und Scherzen,
Längst verschwunden Scherz und Kuss.
Aber wenn der Tag geschieden,
Dunkel liegen Tal und Höhn,
Bringt die Nacht mir stillen Frieden,
Wenn die Sterne aufergehn.
Schaun aus ihrer blauen Ferne
So vertraut herab zu mir! -
Gott und seine hellen Sterne
Sind doch ewig dort wie hier.
Durch den starken Wind ist mein Schiff über und über mit gelben und schwarzen Sand, vermischt mit Salz, bedeckt. In der Nacht hat es noch dazu ein bisschen geregnet und den Dreck an Deck gleichmäßig verteilt. Im Hafen gibt es aber kein Wasser, um zumindest das Gröbste abwaschen zu können….
Der Wetterbericht hält was er verspricht, der Wind dreht im Morgengrauen auf W / NW, 4-5 Beaufort sind angesagt, genau richtig für eine flotte Überfahrt. Ich möchte nämlich auf einen Rutsch zur Insel ASTIPALAIA kommen, das sind immerhin 54sm – eine Nachtfahrt ist mir somit sicher. Ich breche zeitig auf, da es ein langer Tag werden wird. Die schwierige Hafenpassage von VLYCHADA ist durch den geringen Tiefgang meines Schiffes kein Problem. Leider dauert es ewig, bis ich aus der Landabdeckung von THIRA bin und frei segeln kann. Ich passiere die Insel ANAFI, die mir genau im Wege liegt, und ärgere mich über deren Landabdeckung. Es ist erstaunlich, wie weit so eine Insel die Windverhältnisse verändert und wie lange es dauert, bis man aus deren Windschatten wieder herauskommt. Zwischenzeitlich flattern und schlagen die Segel, dass einem das Herz wehtut. Die Angelegenheit wird mühsam, da ich noch immer ohne Autopilot unterwegs bin. Jedes Mal, wenn ich in die Kajüte muss, macht das Schiff, was es will. Nicht gerade entspannend….. Gegen Abend kommt der Wind ganz von achtern, ich baume die große Fock aus und sichere den Baum mit einem Bullenstander – aufmerksames Rudergehen ist nun angesagt. Langsam bricht die Dämmerung an, noch immer ist kein Land in Sicht. An sich kein Problem, der Kurs ist abgesteckt, kleine Inseln und Riffe, die mir gefährlich werden könnten, liegen abseits, die Nachtansteuerung des angepeilten Hafens ist an sich problemlos (da täuscht du dich wieder einmal, mein lieber Gerhard…) – trotzdem macht sich bei mir Anspannung bemerkbar. Meine Eigenkonstruktion der im Masttopp montierten Dreifarbenlaterne bewährt sich wieder einmal hervorragend, sie beleuchtet nämlich in der Nacht meine „Windex“, ein unentbehrliches mechanisches Anzeigeinstrument, um den Windeinfallswinkel feststellen zu können. Ich schlüpfe in warme Sachen, darüber kommt mein winddichtes Regenzeug, ein warmes Mützchen (Danke Hermann!) wärmt mein Haupt, Gummistiefel, Handschuhe und der Lifebelt mit Lifeline vervollständigen meine Garderobe. Wahrscheinlich schaue ich aus wie ein Marsmännchen. Oder wie das Michelinmanderl…. Hauptsache ist, ich kühle nicht aus, sehen tut mich eh niemand, also was soll’s. Die ersten Sterne werden sichtbar, die Wolken verändern rasch ihre Farben, der knapp dreiviertel volle Mond beginnt den Himmel zu dominieren. Dunkel umgibt mich nun das bewegte Meer, das Schiff zieht eine sich schnell verlierende, schäumende Spur durch die Wellen, der Wind pfeift in den Wanten, ich sitze in Luv aufmerksam an der Pinne, nur die schwache Beleuchtung der Instrumente vermittelt einen Hauch von Vertrautheit. Kein Licht ist am Horizont zu sehen, die ganze Fahrt lang begegnete mir nur ein einziges Schiff, eine Fähre. Ich bin in diesem Moment sehr einsam, gleichzeitig fühle ich mich aber eins mit den Elementen, spüre in solchen Momenten ganz intensiv, dass ich lebe und frei bin wie der Wind. Mein kleines, braves Schiff und ich bilden eine Einheit, einander auf Tod und Gedeih ausgeliefert. Gemeinsam jagen wir durch die Nacht, unserem noch unbekannten Ziel entgegen. In diesen einsamen Nachtstunden, Johann Wolfgang von Goethe selig möge mir verzeihen, dichtete ich seinen „Erlkönig“ prosaartig um:
„Wer segelt so spät durch Nacht und Wind,
der Gerhard kommt, bestimmt!
Er hat die Pinne fest in der Hand,
Er fasst sie sicher, er will ja an Land“
Um 23 Uhr Ortszeit, nach 14 Stunden Fahrt, ist es dann so weit, ich laufe an der auf einem Berg liegenden, herrlich beleuchteten venezianischen Ruine vorbei in den Hafen von SKALA auf der Insel ASTIPALAIA ein – und bekomme sofort meine Krise. Kein einziges Leuchtfeuer ist auszumachen, das ist doch nicht der Hafen von SKALA, laut Handbuch sieht der doch ganz anders aus!!! In meiner Panik mache ich kehrt, laufe ein kurzes Stück in die Bucht hinaus, befrage dort mein Handbuch intensiv (bin ich froh, dass ich Stirnlampen habe!), finde aber auch dort keine Erklärung für den „falschen“ Hafen. Alkohol und Drogen scheiden bei mir aus, bleiben also nur mehr Altersdemenz und Alzheimer über. Na bravo… Was soll’s, Hafen ist Hafen, ich kehre um und laufe vorsichtig ein, erkunde das Terrain, finde es gar nicht so übel und suche mir ein hübsches Platzerl. Nach einem geglücktem Anlegemanöver, einigen Scheiben Salami und einer Katzenwäsche verschwinde ich müde aber Happy in meiner Koje, morgen werden wir dann weitersehen….
Etmal: 54sm, Position: N 36° 32,84’ / E 026° 21,24’
Epilog: Zum zweiten Adventsonntag ein Gedicht von Theodor Storm, welches auch ein bisschen meine Situation darstellt:
In der Fremde
Andre Seen, andre Auen -
Längst verschwunden Strand und Meer,
Rings wohin die Augen schauen,
Auch kein Plätzchen kenn ich mehr.
Andre Menschen, andre Herzen,
Keiner gibt mir frohen Gruß,
Längst verschwunden Spiel und Scherzen,
Längst verschwunden Scherz und Kuss.
Aber wenn der Tag geschieden,
Dunkel liegen Tal und Höhn,
Bringt die Nacht mir stillen Frieden,
Wenn die Sterne aufergehn.
Schaun aus ihrer blauen Ferne
So vertraut herab zu mir! -
Gott und seine hellen Sterne
Sind doch ewig dort wie hier.
Samstag, 6. Dezember 2008
Nach einer ruhigen Nacht wurde ich zu einem Frühstück auf die „Stella“ eingeladen, bevor Susi, Alex und das französische Pärchen mit ihren Schiffen die Marina Richtung AMORGOS verlassen. Ich aber schwinge mich auf meinen Drahtesel, um einen Teil der Insel zu erkunden. Ich fahre zum Hauptort THIRA, um dort den herrlichen Ausblick von der Chora, welche direkt am Kraterrand liegt, zu genießen. Leider ist es bewölkt, daher hält sich die Weitsicht in Grenzen. Ich kann mich an den vielfältigen Schichtungen der Gesteinsformationen fast nicht Sattsehen, an den buntscheckigen Bimssteinkliffs, die in den Pastellfarben Rot, Braun, Grün und Blaugrau schimmern und schroff zum Meer hin abfallen. Ich kette meinen Drahtesel, sicher ist sicher, an eine Laterne an und mache mich an den Abstieg zum Meer hinunter, dorthin, wo die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen. 589 Stufen sollen es sein… Es gibt zwar seit einigen Jahren eine Drahtseilbahn und wie seit Alters her die Esel als Transportmöglichkeiten, aber ich sehe es als sportliche Herausforderung an, per pedes die Stufen zu bewältigen. Obwohl, mit meinen Fahrradschuhen, welche an der Sohle einen massiven Metallbeschlag haben, war es gar nicht so einfach, unfallfrei hinunter zu kommen. Noch dazu, wo eine Menge Eselmist meine hurtigen Schritte behinderte. Ich will gar nicht wissen, welche Geruchsnote besagter Eselmist in der Hochsaison, wenn es brütend heiß ist, von sich gibt…(to much information) Unten war dann tote Hose, der Blick nach oben entschädigte aber die Mühe des Abstieges. Nach oben ging’s dann allerdings etwas langsamer….. Am Rückweg machte mir ein starker Gegenwind das (Radfahrer) Leben schwer, mein Rad und ich waren über und über mit Sand und Salz bedeckt, genauso wie mein Schiff. Im Hafenbecken steht Schwell, SANDPIPER liegt genau quer zum Wind, reibt an ihren Fendern. Um deren Quietschen zu mindern wende ich den alten Trick mit dem aufgebrachten Spülmittel an, welcher mir eine ruhige Nacht bescheren soll.
Laut Wetterkarte dreht der Wind in der Nacht auf West, damit hätte ich alle Optionen offen, denn ich stehe vor einem großen Problem: Ich möchte über Weihnachten nach Wien fliegen, zu meiner Mutter. (Sagt es ihr aber bitte nicht, es soll eine Überraschung werden!) Ich weiß aber noch keinen sicheren Platz für mein braves Schiff. Ich schwanke zwischen KRETA im Süden und KOS im Osten. Oder soll ich gleich in die Türkei hinüber? Fragen über Fragen, vielleicht sollte ich doch ein Orakel befragen? Aber das hat ja in DELPHI schon nicht geklappt. Vielleicht kommt mir in der Nacht die Erleuchtung…….
Laut Wetterkarte dreht der Wind in der Nacht auf West, damit hätte ich alle Optionen offen, denn ich stehe vor einem großen Problem: Ich möchte über Weihnachten nach Wien fliegen, zu meiner Mutter. (Sagt es ihr aber bitte nicht, es soll eine Überraschung werden!) Ich weiß aber noch keinen sicheren Platz für mein braves Schiff. Ich schwanke zwischen KRETA im Süden und KOS im Osten. Oder soll ich gleich in die Türkei hinüber? Fragen über Fragen, vielleicht sollte ich doch ein Orakel befragen? Aber das hat ja in DELPHI schon nicht geklappt. Vielleicht kommt mir in der Nacht die Erleuchtung…….
Freitag, 5. Dezember 2008
Von Ios nach Thira (Santorin)
Gegen Morgen hat der Wind abgeflaut, ich bin der Erste, der den Hafen verlässt. Draußen steht noch eine ziemliche Restdünung, die Windrichtung passt aber, unter Vollzeug geht es Richtung SANTORIN. (Ab jetzt verwende ich nur mehr den offiziellen griechischen Namen für SANTORIN, „THIRA“) Ich kann die Insel gerade so anliegen, allerdings geht es ziemlich schleppend dahin, 2-3 Beaufort Windstärke sind, um anständig Fahrt zu machen, für mein Mädchen etwas zu wenig. Sanft wiegt sie sich in der lang gezogenen Dünung, bringt mich mit knapp drei Knoten Fahrt meinem Ziel entgegen. Die Sonne scheint, ein paar Cirren sind zu sehen. Allerdings beunruhigt mich der riesige Halo (= ein kreisförmiger „Regenbogen“ um die Sonne), meistens der Vorbote für schlechtes Wetter.
Erwartungsvoll laufe ich von NNW in den riesigen Krater ein und bin begeistert. Die vielen verschiedenfarbigen, schroff und bizarr geformten Lavaformationen, die wie Schwalbennester an den hohen Kraterrändern liegenden Bauten, meist in den typischen Kykladenfarben weiß und blau gehalten, der strahlende Himmel und das dunkelblaue Meer ergeben ein Gesamtbild, welches mit dem Ausdruck „überwältigend“ nur unzureichend beschrieben ist. Ich konnte sogar eine halbe Meile durch den Krater segeln, wobei mich ein Stück des Weges eine Delfinschule begleitete. Ich war schier aus dem Häuschen, als die liebenswerten Säuger seitlich auf mich zukamen, dabei spielerisch und elegant aus dem Wasser sprangen, um dann unter SANDPIPER durchzutauchen. Diesmal blieben sie so lange, dass ich sie fotografieren konnte. Ich schaute aber zu, dass ich so schnell als möglich aus dem Krater wieder rauskam, denn man weiß ja nie, wann der Vulkan wieder hochgeht, er ist ja noch aktiv….. Es ist schon ein seltsames Gefühl zu wissen, dass tief unten, nur von einem Pfropfen erkalteter Lava verschlossen, das Magma versucht, einen Weg an die Oberfläche zu finden. Der Krater ist immerhin 6 Meilen lang und 4 Meilen breit, dabei fast 400 Meter tief. Der Kraterrand ist zwischen 150 und 300 Meter hoch. Die Insel besteht eigentlich aus fünf Inseln, die Hauptinsel ist, erraten, THIRA. Am 05. April 2007 lief hier das Kreuzfahrtschiff „Sea Diamond“ bei gutem Wetter und ruhiger See auf ein (in den Seekarten eingezeichnetes) Riff und sank. Zwei Todesopfer waren bei dem Unfall damals zu beklagen.
Die vulkanische Erde ist sehr fruchtbar, so lässt der Bimssteinboden besonders gute Weine gedeihen. In der Antike wurde die Insel „Kalliste“ – die Schöne – genannt. Auf der Insel gab es eine bedeutende minoische Siedlung, deren Blüte jäh durch den Ausbruch des Vulkans um 1450 v. Chr. beendet wurde. Auch die minoische Kultur ging im Desaster der Eruption unter.
Ich rundete die Südseite von THIRA und lief, nachdem ich mich wieder über einige ungekennzeichnete Riffe aufgeregt hatte, unter Maschine in die Marina von VLYCHADA ein, wo Alex und der französische Skipper, den ich schon in NAXOS kennen gelernt hatte, meine Leinen übernahmen. Hier gibt es Strom und Internetzugang, allerdings kein Wasser. Diese Marina ist der einzige sichere Hafen auf ganz THIRA. Ich wurde freundlicherweise wieder auf die „Stella“ zu einem Abendessen eingeladen, wo ich dann auch einen gemütlichen Abend mit Susi und Alex verbrachte. Ein bisschen konnte ich mich durch die praktische Anwendung meines Könnens als Masseur bei den Beiden revanchieren.
Etmal: 29sm, Position: N 36° 20,22’ / E 025° 26,04’
Erwartungsvoll laufe ich von NNW in den riesigen Krater ein und bin begeistert. Die vielen verschiedenfarbigen, schroff und bizarr geformten Lavaformationen, die wie Schwalbennester an den hohen Kraterrändern liegenden Bauten, meist in den typischen Kykladenfarben weiß und blau gehalten, der strahlende Himmel und das dunkelblaue Meer ergeben ein Gesamtbild, welches mit dem Ausdruck „überwältigend“ nur unzureichend beschrieben ist. Ich konnte sogar eine halbe Meile durch den Krater segeln, wobei mich ein Stück des Weges eine Delfinschule begleitete. Ich war schier aus dem Häuschen, als die liebenswerten Säuger seitlich auf mich zukamen, dabei spielerisch und elegant aus dem Wasser sprangen, um dann unter SANDPIPER durchzutauchen. Diesmal blieben sie so lange, dass ich sie fotografieren konnte. Ich schaute aber zu, dass ich so schnell als möglich aus dem Krater wieder rauskam, denn man weiß ja nie, wann der Vulkan wieder hochgeht, er ist ja noch aktiv….. Es ist schon ein seltsames Gefühl zu wissen, dass tief unten, nur von einem Pfropfen erkalteter Lava verschlossen, das Magma versucht, einen Weg an die Oberfläche zu finden. Der Krater ist immerhin 6 Meilen lang und 4 Meilen breit, dabei fast 400 Meter tief. Der Kraterrand ist zwischen 150 und 300 Meter hoch. Die Insel besteht eigentlich aus fünf Inseln, die Hauptinsel ist, erraten, THIRA. Am 05. April 2007 lief hier das Kreuzfahrtschiff „Sea Diamond“ bei gutem Wetter und ruhiger See auf ein (in den Seekarten eingezeichnetes) Riff und sank. Zwei Todesopfer waren bei dem Unfall damals zu beklagen.
Die vulkanische Erde ist sehr fruchtbar, so lässt der Bimssteinboden besonders gute Weine gedeihen. In der Antike wurde die Insel „Kalliste“ – die Schöne – genannt. Auf der Insel gab es eine bedeutende minoische Siedlung, deren Blüte jäh durch den Ausbruch des Vulkans um 1450 v. Chr. beendet wurde. Auch die minoische Kultur ging im Desaster der Eruption unter.
Ich rundete die Südseite von THIRA und lief, nachdem ich mich wieder über einige ungekennzeichnete Riffe aufgeregt hatte, unter Maschine in die Marina von VLYCHADA ein, wo Alex und der französische Skipper, den ich schon in NAXOS kennen gelernt hatte, meine Leinen übernahmen. Hier gibt es Strom und Internetzugang, allerdings kein Wasser. Diese Marina ist der einzige sichere Hafen auf ganz THIRA. Ich wurde freundlicherweise wieder auf die „Stella“ zu einem Abendessen eingeladen, wo ich dann auch einen gemütlichen Abend mit Susi und Alex verbrachte. Ein bisschen konnte ich mich durch die praktische Anwendung meines Könnens als Masseur bei den Beiden revanchieren.
Etmal: 29sm, Position: N 36° 20,22’ / E 025° 26,04’
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Die Nacht war nicht sehr dramatisch, von etlichen gewaltigen Böen abgesehen. Der Fährbetrieb blieb eingestellt, auch keiner von den Fischern wagte sich hinaus. Richtig los ging es aber erst am Vormittag, Iraklion Radio warnte per Navtex vor einem „strong Gale“. Am Strand rollten mächtige Wellen heran, mein Windmessgerät zeigte eine durchschnittliche Windstärke von 30 Knoten, der Maximalwert in den Böen lag bei unvorstellbaren 56 Knoten = über 100 Km/h!!! Der Schwell im Hafenbecken hielt sich in Grenzen, SANDPIPER ruckte aber doch ziemlich an ihren Festmacherleinen. Ich war wieder im Inselinneren mit dem Rad unterwegs, bei dem Wind kein reines Vergnügen…..
Beim Naschen von Haselnüssen habe ich mir (wieder einmal…) eine Plombe ausgebissen. Ich bin so was von sauer.
Gegen Abend lässt der Wind nach, die Wellen ebben ab. Morgen werde ich versuchen auszulaufen, Kurs auf die Insel THIRA / SANTORIN. Alex meldet sich, er liegt in THIRA / Hafen VLYCHADA. Dort geht es (wettermäßig) auch ganz schön zu.
Michi meldet sich ebenfalls, das Tief ist durchgezogen, nun geht los über den großen Teich, hinein in die Karibik. Farewell, mein Freund!
Beim Naschen von Haselnüssen habe ich mir (wieder einmal…) eine Plombe ausgebissen. Ich bin so was von sauer.
Gegen Abend lässt der Wind nach, die Wellen ebben ab. Morgen werde ich versuchen auszulaufen, Kurs auf die Insel THIRA / SANTORIN. Alex meldet sich, er liegt in THIRA / Hafen VLYCHADA. Dort geht es (wettermäßig) auch ganz schön zu.
Michi meldet sich ebenfalls, das Tief ist durchgezogen, nun geht los über den großen Teich, hinein in die Karibik. Farewell, mein Freund!
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Ein bisschen Schwell steht in den Hafen herein, aber es geht. Der Wind frischt gewaltig auf, wird böig. Die Wettervorhersage verspricht ja nichts Gutes, Sturm ist angesagt. Ich packe mein Mountainbike zum ersten Mal aus, da ich mindestens zwei Tage hier eingeweht sein werde. Es ist ein bisschen mühsam, die große Packtasche aus dem Vorschiff auf die Kaimauer zu bringen, ohne ein unfreiwilliges Bad zu nehmen. Vorher muss ich erst das Vorschiff Leerräumen…. Schnell ist das Rad zusammengebaut, ich versorge noch das Schiff, dann geht es ab in die Berge – eine ziemlich mühsame Angelegenheit, wie sich bald herausstellt. Vom Hafen schraubt es sich erst mal in die eigentliche Stadt, die Chora, welche zum Schutz vor Seeräubern befestigt auf einen Berggipfel erbaut wurde, hoch. Dort erst teilt sich die Straße auf. Ich fahre ins Inselinnere und genieße die imposante Landschaft. Allerdings lebt es sich hier abseits der Tourismuszone sehr bescheiden. Kleinflächige, extensiv betriebene Landwirtschaft beherrscht in der Ebene das Landschaftsbild. Sobald die Berge beginnen, tritt der nackte Fels zutage. Dazwischen, meistens an markanten Punkten, wie weiße Perlen in die Landschaft gestreut, eine überraschende Vielzahl an kleinen Kirchen, ich würde allerdings eher Kapellen dazu sagen. Allesamt weiß und blau gefärbelt. Dann, auf der Kuppe eines Berges auf der NO Seite der Insel, dort wo die modernen Windräder stehen, passiert etwas, was mir in meinem ganzen Leben noch nicht passiert ist: Ich muss vom Rad absteigen, da mich die Böen umzuwerfen drohen! Es war gewaltig, gleichzeitig war ich heilfroh, mein Schiff in einem sicheren Hafen zu wissen!
Kaum beim Schiff zurück, kam ein Beamter der Coast Guard zu mir und warnte mich eindringlich davor, auszulaufen, da ein gröberer Sturm käme und sogar der Fährbetrieb eingestellt würde. Er sprach von 9, örtlich bis 10 Beaufort Windstärke. Ich versprach ihm hoch und heilig, nicht auszulaufen (hatte ich sowieso nicht vor, da ich dank Freund Heli, Navtex und Grib – Daten bereits Bescheid wusste), und traf Vorbereitungen für das zu Erwartende: Alles was nicht Niet- und Nagelfest war kam unter Deck oder in die Backskisten, die Segel wurden fest verzurrt, das Fahrrad kam an Deck und wurde an die Wanten gebunden, die Leinen wurden verlängert und gleichzeitig die Muringleine dichter genommen, um mehr Abstand zur Kaimauer zu gewinnen. Ich fand es unheimlich nett von der Coast Guard, mich zu warnen. Hätte ich eigentlich nicht erwartet. Wieder eine positive Überraschung in meinem Leben!
Sorgen mache ich mir um Susi und Alex, die mit ihrer „Stella“ Richtung Thira (=Santorin) unterwegs sind. Dort ist die Liegeplatzsituation für ein so großes Schiff alles andere als günstig. Tina und Michi verschieben ihr Auslaufen von den Kanaren Richtung Karibik auch, um ein Tief durchziehen zu lassen. Lisa & Charly sind Richtung Rhodos unterwegs, hoffentlich haben sie einen guten Wetterbericht und wissen, was auf sie zukommt. Natalie und Jürgen, Sigrid und Michael sind in der halbfertigen Marina von Trizonia jedenfalls bestens geschützt.
Nun warten wir ab, was kommt….
Kaum beim Schiff zurück, kam ein Beamter der Coast Guard zu mir und warnte mich eindringlich davor, auszulaufen, da ein gröberer Sturm käme und sogar der Fährbetrieb eingestellt würde. Er sprach von 9, örtlich bis 10 Beaufort Windstärke. Ich versprach ihm hoch und heilig, nicht auszulaufen (hatte ich sowieso nicht vor, da ich dank Freund Heli, Navtex und Grib – Daten bereits Bescheid wusste), und traf Vorbereitungen für das zu Erwartende: Alles was nicht Niet- und Nagelfest war kam unter Deck oder in die Backskisten, die Segel wurden fest verzurrt, das Fahrrad kam an Deck und wurde an die Wanten gebunden, die Leinen wurden verlängert und gleichzeitig die Muringleine dichter genommen, um mehr Abstand zur Kaimauer zu gewinnen. Ich fand es unheimlich nett von der Coast Guard, mich zu warnen. Hätte ich eigentlich nicht erwartet. Wieder eine positive Überraschung in meinem Leben!
Sorgen mache ich mir um Susi und Alex, die mit ihrer „Stella“ Richtung Thira (=Santorin) unterwegs sind. Dort ist die Liegeplatzsituation für ein so großes Schiff alles andere als günstig. Tina und Michi verschieben ihr Auslaufen von den Kanaren Richtung Karibik auch, um ein Tief durchziehen zu lassen. Lisa & Charly sind Richtung Rhodos unterwegs, hoffentlich haben sie einen guten Wetterbericht und wissen, was auf sie zukommt. Natalie und Jürgen, Sigrid und Michael sind in der halbfertigen Marina von Trizonia jedenfalls bestens geschützt.
Nun warten wir ab, was kommt….
Dienstag, 2. Dezember 2008
Von Naxos nach Ios
Einige Irre störten meine Nachtruhe, die, offenbar ohne Auspuff und mit quietschenden Reifen, ihre Runden drehen mussten….
Das Wetter passt, ich nehme Kurs auf die kahle Gebirgsinsel IOS, welche etwa 29sm südlich von NAXOS liegt. Ca. 1,25sm SWS des Hafens von Naxos liegt ein Riff, welches bei ruhigem Wetter gerade noch so aus dem Wasser schaut, bei etwas Seegang aber schon nicht mehr zu sehen ist. 2002 sank hier eine Fähre, nachdem sie auf eben dieses Riff aufgelaufen ist. Dass diese Gefahrenstelle nicht gekennzeichnet ist, obwohl in meinem Handbuch (Rod Heikell, deutsche Ausgabe) als gekennzeichnet beschrieben, machte mich ziemlich fassungslos, da mein Kurs nur mit Glück knapp daran vorbei führte. Was ich in Griechenland an unbefeuerten und ungekennzeichneten Gefahrenstellen schon erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut mehr! Wie viele Fähren müssen denn noch sinken und wie viele Menschen müssen noch sterben, bevor die dafür Verantwortlichen endlich geeignete Maßnahmen setzen??? Dafür überfliegen mich fast jeden Tag Kampfflugzeuge, für das ist anscheinend genug Geld vorhanden……
Nach dem Passieren des Südkaps von Naxos kann ich die Segel setzen und die Insel IOS anliegen. In Rauschefahrt unter Vollzeug geht es gen Süden, bis ich in die Landabdeckung von IOS gelange, da muss dann wieder meine „eiserne Genua“, der Motor, ran. In der Hafenansteuerung überholt mich noch eine dieser Riesenfähren. Unfassbar, wie schnell die herangerauscht kam. Ich suche mir einen Platz direkt am Stadtkai, wo ich an einer Muringleine festmachen kann. Wiederum bin ich das einzige ausländische Segelschiff im Hafen. Ausnahmsweise bin ich diesmal bei Tageslicht angekommen…
P.s.: Die „Lästwanze“ mit dem gelben Drehlicht, die Tragflügelfähre, erreicht angeblich eine Geschwindigkeit von 30 Knoten!!! Das sind ca. 54 Km/h…. Zum Vergleich: Die theoretische Höchstgeschwindigkeit von SANDPIPER (Rumpfgeschwindigkeit) liegt bei ca. 6,3 Knoten….
Die Insel IOS wird übrigens als der Ort angesehen, an dem Homer zur letzten Ruhe gebettet sein soll. Ob das G’schichtl allerdings stimmt, kann ich nicht verifizieren….
Etmal: 29sm, Position: N 36° 43,34’ / E 025°16,43’
Das Wetter passt, ich nehme Kurs auf die kahle Gebirgsinsel IOS, welche etwa 29sm südlich von NAXOS liegt. Ca. 1,25sm SWS des Hafens von Naxos liegt ein Riff, welches bei ruhigem Wetter gerade noch so aus dem Wasser schaut, bei etwas Seegang aber schon nicht mehr zu sehen ist. 2002 sank hier eine Fähre, nachdem sie auf eben dieses Riff aufgelaufen ist. Dass diese Gefahrenstelle nicht gekennzeichnet ist, obwohl in meinem Handbuch (Rod Heikell, deutsche Ausgabe) als gekennzeichnet beschrieben, machte mich ziemlich fassungslos, da mein Kurs nur mit Glück knapp daran vorbei führte. Was ich in Griechenland an unbefeuerten und ungekennzeichneten Gefahrenstellen schon erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut mehr! Wie viele Fähren müssen denn noch sinken und wie viele Menschen müssen noch sterben, bevor die dafür Verantwortlichen endlich geeignete Maßnahmen setzen??? Dafür überfliegen mich fast jeden Tag Kampfflugzeuge, für das ist anscheinend genug Geld vorhanden……
Nach dem Passieren des Südkaps von Naxos kann ich die Segel setzen und die Insel IOS anliegen. In Rauschefahrt unter Vollzeug geht es gen Süden, bis ich in die Landabdeckung von IOS gelange, da muss dann wieder meine „eiserne Genua“, der Motor, ran. In der Hafenansteuerung überholt mich noch eine dieser Riesenfähren. Unfassbar, wie schnell die herangerauscht kam. Ich suche mir einen Platz direkt am Stadtkai, wo ich an einer Muringleine festmachen kann. Wiederum bin ich das einzige ausländische Segelschiff im Hafen. Ausnahmsweise bin ich diesmal bei Tageslicht angekommen…
P.s.: Die „Lästwanze“ mit dem gelben Drehlicht, die Tragflügelfähre, erreicht angeblich eine Geschwindigkeit von 30 Knoten!!! Das sind ca. 54 Km/h…. Zum Vergleich: Die theoretische Höchstgeschwindigkeit von SANDPIPER (Rumpfgeschwindigkeit) liegt bei ca. 6,3 Knoten….
Die Insel IOS wird übrigens als der Ort angesehen, an dem Homer zur letzten Ruhe gebettet sein soll. Ob das G’schichtl allerdings stimmt, kann ich nicht verifizieren….
Etmal: 29sm, Position: N 36° 43,34’ / E 025°16,43’
Montag, 1. Dezember 2008
Susi und Alex laufen aus, ich versuche Benzin zu bekommen. Leider liegt die erste Tankstelle weit entfernt am Stadtrand. Ich organisiere mir also ein Taxi, handle einen annehmbaren Preis aus. Insgesamt muss ich dreimal fahren (lassen), da ich nur einen 20 Liter Kanister habe und der Tank bis auf eine Restmenge von 4cm leer ist. Zu den 60,- € Benzinkosten kommen also noch 21,- € Taxikosten hinzu. Es ging leider nicht anders, da die Zapfsäule im Hafengelände schon lange außer Betrieb ist - wiederum ein herber Schlag für die Bordkassa. Dafür macht mir dann der Hafenkapo einen Spezialpreis, da ich ihm schon gestern nachdrücklich gesagt hatte, dass ich keine Rechnung benötigen würde….Für die drei Nächtigungen mit Strom und Wasser berappe ich nur 15,- € Da waren noch 5,- € für besagten Hafenkapo drinnen – alle waren glücklich….
Ich versuche für meinen Laptop einen Ersatzakku und eine neue W-Lan Verstärkerantenne zu bekommen – wiederum ein ergebnisloser Versuch.
Ich rasiere mich gründlich und schneide mir selbst die Haare – ich schaue ja schon aus wie ein Seeräuber - strawanze wiederum durch die lebhafte Stadt, verproviantiere mich frisch. Dem braven Motor gönne ich neue Zündkerzen und eine Inspektion, setze die neue „high aspect“ Fock und hole das Dingi ans Heck, denn morgen geht es wieder weiter!
Ich versuche für meinen Laptop einen Ersatzakku und eine neue W-Lan Verstärkerantenne zu bekommen – wiederum ein ergebnisloser Versuch.
Ich rasiere mich gründlich und schneide mir selbst die Haare – ich schaue ja schon aus wie ein Seeräuber - strawanze wiederum durch die lebhafte Stadt, verproviantiere mich frisch. Dem braven Motor gönne ich neue Zündkerzen und eine Inspektion, setze die neue „high aspect“ Fock und hole das Dingi ans Heck, denn morgen geht es wieder weiter!
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