Bis auf die lauten Fischerboote eine herrlich ungestörte Nacht verbracht. Der Letzte von ihnen kam um 01:30 zurück, der Erste fuhr um 05:30 wieder raus…. Ich weiß, ich weiß, die machen nur ihren Job, aber ärgerlich ist es trotzdem.
Ich rudere mit dem Schlaucherl zu der kleinen Ortschaft, über der die Kreuzritterruine thront und erkunde diese ausgiebig, einer der dort sesshaft gewordenen Seeräuber nimmt mir dafür 8 Lira ab. Überall in Stein gehauene Spuren einer schon frühen Besiedelung. Kein Wunder, so ein geschütztes Revier muss immer schon Seefahrer magisch angezogen haben. Die Ortschaft, Kale Köy, bietet einen mehr als ärmlichen Eindruck, nur schmale Steige zwischen den an den Burghang eng aneinander gebauten Häuschen, keine Strasse führt hierher, alles muss über den Wasserweg erfolgen. Hier steht auch der von Fotos bekannte Sarkophag im Wasser – die Erbauer hatten diesen vor Urzeiten auf festen Untergrund errichtet, erst durch eine natürliche Landabsenkung wurde er teilweise unter Wasser gesetzt. Unterhalb der Burgruine befindet sich eine frühzeitliche Begräbnisstätte, Sarkophag an Sarkophag, durch die Bank aufgebrochen und geplündert…. Manche dieser überdimensionalen Steinsärge wurden direkt aus dem gewachsenen Felsen gehauen. Die Deckel haben einen umlaufenden und übergreifenden Fries, damit sie nicht verrutschen können. Steinmetze müssen damals Hochkonjunktur gehabt haben. Ich frage mich, mit welchen Werkzeugen mögen sie wohl diese Leistung erbracht haben? Massive Felsblöcke dieser Größe so kunstvoll und exakt zu behauen sowie zu bewegen muss ein technisch anspruchsvoller und schweißtreibender Job gewesen sein.
Ich rudere zu zwei kleinen, malerischen Inselchen hinaus. Auch hier finde ich in Stein gehauene Treppen, Nischen und Mauerreste vor, deren Sinn mir verborgen bleibt. Waren es Kult- oder Opferstätten? Welcher Gottheit dienten sie? Ich kann diese Fragen nicht beantworten, fühle aber die spirituelle Bedeutung dieser Landschaft ganz stark in mir.
Montag, 30. März 2009
Von Kastellorizon nach Kekova
Diese Nacht war schon bedeutend wärmer! Mit dem neuen Solarpaneel bin ich auch zufrieden, bei optimaler Stellung zur Sonne lädt es mit 5,5 Ampere in meine Batterien. Nur das Händeln ist nun ein bisschen aufwändiger, bedingt durch seine Größe und dem Alurahmen.
Ich nehme Abschied von der schönen Insel Kastellorizon und laufe aus. Ich umrunde die Riffe zwischen den Inseln und kann bald die Segel setzen. Die türkische Gastlandflagge wird wieder gehisst und ich wechsle vom Okzident in den Orient zurück. Ich nehme Kurs auf Kekova, einem Naturschutzgebiet inmitten einer herrlichen Landschaft. Mein Blister zieht mich langsam aber stetig gen Osten, es weht nur ganz schwach, aber zumindest aus der richtigen Richtung. So richtig gemütliches Segeln ist angesagt. Langsam gleitet die Küste vorbei, ich baumle mit der Seele. Es wird heiß, das erste Mal heuer verwende ich Sonnencreme! Ein Delfinschwarm begleitet mich über einen längeren Zeitraum hinweg, anscheinend haben sie es nicht eilig, da sie mein Tempo, heiße zwei bis drei Knoten, schwimmen. Leider kommen sie nicht ganz zum Schiff, obwohl ich versuche sie anzulocken. Vielleicht ist mein Singen und Pfeifen zu unmelodisch für ihre Ohren…. Viel Zivilisationsabfall schwimmt an der Wasseroberfläche, macht mich ärgerlich. Ich schleppe meinen Müll tagelang an Bord mit bis zu einer Entsorgungsstelle und muss so etwas mit ansehen….
Der Wind steht günstig, ich beschließe daher, die schmale Einfahrt zwischen der Insel Kekova und dem Festland nur unter Blister zu durchsegeln. Mir ist klar, dass dort in der unmittelbaren Landabdeckung der Wind schralen oder ganz wegbleiben wird, deshalb starte ich schon vor der Einfahrt sicherheitshalber den Motor, falls ich ihn brauchen sollte. Wie erwartet fällt mitten in der Durchfahrt der Blister ein, das Schiff „verhungert“ sozusagen. Gut, dann nehme ich eben den Motor zu Hilfe. Ich bücke mich, lege den Gang ein und – ein mir schon bekanntes, unangenehmes Geräusch ertönt und der Motor stirbt ruckartig ab. Abgewürgt!!! Neiiiiin, nicht schon wieder!!! Ich hatte doch erst meine Krise!!! Mir wird plötzlich ganz heiß – manövrierunfähig zwischen den Felsen, was Blöderes kann’s doch gar nicht geben!!! Was tun? Ein schneller Kontrollblick zeigt, alle meine Leinen sind an Bord, der Rundumblick ins Wasser lässt auch nichts Außergewöhnliches erkennen, nichts ist zu sehen. Was ist da bloß wieder passiert? Ich versuche es noch einmal mit dem Motor, der Sieg der Hoffnung über die Vernunft. Natürlich dasselbe Ergebnis wie vorhin - nichts. Die Felsen kommen langsam aber sicher näher – ich muss irgendwie durch diese verdammte Durchfahrt kommen, danach habe ich dann freien Seeraum und Zeit zum Klarieren. Ich führe die Blisterschot aus der Hand, versuche dadurch jeden Hauch von Wind mit einer optimalen Segelstellung zu erwischen, mit der anderen Hand wrigge ich mit der Pinne, um ein bisschen Fahrt ins Schiff zu bekommen. Unendlich langsam dümple ich dahin, ab und zu füllt ein Hauch von Wind das Segel, gibt neue Hoffnung. Nicht um mich habe ich Angst, mein braves Schiff muss ich retten! Es geht sich dann doch halbwegs aus, ich komme gut an den Felsen vorbei, die Wassertiefe nimmt wieder rasch zu. Wie zum Hohn füllt der Wind plötzlich wieder das Segel, Sandpiper nimmt Fahrt auf… In der Mitte von Kekova Reede berge ich das Segel, lasse das bislang am Heck hochgebundene Schlauchboot zu Wasser, ziehe mich aus, setze meine Taucherbrille auf und steige ins (natürlich noch immer a….kalte) Wasser, nicht ohne mich vorher mit einem dickeren Festmacher gesichert zu haben, denn ein treibendes Schiff kann schneller sein als man denkt. Ein schneller Rundumblick unter Wasser, nichts ist zu sehen. Unter mir ist es tiefblau, Sonnenstrahlen dringen in die Tiefe - irgendwie unheimlich, mich fröstelt plötzlich. Ich tauche zum Propeller, was ich dort sehe lässt Zorn in mir hochsteigen: Ein größerer Plastiksack hat sich fest um die Schraube verwickelt und diese dadurch blockiert. Mehrere Tauchgänge mit dem Messer sind notwendig, um den Kunststoff zu entfernen. Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte und der Motor wieder normal funktionierte, setzte ich wieder den Blister. Ein Hauch von einem achterlichen Wind machte es dann möglich, einen seltenen seglerischen Höhepunkt erleben zu dürfen: Ich glitt lautlos durch eine fast mystisch zu nennende Landschaft, Häuser- und Kirchenruinen am Ufer, östlich einer kleinen Ortschaft steinerne Sarkophage, kleine Inseln und Riffe, umrahmt von karstigen Hügeln, in der graue Felsen und Maccia dominieren, von einer Burgruine gekrönt. Ich konnte, unter Blister segelnd, einen geschützten Ankerplatz ansteuern und das Ankermanöver fahren. Das Seglerherz war wieder mit der Welt versöhnt. So einen geschützten Ankerplatz gibt es nur ganz selten. Faktisch eine Lagune in einer Lagune. Fast wie im Paradies ist es hier, landschaftlich einmalig, unwahrscheinlich schön. Leider stören Fischer mit ihren lauten Motoren diese Idylle. Die meisten der Fischerboote hier sind mit luftgekühlten Einzylinder Baustellen – Dieselmotoren ausgestattet, wie sie z.B. auch in Rüttelplatten eingesetzt werden. Diese Motoren sind sehr laut und haben eine schlechte Schalldämpfung. Dafür sind sie halt billig…... Es hört sich fast wie ein 15er Steyr Traktor an.
Etmal: 15,5 sm, Position: N 36° 11,68’ / E 029° 51,37’
Ich nehme Abschied von der schönen Insel Kastellorizon und laufe aus. Ich umrunde die Riffe zwischen den Inseln und kann bald die Segel setzen. Die türkische Gastlandflagge wird wieder gehisst und ich wechsle vom Okzident in den Orient zurück. Ich nehme Kurs auf Kekova, einem Naturschutzgebiet inmitten einer herrlichen Landschaft. Mein Blister zieht mich langsam aber stetig gen Osten, es weht nur ganz schwach, aber zumindest aus der richtigen Richtung. So richtig gemütliches Segeln ist angesagt. Langsam gleitet die Küste vorbei, ich baumle mit der Seele. Es wird heiß, das erste Mal heuer verwende ich Sonnencreme! Ein Delfinschwarm begleitet mich über einen längeren Zeitraum hinweg, anscheinend haben sie es nicht eilig, da sie mein Tempo, heiße zwei bis drei Knoten, schwimmen. Leider kommen sie nicht ganz zum Schiff, obwohl ich versuche sie anzulocken. Vielleicht ist mein Singen und Pfeifen zu unmelodisch für ihre Ohren…. Viel Zivilisationsabfall schwimmt an der Wasseroberfläche, macht mich ärgerlich. Ich schleppe meinen Müll tagelang an Bord mit bis zu einer Entsorgungsstelle und muss so etwas mit ansehen….
Der Wind steht günstig, ich beschließe daher, die schmale Einfahrt zwischen der Insel Kekova und dem Festland nur unter Blister zu durchsegeln. Mir ist klar, dass dort in der unmittelbaren Landabdeckung der Wind schralen oder ganz wegbleiben wird, deshalb starte ich schon vor der Einfahrt sicherheitshalber den Motor, falls ich ihn brauchen sollte. Wie erwartet fällt mitten in der Durchfahrt der Blister ein, das Schiff „verhungert“ sozusagen. Gut, dann nehme ich eben den Motor zu Hilfe. Ich bücke mich, lege den Gang ein und – ein mir schon bekanntes, unangenehmes Geräusch ertönt und der Motor stirbt ruckartig ab. Abgewürgt!!! Neiiiiin, nicht schon wieder!!! Ich hatte doch erst meine Krise!!! Mir wird plötzlich ganz heiß – manövrierunfähig zwischen den Felsen, was Blöderes kann’s doch gar nicht geben!!! Was tun? Ein schneller Kontrollblick zeigt, alle meine Leinen sind an Bord, der Rundumblick ins Wasser lässt auch nichts Außergewöhnliches erkennen, nichts ist zu sehen. Was ist da bloß wieder passiert? Ich versuche es noch einmal mit dem Motor, der Sieg der Hoffnung über die Vernunft. Natürlich dasselbe Ergebnis wie vorhin - nichts. Die Felsen kommen langsam aber sicher näher – ich muss irgendwie durch diese verdammte Durchfahrt kommen, danach habe ich dann freien Seeraum und Zeit zum Klarieren. Ich führe die Blisterschot aus der Hand, versuche dadurch jeden Hauch von Wind mit einer optimalen Segelstellung zu erwischen, mit der anderen Hand wrigge ich mit der Pinne, um ein bisschen Fahrt ins Schiff zu bekommen. Unendlich langsam dümple ich dahin, ab und zu füllt ein Hauch von Wind das Segel, gibt neue Hoffnung. Nicht um mich habe ich Angst, mein braves Schiff muss ich retten! Es geht sich dann doch halbwegs aus, ich komme gut an den Felsen vorbei, die Wassertiefe nimmt wieder rasch zu. Wie zum Hohn füllt der Wind plötzlich wieder das Segel, Sandpiper nimmt Fahrt auf… In der Mitte von Kekova Reede berge ich das Segel, lasse das bislang am Heck hochgebundene Schlauchboot zu Wasser, ziehe mich aus, setze meine Taucherbrille auf und steige ins (natürlich noch immer a….kalte) Wasser, nicht ohne mich vorher mit einem dickeren Festmacher gesichert zu haben, denn ein treibendes Schiff kann schneller sein als man denkt. Ein schneller Rundumblick unter Wasser, nichts ist zu sehen. Unter mir ist es tiefblau, Sonnenstrahlen dringen in die Tiefe - irgendwie unheimlich, mich fröstelt plötzlich. Ich tauche zum Propeller, was ich dort sehe lässt Zorn in mir hochsteigen: Ein größerer Plastiksack hat sich fest um die Schraube verwickelt und diese dadurch blockiert. Mehrere Tauchgänge mit dem Messer sind notwendig, um den Kunststoff zu entfernen. Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte und der Motor wieder normal funktionierte, setzte ich wieder den Blister. Ein Hauch von einem achterlichen Wind machte es dann möglich, einen seltenen seglerischen Höhepunkt erleben zu dürfen: Ich glitt lautlos durch eine fast mystisch zu nennende Landschaft, Häuser- und Kirchenruinen am Ufer, östlich einer kleinen Ortschaft steinerne Sarkophage, kleine Inseln und Riffe, umrahmt von karstigen Hügeln, in der graue Felsen und Maccia dominieren, von einer Burgruine gekrönt. Ich konnte, unter Blister segelnd, einen geschützten Ankerplatz ansteuern und das Ankermanöver fahren. Das Seglerherz war wieder mit der Welt versöhnt. So einen geschützten Ankerplatz gibt es nur ganz selten. Faktisch eine Lagune in einer Lagune. Fast wie im Paradies ist es hier, landschaftlich einmalig, unwahrscheinlich schön. Leider stören Fischer mit ihren lauten Motoren diese Idylle. Die meisten der Fischerboote hier sind mit luftgekühlten Einzylinder Baustellen – Dieselmotoren ausgestattet, wie sie z.B. auch in Rüttelplatten eingesetzt werden. Diese Motoren sind sehr laut und haben eine schlechte Schalldämpfung. Dafür sind sie halt billig…... Es hört sich fast wie ein 15er Steyr Traktor an.
Etmal: 15,5 sm, Position: N 36° 11,68’ / E 029° 51,37’
Sonntag, 29. März 2009
Etwas Schwell stand in die Bucht herein, aber es war zum Aushalten. Wie in Griechenland üblich, rauscht mitten in der Nacht eine riesige Fähre in den Hafen. Dass die sich in der Nacht in dieses riffverseuchte Gewässer wagen erstaunt mich doch sehr.
Ein herrlicher Tag beginnt, ich starte zu einer Wanderung über die Insel, die mir ausnehmend gut gefällt. Ich beginne mit der „Himmelsstiege“, welche auf ein verkarstetes Hochplateau führt. Irgendwann habe ich die Stufen zu Zählen aufgehört, es waren einfach zu viele….(In einem Prospekt fand ich dann die Antwort: es waren 401….) oben angelangt wurde ich mit einem herrlichen Fernblick auf das offene Meer und auf das türkische Festland mit seinen noch immer schneebedeckten Berggipfeln belohnt.

Einige aus Stein gebaute Kleinbefestigungsanlagen, noch aus der Zeit der Freiheitskämpfe und des zweiten Weltkrieges stammend, schmiegen sich, das Gelände ausnutzend an den Rand des Plateaus - freies Schussfeld bis hinüber zur türkischen Küste. In den Dolinen (Senken im Fels), wo sich die fruchtbare rote Erde sammelt, weiden Ziegen.

Nur ganz wenige Schafe sind darunter. Mittendrin ein verlassenes und halb verfallenes Kloster, dessen Kirchlein im Inneren aber ist frisch renoviert. Bis auf das Bimmeln der Glocken, welche einige Ziegen tragen, herrscht friedvolle Ruhe in der bizarr – schönen Felsenlandschaft. Reste von verlassenen Häusern, einfache flache Steinbauten, und mühsam in die Felsen geschlagene Wasserzisternen, wobei schräge Felsplatten geschickt als natürliche Zuläufe mit einbezogen wurden, zeugen von einer frühen Besiedelung.

Am Fuße einer Felswand entdecke ich ein einfach gehaltenes, einsames Felsengrab, leider aufgebrochen und geplündert. Für wem war dieses Doppelgrab in der Einsamkeit wohl bestimmt? War es als Familiengrab gedacht? Waren es Lykier oder Dorer? Ich werde es nie erfahren….
Zwischen einigen ledrig - grünen Grasbüscheln entdecke ich eine Landschildkröte. Ich nehme sie hoch und muss zu meinem Erstaunen feststellen, das dieses urzeitlich anmutende Tierchen fauchen kann, und zwar ganz schön - klingt ähnlich einer Katze. Anscheinend passt es ihr nicht, von mir schamlos beäugt zu werden…..Große Eidechsen flüchten vor mir, wobei ich nicht weiß, wer von uns sich mehr erschreckt hat. Einer kleinen Felswand kann ich nicht widerstehen, zu einladend ist das griffige und scharfkantige Gestein, ich musste einfach raufklettern. Ich untersuchte einige militärische Einrichtungen, allesamt machen sie den Eindruck nicht fertig gestellt zu sein, von Bewaffnung keine Spur, Ziegen verwenden die Anlagen als willkommene Unterstände. Interessanterweise wurden diese Bunker und Batteriestellungen an der von der türkischen Seite abgewandten Seite der Berghänge gebaut, sind also durch direkten Beschuss von der Küste her nicht zu treffen.

Ich wandere zum Mini – Flughafen, welcher abgesperrt ist und einen ziemlich verlassenen Eindruck erweckt. Ich nehme an, dass er hauptsächlich militärischen Zwecken dient.

Ich komme bei einer Kaserne vorbei, wo einige Kanonen stehen. Die umherstreifenden Wachsoldaten machen zwar unfreundliche Nasenlöcher, trotzdem gelingt es mir, ein Foto davon zu machen. Die solchen sich nicht ins Hemd machen, wegen den paar alten Schiessprügeln…

Bei der Hafeneinfahrt steht eine Moschee, sogar frisch restauriert – eine Rarität in Griechenland. Vielleicht ein Zugeständnis an die vielen türkischen Besucher, die vom Festland auf Kurzbesuch herüberkommen?

Ziemlich müde aber rundum zufrieden und glücklich komme ich zu meinem kleinen Schiff zurück, kühle meine rauchenden Füße im Meer und belohne mich mit einem leckeren Gemüsereis a la Gerhard. Eigentlich wollte ich davon ja für morgen etwas aufheben, aber meine Eigenkreation schmeckte mir so gut, dass ich die doppelte Portion gleich auf einmal aufaß. Mit einer guten Tasse Kaffee im Cockpit ließ ich den Tag ausklingen. Gott war das ein schöner Tag!!!
Ein herrlicher Tag beginnt, ich starte zu einer Wanderung über die Insel, die mir ausnehmend gut gefällt. Ich beginne mit der „Himmelsstiege“, welche auf ein verkarstetes Hochplateau führt. Irgendwann habe ich die Stufen zu Zählen aufgehört, es waren einfach zu viele….(In einem Prospekt fand ich dann die Antwort: es waren 401….) oben angelangt wurde ich mit einem herrlichen Fernblick auf das offene Meer und auf das türkische Festland mit seinen noch immer schneebedeckten Berggipfeln belohnt.
Einige aus Stein gebaute Kleinbefestigungsanlagen, noch aus der Zeit der Freiheitskämpfe und des zweiten Weltkrieges stammend, schmiegen sich, das Gelände ausnutzend an den Rand des Plateaus - freies Schussfeld bis hinüber zur türkischen Küste. In den Dolinen (Senken im Fels), wo sich die fruchtbare rote Erde sammelt, weiden Ziegen.
Nur ganz wenige Schafe sind darunter. Mittendrin ein verlassenes und halb verfallenes Kloster, dessen Kirchlein im Inneren aber ist frisch renoviert. Bis auf das Bimmeln der Glocken, welche einige Ziegen tragen, herrscht friedvolle Ruhe in der bizarr – schönen Felsenlandschaft. Reste von verlassenen Häusern, einfache flache Steinbauten, und mühsam in die Felsen geschlagene Wasserzisternen, wobei schräge Felsplatten geschickt als natürliche Zuläufe mit einbezogen wurden, zeugen von einer frühen Besiedelung.
Am Fuße einer Felswand entdecke ich ein einfach gehaltenes, einsames Felsengrab, leider aufgebrochen und geplündert. Für wem war dieses Doppelgrab in der Einsamkeit wohl bestimmt? War es als Familiengrab gedacht? Waren es Lykier oder Dorer? Ich werde es nie erfahren….
Zwischen einigen ledrig - grünen Grasbüscheln entdecke ich eine Landschildkröte. Ich nehme sie hoch und muss zu meinem Erstaunen feststellen, das dieses urzeitlich anmutende Tierchen fauchen kann, und zwar ganz schön - klingt ähnlich einer Katze. Anscheinend passt es ihr nicht, von mir schamlos beäugt zu werden…..Große Eidechsen flüchten vor mir, wobei ich nicht weiß, wer von uns sich mehr erschreckt hat. Einer kleinen Felswand kann ich nicht widerstehen, zu einladend ist das griffige und scharfkantige Gestein, ich musste einfach raufklettern. Ich untersuchte einige militärische Einrichtungen, allesamt machen sie den Eindruck nicht fertig gestellt zu sein, von Bewaffnung keine Spur, Ziegen verwenden die Anlagen als willkommene Unterstände. Interessanterweise wurden diese Bunker und Batteriestellungen an der von der türkischen Seite abgewandten Seite der Berghänge gebaut, sind also durch direkten Beschuss von der Küste her nicht zu treffen.
Ich wandere zum Mini – Flughafen, welcher abgesperrt ist und einen ziemlich verlassenen Eindruck erweckt. Ich nehme an, dass er hauptsächlich militärischen Zwecken dient.
Ich komme bei einer Kaserne vorbei, wo einige Kanonen stehen. Die umherstreifenden Wachsoldaten machen zwar unfreundliche Nasenlöcher, trotzdem gelingt es mir, ein Foto davon zu machen. Die solchen sich nicht ins Hemd machen, wegen den paar alten Schiessprügeln…
Bei der Hafeneinfahrt steht eine Moschee, sogar frisch restauriert – eine Rarität in Griechenland. Vielleicht ein Zugeständnis an die vielen türkischen Besucher, die vom Festland auf Kurzbesuch herüberkommen?
Ziemlich müde aber rundum zufrieden und glücklich komme ich zu meinem kleinen Schiff zurück, kühle meine rauchenden Füße im Meer und belohne mich mit einem leckeren Gemüsereis a la Gerhard. Eigentlich wollte ich davon ja für morgen etwas aufheben, aber meine Eigenkreation schmeckte mir so gut, dass ich die doppelte Portion gleich auf einmal aufaß. Mit einer guten Tasse Kaffee im Cockpit ließ ich den Tag ausklingen. Gott war das ein schöner Tag!!!
Samstag, 28. März 2009
Vom Orient zum Okzident, oder von Asien zurück nach Europa
Am Morgen hat es wieder 11 Grad in der Kajüte…. Aber als die Sonne über die Berge steigt wird es schnell warm, ein herrlicher, wolkenloser Tag beginnt. Ich gehe noch schnell einkaufen, denn auf der Insel Kastellorizon (Türkisch: Meis), meinem nächsten Etappenziel, gibt es angeblich nicht viel. Das besondere an dieser Insel ist, dass sie die östlichste Insel des Dodekanes ist, zu Griechenland (also Europa / Okzident) gehört und keine 3 Seemeilen vom türkischen Festland (Asien / Orient) entfernt ist. Ein einsamer Vorposten Griechenlands im Osten sozusagen. Immerhin 70 sm von Rhodos und 270 sm von Athen entfernt. Sie muss von mindestens 200 Menschen muss bewohnt werden, sonst fällt sie an die Türkei zurück. Die griechische Regierung lässt sich diese Enklave einiges kosten, Sogar einen Flugplatz gibt es dort.
Bevor ich allerdings Ablegen kann gibt es ein noch ein klitzekleines Problem: Einer der beiden Heckanker hat sich am Grund total verklemmt, genauer gesagt das aufgesetzte Reitgewicht mit der Sorgleine. Das Gerödel mit dem Reitgewicht reicht mir jetzt, beim nächsten Yacht – Chandler besorge ich mir statt dessen einen anständigen Kettenvorlauf. Wie ich diesen allerdings permanent einsatzbereit verstauen werde weiß ich noch nicht. Ich probiere hin und her, versuche mit dem Schlaucherl aus einer anderen Richtung Zug auf das Ankergeschirr auszuüben, aber es rührt sich nichts. Was bleibt mir also anderes übrig, als ins noch immer a….kalte Wasser zu steigen und tauchender Weise die Sache zu klarieren? Irgendwie habe ich aber dabei die Tiefe unterschätzt und verpasse einmal den Druckausgleich – meine Ohren reagieren sofort mit Schmerz. Ich bin sowieso schon sauer (Hafenwasser ist ja sooooo sauber….) und nun das auch noch dazu. Angeblich bin ich heuer der erste Tourist im Wasser. [Sarkasmusmodus / on] Toll, ich wollte immer schon einmal bei irgendwas der Erste sein…. [Sarkasmusmodus / off].
Nachdem ich mich in der Sonne wieder aufgewärmt habe dümple ich los, denn bei knapp 5 Knoten Wind, noch dazu gegenan, will mein altes Mädchen nicht so recht. Ich setze die griechische Gastlandflagge, umschiffe die Riffe vor Kastellorizon und lege mich dort in der Bucht Mandraki vor Anker.

Beim ersten Landgang steige ich zum genuesischen Kastell, dem „Castello Rosso“, die rote Burg, hoch – warum die so heißt weiß ich nicht, rot ist sie jedenfalls nicht… Die Aussicht von dort ist herrlich, die klare Luft gewährt eine tolle Fernsicht. Am Abend verlege ich mich in den Hafen des Hauptortes Megisti, lege mich aber auch dort vor Anker. Ich empfange zwar etliche Netze, leider sind alle verschlüsselt.

Das „Einklarieren“ verlief völlig problemlos, der junge Beamte, den ich sicherheitshalber aufsuchte, wollte überhaupt keine Papiere sehen. Sinngemäß erklärte er es mir so: „Der Tourismus ist für diese kleine, faktisch im Feindesland liegende Insel derart überlebenswichtig, dass man Ankommende mit möglichst wenig bürokratischen Hindernissen, welche sonst abschreckend wirkend und von einem Besuch der Insel abhalten könnten, belasten will. Daher die extrem großzügige Regelung“. Ich hatte zwar das griechische „Pleasure Craft Traffic Document“ bei mir (weil ich Schlingel ja in Griechenland gar nicht ausklariert habe, bitte nicht weitersagen…) aber er meinte, wenn er mir einen Stempel gäbe, hätte er Arbeit und ich müsste dafür bezahlen – das wollten wir doch beide nicht, oder? Der junge Mann war mir schlagartig sympathisch…
Gleich hinter dem Ort ragt ein ziemlich hoher Felsabsturz auf, auf dessen Plateau eine abenteuerliche Stiege hinaufführt. Für mich habe ich sie „Himmelsstiege“ getauft. Dort werde ich mich morgen wohl sportlich betätigen müssen….

Etmal: 5 sm, Position: N 36° 08,92’ / E 029° 35,89’
Bevor ich allerdings Ablegen kann gibt es ein noch ein klitzekleines Problem: Einer der beiden Heckanker hat sich am Grund total verklemmt, genauer gesagt das aufgesetzte Reitgewicht mit der Sorgleine. Das Gerödel mit dem Reitgewicht reicht mir jetzt, beim nächsten Yacht – Chandler besorge ich mir statt dessen einen anständigen Kettenvorlauf. Wie ich diesen allerdings permanent einsatzbereit verstauen werde weiß ich noch nicht. Ich probiere hin und her, versuche mit dem Schlaucherl aus einer anderen Richtung Zug auf das Ankergeschirr auszuüben, aber es rührt sich nichts. Was bleibt mir also anderes übrig, als ins noch immer a….kalte Wasser zu steigen und tauchender Weise die Sache zu klarieren? Irgendwie habe ich aber dabei die Tiefe unterschätzt und verpasse einmal den Druckausgleich – meine Ohren reagieren sofort mit Schmerz. Ich bin sowieso schon sauer (Hafenwasser ist ja sooooo sauber….) und nun das auch noch dazu. Angeblich bin ich heuer der erste Tourist im Wasser. [Sarkasmusmodus / on] Toll, ich wollte immer schon einmal bei irgendwas der Erste sein…. [Sarkasmusmodus / off].
Nachdem ich mich in der Sonne wieder aufgewärmt habe dümple ich los, denn bei knapp 5 Knoten Wind, noch dazu gegenan, will mein altes Mädchen nicht so recht. Ich setze die griechische Gastlandflagge, umschiffe die Riffe vor Kastellorizon und lege mich dort in der Bucht Mandraki vor Anker.
Beim ersten Landgang steige ich zum genuesischen Kastell, dem „Castello Rosso“, die rote Burg, hoch – warum die so heißt weiß ich nicht, rot ist sie jedenfalls nicht… Die Aussicht von dort ist herrlich, die klare Luft gewährt eine tolle Fernsicht. Am Abend verlege ich mich in den Hafen des Hauptortes Megisti, lege mich aber auch dort vor Anker. Ich empfange zwar etliche Netze, leider sind alle verschlüsselt.
Das „Einklarieren“ verlief völlig problemlos, der junge Beamte, den ich sicherheitshalber aufsuchte, wollte überhaupt keine Papiere sehen. Sinngemäß erklärte er es mir so: „Der Tourismus ist für diese kleine, faktisch im Feindesland liegende Insel derart überlebenswichtig, dass man Ankommende mit möglichst wenig bürokratischen Hindernissen, welche sonst abschreckend wirkend und von einem Besuch der Insel abhalten könnten, belasten will. Daher die extrem großzügige Regelung“. Ich hatte zwar das griechische „Pleasure Craft Traffic Document“ bei mir (weil ich Schlingel ja in Griechenland gar nicht ausklariert habe, bitte nicht weitersagen…) aber er meinte, wenn er mir einen Stempel gäbe, hätte er Arbeit und ich müsste dafür bezahlen – das wollten wir doch beide nicht, oder? Der junge Mann war mir schlagartig sympathisch…
Gleich hinter dem Ort ragt ein ziemlich hoher Felsabsturz auf, auf dessen Plateau eine abenteuerliche Stiege hinaufführt. Für mich habe ich sie „Himmelsstiege“ getauft. Dort werde ich mich morgen wohl sportlich betätigen müssen….
Etmal: 5 sm, Position: N 36° 08,92’ / E 029° 35,89’
Freitag, 27. März 2009
Sandpiper mit dem neuen Solarpaneel im Hafen von Kas:

Die zum Schutz gegen Wellen hochgezogene Kaimauer ist an der Innenseite mit verschiedenen Bildern bemalt, man kann fast sagen mit Kunstwerken. Endlich einmal keine wildes Lackdosengesprühe, wie es in Griechenland so häufig anzutreffen ist.…

Dieses hier hat mir am besten gefallen:

Ich durchwandere die Stadt, besichtige das gut erhaltene Amphitheater und klettere zu lykische Felsgräber hoch. Es herrscht rege Bautätigkeit, es ist sehr lebhaft, am Stadtrand aber sehr schmutzig. Touristennepp überall. Mir gefällt es hier überhaupt nicht, abgesehen von der imposanten Bergkulisse, welche unmittelbar hinter der Stadt aufragt.
Zurzeit befindet sich die Türkei im Wahlkampffieber, die Auswirkungen sind leider unüberhör- und unübersehbar: Viele Fähnchen, mit Bildern beklebte Lautsprecherwagen, welche unentwegt umherkurven und mit übersteuerten Lautsprechern möglichst laut ihre Wahlparolen unters Volk bringen. Meistens dargebracht von hektischen Frauenstimmen, untermalt mit (zumindest für meine Ohren) grässlicher Musik. Echt lästig das Ganze.
Das Wetter ist ziemlich durchwachsen, die Leute sprechen hier vom kältesten Winter seit dreißig Jahren. Ich kaufe ein und ergänze meine Benzinvorräte, wobei der Tankwart es schafft, in meinen 20 Liter Kanister 23 Liter einzufüllen. Ich fürchte, ich habe wieder einmal nicht genug aufgepasst und der Typ hat mich beschummelt. Schön langsam nerven mich die unentwegten Abzockversuche…..
Die zum Schutz gegen Wellen hochgezogene Kaimauer ist an der Innenseite mit verschiedenen Bildern bemalt, man kann fast sagen mit Kunstwerken. Endlich einmal keine wildes Lackdosengesprühe, wie es in Griechenland so häufig anzutreffen ist.…
Dieses hier hat mir am besten gefallen:
Ich durchwandere die Stadt, besichtige das gut erhaltene Amphitheater und klettere zu lykische Felsgräber hoch. Es herrscht rege Bautätigkeit, es ist sehr lebhaft, am Stadtrand aber sehr schmutzig. Touristennepp überall. Mir gefällt es hier überhaupt nicht, abgesehen von der imposanten Bergkulisse, welche unmittelbar hinter der Stadt aufragt.
Zurzeit befindet sich die Türkei im Wahlkampffieber, die Auswirkungen sind leider unüberhör- und unübersehbar: Viele Fähnchen, mit Bildern beklebte Lautsprecherwagen, welche unentwegt umherkurven und mit übersteuerten Lautsprechern möglichst laut ihre Wahlparolen unters Volk bringen. Meistens dargebracht von hektischen Frauenstimmen, untermalt mit (zumindest für meine Ohren) grässlicher Musik. Echt lästig das Ganze.
Das Wetter ist ziemlich durchwachsen, die Leute sprechen hier vom kältesten Winter seit dreißig Jahren. Ich kaufe ein und ergänze meine Benzinvorräte, wobei der Tankwart es schafft, in meinen 20 Liter Kanister 23 Liter einzufüllen. Ich fürchte, ich habe wieder einmal nicht genug aufgepasst und der Typ hat mich beschummelt. Schön langsam nerven mich die unentwegten Abzockversuche…..
Donnerstag, 26. März 2009
Von Kalkan nach Kas
Aus der angenehmen Dünung wurde in der Nacht ziemlich unangenehmer Schwell, das Schwert klappert, die Gläser klirren und Sandpiper schaukelt, als wenn es um ihr Leben ginge. Warum sich das Schiff nicht in den Wind dreht, sondern immer quer zur Welle legt ist mir nach wie vor ein Rätsel. Ich breche zeitlich auf, die Wellen in der Bucht haben ganz schön zugelegt, ich bin froh, dass ich von hier wegkomme. Allerdings muss ich die ganze Bucht von Kalkan hinausmotoren, der Wind steht genau herein. Als ich endlich die Segel setzen kann zieht ein Gewitter auf, das sich gewaschen hat. Die schwarze Regenwand kommt rasch näher, vor der ersten Böe hole ich noch die Fock runter, bei viel Wind fange ich mir gar nichts mehr mit dem Einrollen an, denn meiner Rolleinrichtung traue ich nicht mehr ganz – und nochmals möchte ich nicht so eine Eieruhr wie vor der Insel Paros fabrizieren. Die Gewitterwolken fangen sich am Gebirge, die Sicht wird ziemlich schlecht. An sich alles kein Problem, ich habe die Segelgrößen den herrschenden und zu erwartenden Bedingungen rechtzeitig angepasst, habe ausreichend gefrühstückt, bin in meinen Schwerwetteranzug geschlüpft und bin guter Dinge, trotz des Regens. Das Problem ist, ich muss unter Segel zwischen einigen kleinen Inseln durch und an zwei Riffen vorbei, wovon eines überhaupt nicht und das Andere „eventuell“ gekennzeichnet ist. Kommentar auf der Seekarte: “Tonne liegt nicht immer aus“ Na bravo, wieder einmal ein positiver Beitrag zur Sicherheit auf See, oder wie??? Bei diesen Sichtbedingungen kommt natürlich Spannung auf, noch dazu bin ich Brillenträger, die angeregneten Brillengläser machen die Sicht natürlich auch nicht klarer. Fluchen, bin ich draufgekommen, bringt allerdings in solchen Situationen auch nicht viel… Nachdem die Front durchgezogen ist, ich meine Brillen wieder geputzt habe, ergo wieder etwas sehe, trifft mich fast der Schlag: Dort, zwischen den beiden kleinen Inselchen, wo ich vor einer Viertelstunde noch gesegelt bin, steht, drohend in den Himmel ragend, eine Wasserhose!!! Es wird Zeit für meine Krise…... Ich versuche den Kurs der unheimlichen Erscheinung festzustellen, um im Falle ihres Näherkommens im rechten Winkel ausweichen zu können. Blöd, wenn man segelt und Riffe in der Nähe sind. Das Ding bewegt sich aber auf eine der kleinen Inseln zu und bei Erreichen derselben löst es sich quasi auf, der Rüssel verschwindet mit anmutigen Bewegungen gen Himmel und geht dann in einer Regenwolke auf. Ich bin richtig baff über diese noch nie gesehene Erscheinung.

Bei Kas lege ich mich erstmals in die Ankerbucht, in der ist mir aber zu viel Schwell, daher verlege ich mich in den Hafen. Das Anlegemanöver mit Heckanker muss ich zweimal fahren, da ich etwas zu früh den Gang rausgenommen habe und zwei Meter vor der Kaimauer „verhungere“. Ich stehe am Bug, bereit zum Springen, die Vorleine in der Hand, und dann das…. Eine helfende Hand fehlt mir bei Anlegemanövern dieser Art schon sehr. Einen zweiten Heckanker (Aluminium) habe ich dann mit dem Schlaucherl ausgebracht, da der Wind seitlich kommt und Sandpiper etwas schräg liegt. Zum ersten Mal interessiert sich der Zoll für mich, er hat geglaubt ich komme von der griechischen Insel gleich gegenüber. Er hat aber nur meine Papiere angeschaut, sonst nichts.
So ein Typ dreht mir im Hafen mit einem blöden „Tierfutter“ Schmäh eine wertlose Plakette an. Die hänge ich mir zur Warnung gut sichtbar ins Schiff, damit ich nicht noch mal auf so was hereinfalle.
Im Hafen gibt es Duschen für 6 Lira, das sind knapp 3 €. Das ist zwar keine Okassion, aber was soll’s. Weil ich so schön sauber und adrett bin und gerade beim Geldausgeben bin, gehe ich ins beste Restaurant am Hafen und leiste mir, zum ersten Mal in meinem Leben, einen Schwertfisch. Ich kann nur sagen: Lecker!!! Die Fischsuppe war zwar nichts besonderes, das Ambiente und das Service waren aber sehr gut. Der Preis? 30 Lira – das war der Abend locker wert. Dabei habe ich mir gleich den Internetcode des Restaurants besorgt, den ich dann am Schiff weiter benutze.
Bei Kas lege ich mich erstmals in die Ankerbucht, in der ist mir aber zu viel Schwell, daher verlege ich mich in den Hafen. Das Anlegemanöver mit Heckanker muss ich zweimal fahren, da ich etwas zu früh den Gang rausgenommen habe und zwei Meter vor der Kaimauer „verhungere“. Ich stehe am Bug, bereit zum Springen, die Vorleine in der Hand, und dann das…. Eine helfende Hand fehlt mir bei Anlegemanövern dieser Art schon sehr. Einen zweiten Heckanker (Aluminium) habe ich dann mit dem Schlaucherl ausgebracht, da der Wind seitlich kommt und Sandpiper etwas schräg liegt. Zum ersten Mal interessiert sich der Zoll für mich, er hat geglaubt ich komme von der griechischen Insel gleich gegenüber. Er hat aber nur meine Papiere angeschaut, sonst nichts.
So ein Typ dreht mir im Hafen mit einem blöden „Tierfutter“ Schmäh eine wertlose Plakette an. Die hänge ich mir zur Warnung gut sichtbar ins Schiff, damit ich nicht noch mal auf so was hereinfalle.
Im Hafen gibt es Duschen für 6 Lira, das sind knapp 3 €. Das ist zwar keine Okassion, aber was soll’s. Weil ich so schön sauber und adrett bin und gerade beim Geldausgeben bin, gehe ich ins beste Restaurant am Hafen und leiste mir, zum ersten Mal in meinem Leben, einen Schwertfisch. Ich kann nur sagen: Lecker!!! Die Fischsuppe war zwar nichts besonderes, das Ambiente und das Service waren aber sehr gut. Der Preis? 30 Lira – das war der Abend locker wert. Dabei habe ich mir gleich den Internetcode des Restaurants besorgt, den ich dann am Schiff weiter benutze.
Mittwoch, 25. März 2009
Gegen Morgen kommt die Küstenwache gleich dreimal (!!!) in die Bucht herein, unternimmt aber nichts, sondern dümpelt nur in der Gegend herum und nervt mich, da sie die Maschine(n) dabei nicht abstellen. Die Stimmung steigt aber wieder, als ich in der Bucht einen Schwarm spielender Delfine entdecke. Leider kommen sie nicht bis ans Schiff heran, schade. Es regnet wieder einmal, ich lege einen Servicetag ein. Schon lange anstehende Sachen, die mich eh schon ewig nerven, werden erledigt, wie z.B. die Mastnut reinigen und schmieren, da das Groß schon ziemlich streng hochgeht, Metallteile und Werkzeuge entrosten, usw. Da ich Clevererweise die neue Stroboskoplampe mit einem Schäkel an der Saling befestigt habe, muss ich wieder in den Mast aufentern, um das lästige Quietschen beseitigen zu können. Diesmal schaffte ich es ohne Steighilfe, schließlich war ich in meiner Jugend ein begeisterter Baumkraxler. Außerdem ist es sowieso mehr eine Frage der Technik als der Kraft, ob man hinaufkommt oder nicht….

Zur Ehrenrettung der Herstellerfirma des Solarpaneels, der Fa. Solara, sei noch angemerkt, dass sich ein Techniker telefonisch bei mir gemeldet hat, helfen konnte er mir allerdings auch nicht.
Gegen Abend dreht der Wind, plötzlich liege ich auf Legerwall. Nachdem der Wetterbericht aber keine dramatische Zunahme des Windes verspricht, bleibe ich so liegen. Mein Bügelanker ist gut eingefahren und dreißig Meter Kette sind auch draußen. Da kann schon einiges kommen!
Zur Ehrenrettung der Herstellerfirma des Solarpaneels, der Fa. Solara, sei noch angemerkt, dass sich ein Techniker telefonisch bei mir gemeldet hat, helfen konnte er mir allerdings auch nicht.
Gegen Abend dreht der Wind, plötzlich liege ich auf Legerwall. Nachdem der Wetterbericht aber keine dramatische Zunahme des Windes verspricht, bleibe ich so liegen. Mein Bügelanker ist gut eingefahren und dreißig Meter Kette sind auch draußen. Da kann schon einiges kommen!
Dienstag, 24. März 2009
Von Fethiye nach Kalkan
06:30 – der hektische Wecker wirft mich aus der Koje, ich will nicht wieder in der Nacht in unbekannten Gewässern herumkrebsen…. Nach der Verabschiedung von S+C muss ich aus der Bucht von Fethiye hinaus Motoren – dabei eine große Schildkröte gesichtet. Vielleicht war es das Monstertier, welches S+C gesehen haben. Ich bin vorsichtig hingefahren, aber das schlaue Tier ist leider abgetaucht, daher kann ich keine Angaben über seine Größe machen. Ziemlich viel Dreck schwimmt in der abgeschlossenen Bucht herum, da der Wasseraustausch ziemlich gering sein dürfte und von der betriebsamen Werft einiges herangeschwommen kommt…Nach dem Runden des Kaps der großen Bucht von Fethiye dreht der Wind, um die 15 - 20 Knoten achterlichen Wind treiben mich rasch vorwärts. Wäre ja an sich kein Problem, der Autopilot war aber bald überfordert, da die Wellen, welche von achtern angerauscht kamen, unangenehme Höhen erreichten. Stundenlang hatte ich alle Hände voll zu tun, da das Wellenbild uneinheitlich war und ich höllisch aufpassen musste, um keine Patenthalse zu fabrizieren. Für einen „Butterfly“ ging es sich nicht ganz aus, die Fock kam aber in die Abdeckung des Groß, war daher wirkungslos und fing an zu schlagen. Ich rollte sie weg, fierte das Groß ganz auf und sicherte es mit einem Bullenstander. An sich richtig, nur einmal warf mich so eine Querläuferwelle komplett aus der Bahn, dann war urplötzlich der Teufel los. Das Segel bekam den Wind von der verkehrten Seite, der Baum wollte blitzartig umschlagen, wurde aber vom Bullenstander (für das habe ich in ja schließlich gesetzt…) wirkungsvoll daran gehindert. Nur hat es zwischenzeitlich so stark aufgefrischt, dass ich den Stander nicht mehr Loswerfen konnte, der Druck darauf war einfach zu groß. Quer zu den Wellen liegend war es alles andere als ein Vergnügen, die Sache zu klarieren. In der Kajüte nahm alles nicht gesicherte schlagartig eine stabile Seitenlage ein – ich weiß ja, warum ich keine Glasflaschen an Bord dulde… Ich bekam Sandpiper mit dem backstehenden Segel weder durch den Wind, noch konnte ich vor den Wind abfallen. Ich bin faktisch unabsichtlich ohne Beidrehen Beigelegen, nur waren für so ein Manöver die Wellen eindeutig zu hoch. Nur unter Motoreinsatz gelang es mir, den Bug wieder vor den Wind zu bringen. Nach dem Schreck holte ich das Groß nieder und rollte die Fock aus, das Verhalten des Schiffes wurde dadurch schlagartig angenehmer. Die Konstruktion meines Bullenstanders muss ich in einer ruhigen Minute wohl neu überdenken - so etwas darf nicht noch einmal passieren, das hätte ins Auge gehen können. Die Landschaft veränderte ihr Gesicht, die Vegetation wurde spärlicher, die Küste unwirtlicher. Im Hintergrund schneebedeckte Berge, bis 2100 m hoch aufragend. Richtig abenteuerlich wurde es wieder vor der Flussmündung des Esen Cayi (in der Antike Xanthos, „der Gelbe“), als das Wasser schlagartig und wie mit einem Lineal gezogen von Dunkelblau auf Türkisgrün wechselte - es war direkt gespenstisch anzusehen, dieser urplötzliche Farbwechsel. Ebenso schnell stieg der Meeresboden an.…. Obwohl ich weiträumig Abstand zum Ufer gehalten habe, war die abrupte Tiefenänderung sofort an einem chaotischen und verstärkten Wellenbild spürbar – das Rudergehen wurde schön langsam mühsam, es wurde immer schwieriger, Sandpiper am Querschlagen zu hindern – mein lautstarkes Fluchen half leider auch nichts….. Glücklich in der Bucht von Kalkan angekommen legte ich mich nicht in den Hafen, sondern ging in die westlich gelegene Ankerbucht Yesilköy Limani, die vor dem zurzeit herrschenden Westwind gut geschützt ist. Stellenweise ist Sandpiper geflogen. 7 – 8 Knoten (laut GPS) im Wellensurf waren keine Ausnahmeerscheinung. Nach den 42 sm war ich allerdings ganz schön geschlaucht. Den ganzen Tag strahlte die Sonne von einem wolkenlos blauen Himmel, es war ein herrlicher Segeltag mit all seinen Höhen und Tiefen. Endlich konnte Sandpiper wieder einmal zeigen, was in ihr steckt.
Eine dreimastige (!!!) Gulet liegt in der Bucht, ein Marinero von ihr kommt mit einem Schlauboot an mein Schiff heran und erkundigt sich nach den Bedingungen draußen. Sie wollten auslaufen, ließen es aber nach meinen Schilderungen dann doch bleiben.
Überraschenderweise habe ich hier (mit meiner Spezialantenne) halbwegs guten Internetempfang, obwohl die Ortschaft rund eine Meile entfernt ist. Verstehe das wer will….
Etwas Schwell steht in die Bucht herein, es ist eher mehr Dünung, die mich angenehm ermattet ins Land der Träume trägt…
Etmal: 42sm, Position: N 36° 15,63’ / E 029° 22,14’
Eine dreimastige (!!!) Gulet liegt in der Bucht, ein Marinero von ihr kommt mit einem Schlauboot an mein Schiff heran und erkundigt sich nach den Bedingungen draußen. Sie wollten auslaufen, ließen es aber nach meinen Schilderungen dann doch bleiben.
Überraschenderweise habe ich hier (mit meiner Spezialantenne) halbwegs guten Internetempfang, obwohl die Ortschaft rund eine Meile entfernt ist. Verstehe das wer will….
Etwas Schwell steht in die Bucht herein, es ist eher mehr Dünung, die mich angenehm ermattet ins Land der Träume trägt…
Etmal: 42sm, Position: N 36° 15,63’ / E 029° 22,14’
Montag, 23. März 2009
In der Früh hat es wieder einmal 13 Grad, auf den umliegenden Bergen liegt frischer Schnee….

Ich fülle meinen Wassertank randvoll, wasche nochmals meine Wäsche, ergänze meine Nahrungsmittelvorräte (wobei zu bemerken ist, dass es in den Läden fast keine Konservendosen gibt), starte noch einmal zu einer Radtour, bevor ich es mit dem Schlaucherl (muss ein witziger Anblick sein) an Bord zurücktransportiere und wieder zerlege, mache klar Schiff und verabschiede mich von S+C, denn Morgen früh geht es wieder weiter, wieder gen Osten, der Sonne entgegen……
Ich fülle meinen Wassertank randvoll, wasche nochmals meine Wäsche, ergänze meine Nahrungsmittelvorräte (wobei zu bemerken ist, dass es in den Läden fast keine Konservendosen gibt), starte noch einmal zu einer Radtour, bevor ich es mit dem Schlaucherl (muss ein witziger Anblick sein) an Bord zurücktransportiere und wieder zerlege, mache klar Schiff und verabschiede mich von S+C, denn Morgen früh geht es wieder weiter, wieder gen Osten, der Sonne entgegen……
Sonntag, 22. März 2009
Regenwolken ziehen auf, Windböen fegen über das Wasser, allerdings war es in der Nacht nicht mehr so kalt. Hoffentlich bleibt es so…...
Hier in der Bucht ist ein ziemlich aktiver Ruderclub beheimatet. Nachdem die Ruderer mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen, kam es wie es kommen musste: Einer von ihnen rammte das Schiff von S+C volley breitseits…... Diese jungen Burschen und Mädchen verdienen Hochachtung. Bei jedem Wetter und schon frühmorgens ab halb sieben sind sie fleißig unterwegs, teilweise von einem Motorboot mit dem Trainer begleitet.
Trotz der widrigen Wetterbedingungen konstruiere ich eine Befestigungsvorrichtung an den beiden Achterstagen für das neue Solarpaneel. Einen besseren Platz konnte ich auf dem kleinen Schiff dafür nicht finden. Eine Mechanik, damit ich den Höhenwinkel zur Sonne einstellen kann, muss ich mir erst einfallen lassen. Dieses Paneel hat nun eine Leistung von 90 Watt (bislang 40W) - bei optimalen Bedingungen, versteht sich. Das Kaputte, unreparierbare, muss ich leider in die Tonne treten. Die Herstellerfirma, welche auf meine Anfrage noch immer nicht reagiert hat, kann sich jedenfalls auf ein leicht unhöfliches Schreiben meinerseits gefasst machen….
Den Rest des Tages verbringe ich, da durchgehend regnerisch, in meiner bequemen Koje lesend und faulenzend.
Hier in der Bucht ist ein ziemlich aktiver Ruderclub beheimatet. Nachdem die Ruderer mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzen, kam es wie es kommen musste: Einer von ihnen rammte das Schiff von S+C volley breitseits…... Diese jungen Burschen und Mädchen verdienen Hochachtung. Bei jedem Wetter und schon frühmorgens ab halb sieben sind sie fleißig unterwegs, teilweise von einem Motorboot mit dem Trainer begleitet.
Trotz der widrigen Wetterbedingungen konstruiere ich eine Befestigungsvorrichtung an den beiden Achterstagen für das neue Solarpaneel. Einen besseren Platz konnte ich auf dem kleinen Schiff dafür nicht finden. Eine Mechanik, damit ich den Höhenwinkel zur Sonne einstellen kann, muss ich mir erst einfallen lassen. Dieses Paneel hat nun eine Leistung von 90 Watt (bislang 40W) - bei optimalen Bedingungen, versteht sich. Das Kaputte, unreparierbare, muss ich leider in die Tonne treten. Die Herstellerfirma, welche auf meine Anfrage noch immer nicht reagiert hat, kann sich jedenfalls auf ein leicht unhöfliches Schreiben meinerseits gefasst machen….
Den Rest des Tages verbringe ich, da durchgehend regnerisch, in meiner bequemen Koje lesend und faulenzend.
Samstag, 21. März 2009
Eine längere Radtour ins Landesinnere unternommen. Die Lebensbedingungen der einfachen Leute abseits des Mainstreams würde ich als eher mühselig bezeichnen. Esel, Ziegen, Schafe, schlechte Straßen, baufällige Gebäude und Müll prägen das Bild. Schlechtgekleidete Männer sitzen herum, trinken Tee und sind mit Brettspielen beschäftigt, Kopftuchtragende Frauen erledigen Hausarbeiten und kümmern sich um die Kinder, eilig hat es hier niemand.
In einem kleinen Gewerbebetrieb werden aus gebrauchten 200 Liter Ölfässern Öfen (wahrscheinlich Räucheröfen) gefertigt: Löcher werden ausgeschnitten, Scharniere angeschweißt, Rauchrohre und Türen eingesetzt – sagenhaft, was es alles gibt.
Bei allem Negativen: Die Menschen sind, so ärmlich sie oft auch sind, durch die Bank freundlich und hilfsbereit, Meister im Improvisieren und bescheiden. Ich fühle mich wohl unter ihnen.
Mein Solarpaneel ist so schnell wie versprochen (!!!) eingetroffen, ich habe es mir mit dem Rad selber abgeholt, obwohl mir der Dealer angeboten hat, es kostenlos zu meinem Schiff zu bringen. Aber ich wollte nicht am Schiff sitzen und warten…. So bin ich einhändig und etwas verkehrswidrig mit einem immerhin 105 x 55 cm messenden Solarpaneel unterm Arm durch Fethiye geflitzt – teilweise bei rot über die Kreuzung, quer durch die Fußgängerzone und gegen zwei Einbahnen. Man sieht, ich bin bereits voll integriert….
Ein deutsches Handy, kombiniert mit einer türkischen SIM – Karte (wegen der Kostenersparnis) wird nach zwei Wochen automatisch gesperrt, zum wieder Öffnen wird der Pass verlangt und das Prozedere dauert etwa eine Woche…. Aus diesem Grunde haben sich S+C ein neues (türkisches) Handy gekauft. Dabei sind sie einem Betrüger in die Hände gefallen, der ihnen ein stark gebrauchtes andreht hat…...
In einem kleinen Gewerbebetrieb werden aus gebrauchten 200 Liter Ölfässern Öfen (wahrscheinlich Räucheröfen) gefertigt: Löcher werden ausgeschnitten, Scharniere angeschweißt, Rauchrohre und Türen eingesetzt – sagenhaft, was es alles gibt.
Bei allem Negativen: Die Menschen sind, so ärmlich sie oft auch sind, durch die Bank freundlich und hilfsbereit, Meister im Improvisieren und bescheiden. Ich fühle mich wohl unter ihnen.
Mein Solarpaneel ist so schnell wie versprochen (!!!) eingetroffen, ich habe es mir mit dem Rad selber abgeholt, obwohl mir der Dealer angeboten hat, es kostenlos zu meinem Schiff zu bringen. Aber ich wollte nicht am Schiff sitzen und warten…. So bin ich einhändig und etwas verkehrswidrig mit einem immerhin 105 x 55 cm messenden Solarpaneel unterm Arm durch Fethiye geflitzt – teilweise bei rot über die Kreuzung, quer durch die Fußgängerzone und gegen zwei Einbahnen. Man sieht, ich bin bereits voll integriert….
Ein deutsches Handy, kombiniert mit einer türkischen SIM – Karte (wegen der Kostenersparnis) wird nach zwei Wochen automatisch gesperrt, zum wieder Öffnen wird der Pass verlangt und das Prozedere dauert etwa eine Woche…. Aus diesem Grunde haben sich S+C ein neues (türkisches) Handy gekauft. Dabei sind sie einem Betrüger in die Hände gefallen, der ihnen ein stark gebrauchtes andreht hat…...
Freitag, 20. März 2009
Was noch auffällt, Mülltrennung ist hier ein Fremdwort und seltsamerweise stehen bei allen, wirklich bei allen, öffentlichen Mülltonnen die Deckel offen. Sogar eine eigene Vorrichtung ist dafür in den verzinkten Stahlbehältern mit Rädern angebracht. Mir ist schleierhaft warum, Ratten haben da doch leichtes Spiel bei ihrer Nahrungssuche.…... Streunende Katzen, so wie in Griechenland oft Rudelweise anzutreffen, gibt es hier eher wenig, dafür gibt es hier viel mehr Hunde, aber dafür relativ wenig streunende.
Postkästen habe ich auch noch keine entdecken können, seltsam…..
Geldumtauschen ist hier eine ziemlich zeitraubende Prozedur, man zieht in der Bank eine Nummer und wartet dann. Manchmal eben ziemlich lange….
S+C haben mich zum Essen eingeladen, da ich ihnen beim PC – Aufsetzen behilflich war. Am großen Fischmarkt mitten in der Stadt suchten wir uns leckere Speisefische aus, die der Verkäufer anschließend ausnahm und zum Speiselokal gleich nebenan brachte, wo sie dann für uns frisch zubereitet wurden – ein etwas seltsam anmutendes Prozedere, welches aber anscheinend gut funktioniert.
Es war ein herrlicher Tag, den Rest davon habe ich dann an Bord mit faulenzen und lesen verbracht. (Henning Mankells „die fünfte Frau“ – war ganz gut, gleich in einem Rutsch ausgelesen)
Postkästen habe ich auch noch keine entdecken können, seltsam…..
Geldumtauschen ist hier eine ziemlich zeitraubende Prozedur, man zieht in der Bank eine Nummer und wartet dann. Manchmal eben ziemlich lange….
S+C haben mich zum Essen eingeladen, da ich ihnen beim PC – Aufsetzen behilflich war. Am großen Fischmarkt mitten in der Stadt suchten wir uns leckere Speisefische aus, die der Verkäufer anschließend ausnahm und zum Speiselokal gleich nebenan brachte, wo sie dann für uns frisch zubereitet wurden – ein etwas seltsam anmutendes Prozedere, welches aber anscheinend gut funktioniert.
Es war ein herrlicher Tag, den Rest davon habe ich dann an Bord mit faulenzen und lesen verbracht. (Henning Mankells „die fünfte Frau“ – war ganz gut, gleich in einem Rutsch ausgelesen)
Donnerstag, 19. März 2009
In der Nacht hagelt es wieder, die Geräuschkulisse im Schiff ist dementsprechend – wie Trommelfeuer. Es weht zwar heftig, da aber in der Bucht fast keine Wellen entstehen, wieselt Sandpiper nur um ihre Ankerkette herum – was aber nicht soooo unangenehm ist.
Den Patschen am Rad repariert, dann eine Radtour über die Berge unternommen. Die Straßen hier sind ziemlich schlecht und nur ganz grob asphaltiert. Am Straßenrand, dort wo ich fahren muss, ist es besonders schlimm. Starke Unebenheiten und viel Reifenmordendes Zeugs wie Nägel, Draht usw.
Die lykischen Felsengräber besucht. Dabei handelt es sich um in Felswände geschlagene Grabanlagen aus dem 2 – 4 Jahrhundert, der hellenistischen Periode. Diese Gräber, oft bildhauerisch schön verziert, sind alle leer, teilweise werden sie von der Bevölkerung als Keller und auch als Toilette benutzt…

Bei einem Installationsunternehmen am Rande der Stadt endlich ein preislich akzeptables Solarpaneel bestellt, da der örtliche Marinezubehörhändler meinte, ich müsse sein Paneel mit Gold aufwiegen….
Den Patschen am Rad repariert, dann eine Radtour über die Berge unternommen. Die Straßen hier sind ziemlich schlecht und nur ganz grob asphaltiert. Am Straßenrand, dort wo ich fahren muss, ist es besonders schlimm. Starke Unebenheiten und viel Reifenmordendes Zeugs wie Nägel, Draht usw.
Die lykischen Felsengräber besucht. Dabei handelt es sich um in Felswände geschlagene Grabanlagen aus dem 2 – 4 Jahrhundert, der hellenistischen Periode. Diese Gräber, oft bildhauerisch schön verziert, sind alle leer, teilweise werden sie von der Bevölkerung als Keller und auch als Toilette benutzt…
Bei einem Installationsunternehmen am Rande der Stadt endlich ein preislich akzeptables Solarpaneel bestellt, da der örtliche Marinezubehörhändler meinte, ich müsse sein Paneel mit Gold aufwiegen….
Mittwoch, 18. März 2009
Christas PC neu eingerichtet, Skype, Ugrib, etc. raufgespielt. Dabei den halben Tag vertan, da die Internetverbindung hier ziemlich langsam ist. Laufen gewesen, weil ich am Rad einen Patschen habe und zu faul bin, diesen zu reparieren…... Sigi versucht verzweifelt, für seinen Suzuki Außenbordmotor einen passenden Tankadapter zu bekommen. Nachdem dies scheinbar unmöglich ist, beginnt er mit Installationsfittinge selbst einen zu basteln. Am Abend beginnt es wieder einmal zu regnen.
Dienstag, 17. März 2009
Mit den vom Klettern erprobten Steigklemmen in den Mast geklettert, die Stroboskoplampe an der Saling montiert und aus dem Masttopp einen von der Saling Hochgerutschten Segelschoner runtergeholt, dann beide Segelschoner mit diesem Selbstvulkanisierenden Band befestigt. Der Versuch, ein Solarpaneel aufzutreiben ist bislang gescheitert. Bei meinem geliebten Reindl, mit dem ich bisher mein Tee – und Kaffeewasser aufsetzte, ist leider der Griff abgebrochen, ein Kaffeehäferl habe ich auch zerdeppert – es war anscheinend nicht mein Tag heute….
Montag, 16. März 2009
Großreinetag mit Wäschewaschen – diesmal die großen Sachen. Der Wind trocknet die Wäsche schnell, auch die Fleecesachen. Ich versuche hinter den Fehler des Solarpaneels zu kommen, kann aber nichts finden. Wahrscheinlich ist im Inneren, wo ich nicht hinkomme, etwas gebrochen.
Die Stadt durchstromert, welche sich, trotz Touristenzentrum, ihren Charme bewahrt hat, obwohl sie 1957 durch ein Erdbeben ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie ist schön gelegen und gefällt mir sehr gut mit ihrer eindrucksvollen Bergkulisse im Hintergrund. Die Düfte und Gerüche an den Gewürzständen sind ein erfreuliches Erlebnis für meine Geschmacksknospen. Nach einem Einkauf läuft mir der Verkäufer mit Wechselgeld nach, da er sich beim Herausgeben geirrt hatte. Ein netter Zug von ihm! Für die Sicherheit am Ankerplatz habe ich mir eine Stroboskoplampe mit Sensor und Batterie um 18 YTL geleistet. (Eine „neue türkische Lira“ = 0,47 €). Dieses „Flashlight“ sieht man viel besser, als das übliche Ankerlicht. Weiters habe ich mir einen Rucksack gekauft, um die Einkäufe besser transportieren zu können, denn auf dem Fahrrad mit den Plastiksackerln am Lenker – das ist auch nicht das Wahre.
Einen gemütlichen Abend mit S + C an Bord der Phönix verbracht. Nebenbei versuche ich türkisch zu lernen, was mir aber sehr schwer fällt, da ich bis jetzt ja überhaupt keinen Bezug zu dieser Sprache gehabt habe. Außerdem bin ich kein Sprachengenie, leider…...
Die Stadt durchstromert, welche sich, trotz Touristenzentrum, ihren Charme bewahrt hat, obwohl sie 1957 durch ein Erdbeben ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie ist schön gelegen und gefällt mir sehr gut mit ihrer eindrucksvollen Bergkulisse im Hintergrund. Die Düfte und Gerüche an den Gewürzständen sind ein erfreuliches Erlebnis für meine Geschmacksknospen. Nach einem Einkauf läuft mir der Verkäufer mit Wechselgeld nach, da er sich beim Herausgeben geirrt hatte. Ein netter Zug von ihm! Für die Sicherheit am Ankerplatz habe ich mir eine Stroboskoplampe mit Sensor und Batterie um 18 YTL geleistet. (Eine „neue türkische Lira“ = 0,47 €). Dieses „Flashlight“ sieht man viel besser, als das übliche Ankerlicht. Weiters habe ich mir einen Rucksack gekauft, um die Einkäufe besser transportieren zu können, denn auf dem Fahrrad mit den Plastiksackerln am Lenker – das ist auch nicht das Wahre.
Einen gemütlichen Abend mit S + C an Bord der Phönix verbracht. Nebenbei versuche ich türkisch zu lernen, was mir aber sehr schwer fällt, da ich bis jetzt ja überhaupt keinen Bezug zu dieser Sprache gehabt habe. Außerdem bin ich kein Sprachengenie, leider…...
Sonntag, 15. März 2009
In der Nacht wieder Hundegebell ohne Ende. Dieses pausenlose und stundenlange Gekläffe nervt gewaltig. Dann ein neuer Rekord: In der Früh hat es in der Kajüte nur 9 Grad. Ja bin ich denn im Waldviertel oder wie. Es scheint aber die Sonne, es wird schnell wärmer. Hausmannstag ist angesagt. Da ich hier so ruhig und sicher vor Anker liege nutze ich die Situation um die Matratzen zu lüften, Wasser in Kanister mit dem Dingi herbeizuschleppen, die Batterien mit dem Generator aufzuladen, die nächste Ladung Wäsche zu waschen und Körperkultur zu betreiben.
Am Nachmittag im Marinacafe, wo der Internetzugang gratis ist, meine Homepage aktualisiert, Schifferl angeschaut – war nix für mich dabei – essen gegangen und eingekauft – ein Großteil der Geschäfte hat hier auch am Sonntag geöffnet, hauptsächlich die Lebensmittelgeschäfte.
Es schien zwar den ganzen Tag die Sonne, aber von den Bergen, auf deren Gipfel immer noch Schnee liegt, weht ein eiskalter Wind herunter.
Am Nachmittag im Marinacafe, wo der Internetzugang gratis ist, meine Homepage aktualisiert, Schifferl angeschaut – war nix für mich dabei – essen gegangen und eingekauft – ein Großteil der Geschäfte hat hier auch am Sonntag geöffnet, hauptsächlich die Lebensmittelgeschäfte.
Es schien zwar den ganzen Tag die Sonne, aber von den Bergen, auf deren Gipfel immer noch Schnee liegt, weht ein eiskalter Wind herunter.
Samstag, 14. März 2009
Lieber Gerhard, alles Liebe und Gute zu Deinem vierundfünfzigsten Geburtstag! Gott, wie die Zeit vergeht. Wo sind bloß all die Jahre hingekommen? Zum Freudenfest schenke ich mir eine Radtour nach Göcek (ganz im Norden der riesigen Bucht Fethiye Körfezi) mit einem Mittagessen in einem Selbstbedienungsrestaurant. Die 55 Kilometer lange Tour war ja von der Entfernung her an sich kein Thema, allerdings wusste ich nicht, welche Steigungen mit beachtlichen Höhenmetern sie beinhaltete…. Ich habe halt nur See – und keine Landkarten an Bord. Was gibt es zu Göcek zu sagen? Ein boomender Touristenort ohne Seele mit einigen Marinas vor einer grandiosen Bergkulisse. Ein seltenes Panorama bot sich mir, als ich in einer weiten, von einem Fluss gebildeten Ebene, Orangenbaumhaine mit reifen Früchten vor dem Hintergrund schneebedeckter Berge ansichtig wurde. Teilweise, wo es eben möglich war, fuhr ich die ehemalige Hauptstraße, die sich den Berghängen anschmiegt, denn der Verkehr auf der relativ neuen Hauptverkehrsader war mir denn doch zuviel. Beim Straßenbau wurde sehr viel Splitt mit wenig Teer verarbeitet, dementsprechend holprig war die Piste….. Der Oberhammer hier sind die stellenweise eingelassenen Entwässerungsrinnen mit ihren Metallabdeckungen: Diese Konstruktion besteht nur aus in Fahrtrichtung (!!!) eingelassene Eisenstreben in einem Rahmen, deren Abstand etwa drei Zentimeter beträgt. Wenn ich da mit dem Rennrad – welches ja schmale Reifen hat - darüberfahre, rutscht da das Vorderrad durch, bleibt stecken und ich lege einen Vorwärtssalto hin. Sachen gibt’s, das glaubt man kaum.
Wäsche gewaschen, die es mir dann am Abend wieder abregnet – auch egal, so werden eben die Reste des Waschmittels noch besser herausgespült.
Die Erzeugerfirma des Solarpaneels „Solara“ antwortet nicht auf meine Mail. Die haben es anscheinend auch nicht mehr notwendig….
Wäsche gewaschen, die es mir dann am Abend wieder abregnet – auch egal, so werden eben die Reste des Waschmittels noch besser herausgespült.
Die Erzeugerfirma des Solarpaneels „Solara“ antwortet nicht auf meine Mail. Die haben es anscheinend auch nicht mehr notwendig….
Freitag, 13. März 2009
Es regnet fast den ganzen Tag, dabei ist es saukalt. Die Stimmung tendiert gegen Null…. Ich transportiere mit dem Dingi mein Mountainbike (in der Tragetasche) an Land und baue es dort zusammen. Ich brauche Bewegung, sonst roste ich bald ein.
Nachdem ich mir den genauen Standort der „Carter 30“ erklären habe lassen, radle ich frohen Mutes, trotz leichten Regens, dorthin. Gestern war ich eh schon knapp dran, ich hätte halt nur eine „Werft“ früher abbiegen müssen. Was soll ich sagen, an einem Freitag den 13. sollte man(n) eben kein Schiff besichtigen. Die Zustände in besagter „Werft“ sind mit dem Prädikat „katastrophal“ nur ungenügend beschrieben. Das Schiff an sich war eine herbe Enttäuschung. Abgesehen davon, dass ich mir nur eine Baustelle gekauft hätte, frage ich mich, was sich der Konstrukteur bei seiner Arbeit so gedacht haben mag: Ein immerhin 30 Fuß langes Schiff hat einen Ankerkasten, eher ein Ankerkästchen, welches um die Hälfte kleiner ist als der meiner nur 22 Fuß langen Sandpiper. Das Gleiche war bei den Klampen, eher Klamperln. Wie soll ich an den Minidingern bloß meine Festmacher anstecken? Und schlappe 10 PS für dreieinhalb Tonnen (Leer) Gewicht soll eine ausreichende Motorisierung sein? Sachen gibt es, da greift man sich an den Kopf. Leicht verhärmt radelte ich in die Stadt zurück und besorgte mir zum Frustabbau erstmal was Warmes zum Essen…. Den Abend verbrachte ich wieder bei S+C, lauschte andächtig ihren Geschichten. Hoffentlich klaut mir niemand mein Rad, welches ich am Ufer stehen gelassen habe - ich finde den Schlüssel für das Spiralkabelschloss leider nicht….
Lisa und Charly sind inzwischen, von Israel kommend, wohlbehalten in Alexandria eingetroffen, nach dem Besuch von Kairo und Giseh wollen sie weiter, wieder nach Kreta.
In der Kajüte hat es abends 11 Grad – das war der Erste und gleichzeitig letzte Winter, den ich im Mittelmeerraum verbringe!
Nachdem ich mir den genauen Standort der „Carter 30“ erklären habe lassen, radle ich frohen Mutes, trotz leichten Regens, dorthin. Gestern war ich eh schon knapp dran, ich hätte halt nur eine „Werft“ früher abbiegen müssen. Was soll ich sagen, an einem Freitag den 13. sollte man(n) eben kein Schiff besichtigen. Die Zustände in besagter „Werft“ sind mit dem Prädikat „katastrophal“ nur ungenügend beschrieben. Das Schiff an sich war eine herbe Enttäuschung. Abgesehen davon, dass ich mir nur eine Baustelle gekauft hätte, frage ich mich, was sich der Konstrukteur bei seiner Arbeit so gedacht haben mag: Ein immerhin 30 Fuß langes Schiff hat einen Ankerkasten, eher ein Ankerkästchen, welches um die Hälfte kleiner ist als der meiner nur 22 Fuß langen Sandpiper. Das Gleiche war bei den Klampen, eher Klamperln. Wie soll ich an den Minidingern bloß meine Festmacher anstecken? Und schlappe 10 PS für dreieinhalb Tonnen (Leer) Gewicht soll eine ausreichende Motorisierung sein? Sachen gibt es, da greift man sich an den Kopf. Leicht verhärmt radelte ich in die Stadt zurück und besorgte mir zum Frustabbau erstmal was Warmes zum Essen…. Den Abend verbrachte ich wieder bei S+C, lauschte andächtig ihren Geschichten. Hoffentlich klaut mir niemand mein Rad, welches ich am Ufer stehen gelassen habe - ich finde den Schlüssel für das Spiralkabelschloss leider nicht….
Lisa und Charly sind inzwischen, von Israel kommend, wohlbehalten in Alexandria eingetroffen, nach dem Besuch von Kairo und Giseh wollen sie weiter, wieder nach Kreta.
In der Kajüte hat es abends 11 Grad – das war der Erste und gleichzeitig letzte Winter, den ich im Mittelmeerraum verbringe!
Donnerstag, 12. März 2009
Mit Sigi in die Ece – Marine gefahren, um Benzin in Kanistern zu holen. In der Türkei ist dieser teurer als in Griechenland. Überrascht hat mich der Tankwart mit weißem Hemd, Krawatte, Bügelfalte und geputzten Schuhen. Da habe ich nicht schlecht gestaunt…
Von einem Yachtbroker erhalte ich von einer „Carter 30“, einem englischen Schiff, ein interessantes Angebot. Leider finde ich das Schiff in der Werft nicht – da muss ich morgen um genauere Ortsangabe nachfragen…...
Ein paar „Haushaltsgeräte“ eingekauft und durch die Stadt gestromert. So viele Krawattenträger wie hier habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Die Stadt ist sehr lebendig und relativ sauber, sehr viele kleine und kleinste Geschäfte und Kleingewerbebetriebe prägen das Straßenbild.
Einen netten Abend mit S+C auf deren Schiff verbracht – erstaunlich, was die beiden „alten Seebären“ so alles zu erzählen haben! Unter anderem haben sie heute Nachmittag eine 1m lange Schildkröte gesichtet – und das in der Nähe einer Marina in Fethiye!!
Von einem Yachtbroker erhalte ich von einer „Carter 30“, einem englischen Schiff, ein interessantes Angebot. Leider finde ich das Schiff in der Werft nicht – da muss ich morgen um genauere Ortsangabe nachfragen…...
Ein paar „Haushaltsgeräte“ eingekauft und durch die Stadt gestromert. So viele Krawattenträger wie hier habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Die Stadt ist sehr lebendig und relativ sauber, sehr viele kleine und kleinste Geschäfte und Kleingewerbebetriebe prägen das Straßenbild.
Einen netten Abend mit S+C auf deren Schiff verbracht – erstaunlich, was die beiden „alten Seebären“ so alles zu erzählen haben! Unter anderem haben sie heute Nachmittag eine 1m lange Schildkröte gesichtet – und das in der Nähe einer Marina in Fethiye!!
Mittwoch, 11. März 2009
Ein herrlicher Tag, mit strahlend blauem Himmel beginnt. Die fernen, in der klaren Morgensonne scharf gezeichneten, schneebedeckten Gipfel der Ausläufer des Taurusgebirges bieten eine Traumkulisse, erinnern mich an die Heimat. Christa lädt mich zu einem opulenten Frühstück ein, dann verlege ich mein Schiff in Ufernähe und klare erst mal auf. Das Solarpaneel hat endgültig seinen Geist aufgegeben. Es lädt bei vollem Sonnenschein lächerliche 0,2A in die Akkus. Ich schreibe ein Mail an die Herstellerfirma, was ich machen könnte, denn so billig war das Ding ja auch wieder nicht. Ich führe diverse Servicearbeiten durch, dann rudere ich an Land um etwas einkaufen. Die Anzahl und Größe der hier liegenden Gulets (hölzerne Ausflugschiffe) beeindruckt mich gewaltig. Unvorstellbar für mich, wie die alle ein Geschäft machen können. So viele Touristen passen in dieses Städtchen ja gar nicht herein…...
Der Muezzin in Marmaris war übrigens ein Lercherl gegen den hier. Noch dazu ist die Tonqualität der Anlage mies, was die Sache für meine Ohren noch schlimmer macht.
Am ewig langen Kai mit seinen vielen Lokalen und Restaurants, der Promenade von Fethiye, pulsiert das Leben, sehen und gesehen werden ist hier die Devise. Am Rande jedoch saß still und alleine ein alter Mann auf einem niederen Schemel, vor sich sein Handwerkszeug, und bot seine Dienste als Schuhputzer an. Unbeachtet von den vorbeispazierenden Menschen wartete er geduldig, ob vielleicht jemand seine Dienste in Anspruch nehmen würde. Es war ein Bild wie aus vergangenen Tagen. Nachdenklich geworden bin ich zu meinem Schiff zurückgegangen….
Der Muezzin in Marmaris war übrigens ein Lercherl gegen den hier. Noch dazu ist die Tonqualität der Anlage mies, was die Sache für meine Ohren noch schlimmer macht.
Am ewig langen Kai mit seinen vielen Lokalen und Restaurants, der Promenade von Fethiye, pulsiert das Leben, sehen und gesehen werden ist hier die Devise. Am Rande jedoch saß still und alleine ein alter Mann auf einem niederen Schemel, vor sich sein Handwerkszeug, und bot seine Dienste als Schuhputzer an. Unbeachtet von den vorbeispazierenden Menschen wartete er geduldig, ob vielleicht jemand seine Dienste in Anspruch nehmen würde. Es war ein Bild wie aus vergangenen Tagen. Nachdenklich geworden bin ich zu meinem Schiff zurückgegangen….
Dienstag, 10. März 2009
04:30 Uhr früh: Schlagartig bin ich munter, als der Anker in seinem Bugbeschlag von Sandpiper an den Holzsteg anrummst. Verdammt, der Danforth - Heckanker hat schon wieder nicht gehalten. Vielleicht habe ich doch zuwenig Leine gesteckt? Jedenfalls habe ich die Strömung des Flusses unterschätzt, die anscheinend stärker ist als die heranrollenden Wellen des Meeres und mich an den Steg drückt. Es ist stockdunkel, ich halbnackt. Ich starte die Maschine, gebe halbvoll rückwärts, sprinte zum Bug, löse im Licht der LED – Stirnlampe die Vorleinen, drücke mich vom Steg ab, komme frei. Zurück zum Heck hole ich den Heckanker und das an einer eigenen Leine befestigte Reitgewicht ein. Ich will eine Runde drehen und den Heckanker neu setzen, als ich merke, dass ich nicht so richtig wegkomme. Ich gebe Vollgas, es nützt nichts, ich bin zwar schon in sicherer Entfernung vom Steg, komme aber nicht mehr vom Fleck. Der Propeller erzeugt am Heck eine weiße Schaumspur, da ist also alles in Ordnung. Zum Henker, sitze ich vielleicht auf? Ich lote mit einem Ausbaumer - gut 2m Wasser unter dem Kiel, das kann es also nicht sein. Zurück zum Bug sehe ich die Bescherung: Durch das anrummsen hat sich der Bügelanker aus seiner Halterung gelöst, und ist mitsamt seinen 30m Kette ausgerauscht. Ich habe mich also unfreiwillig, an einer strategisch nicht besonders günstigen Stelle, vor Anker gelegt. Noch dazu habe ich ihn mit der Maschine voll eingefahren…. Na gut, dann also die Kette Hand über Hand einholen, den Anker ausbrechen und dann das ganze Manöver nochmals fahren. Ich habe den Gedanken noch nicht zu Ende gebracht, als von Richtung Motor ein komisches Geräusch kommt und dieser schlagartig abstirbt. Gerhard, jetzt hast du ein echtes Problem… Himmel Arsch und Zwirn, was ist den jetzt wieder los!!!! Zum Glück sitzt der Anker gut, wenigstens etwas. Ich leuchte ins Wasser und was sehe ich? Die Leine des Reitgewichtes ist bei der Schaukelei über Bord gegangen, wo der Propeller nur darauf gewartet hat, sie einzufangen..… Ich liege also mit blockiertem Propeller bewegungsunfähig quer in der Dünung – die wilde Schauklerei macht mich schön langsam wucki. Warum sich Sandpiper immer quer zu den Wellen legt ist mir nach wie vor ein Rätsel. Ich warte bis es hell wird, dann tauche ich ein paar Mal unter das Schiff (Wasser: Aaaarschkalt und sehr trübe…) um die Leine aus dem Propeller zu frickeln. Bei einem heißen Tee zittere ich mich dann langsam wieder warm. Bei der Schaukelei war es gar nicht einfach, das Teewasser heiß zu bekommen, ohne auszuschütten. Der Platz hier hat für mich seinen Reiz verloren, der Himmel ist stark bewölkt, es schaut nach Regen aus, der Wind kommt aus Süden. Ich hole den Anker hoch und motore dann fünf lange Meilen gegenan, um das Ende der Bucht zu erreichen. Durch den hohen Seegang komme ich nur quälend langsam voran, wenn Sandpiper in die Wellen knallt kommt sie fast zum Stehen. Oft erreiche ich (mit dreiviertel Gas) nur 2 Knoten Fahrt über Grund. Die Schaukelei nervt, das Frühstück ist ausgefallen, die Stimmung dementsprechend. Doch dann werde ich mit einem herrlichen Segeltag belohnt: Am Ende der Bucht kann ich endlich nach Osten abfallen, hoch am Wind geht sich gerade aus. Es bläst mit 15 – 20 Knoten, böig, stärkerer Seegang. Ich binde das erste Reff ein, trimme die Segel etwas voller und genieße die einunddreißig Meilen nach FETHIYE. Da lacht das Seglerherz, wenn Sandpiper hoch am Wind mit 25 Grad Schräglage seine Bahn durch die Wellen zieht!! In die seenartige Bucht hinein schiebt mich dann ein sanfter Rückenwind, den ich mit der ausgebaumten Genua ausnutze. Das Lichtermeer von Fethiye, denn wieder einmal komme ich im Dunkeln an, begleitet mich zum Ankerplatz vor der ECE – Marina, ich taste mich an unbeleuchteten Schiffen vorbei zur „Phönix“, die dort schon vor Anker liegt. Sigi und ich haben uns über Funk ein Treffen ausgemacht. Bei einem gemütlichen Plausch mit ihm und Christa klingt der Tag aus, wir bleiben gleich im Päckchen liegen und verbringen eine ruhige Nacht. Habe ich vielleicht gut geschlafen!!!
Etmal: 36sm, Position: N 36° 37,44’ / E 029° 05,73’
Etmal: 36sm, Position: N 36° 37,44’ / E 029° 05,73’
Montag, 9. März 2009
Durch die Schaukelei habe ich wie ein Baby geschlafen. Endlich scheint die Sonne, ich hänge mein nasses Zeug auf die Reling zum Trocknen. Ein bisschen Wind weht, ich dümple über die Bucht von Köycegiz bis zur Mündung des Flusses Dalyan, in dessen Nähe die antike Stadt Kaunos liegt. Unmittelbar davor liegt das kleine Leuchturminselchen Delikada, wo ich mich an einem Holzsteg verhefte. Ich traue mich nicht in den Fluss einzufahren, Brandungswellen zeigen Untiefen an, mein Lot spinnt schon wieder, das Wasser ist trüb, außerdem weiß ich nicht, wie die Barre verläuft – daher gehe ich lieber kein Risiko ein. Dieser Fluss bildet ein weit verzweigtes Delta, dessen Besonderheit der kilometerlange, aber nur 50 – 100 Meter breite Iztuzu - Sandstrand ist, wo die seltene grüne Meeresschildkröte Caretta Caretta ihre Eier ablegt. Eine beeindruckende Gebirgslandschaft im Hintergrund vervollständigt ein wunderschönes Naturpanorama. Ich rudere mit dem Dingi an Land, in weiser Voraussicht habe ich die Kamera und etwas Gewand halbwegs wasserdicht verpackt, denn die Brandungswellen vor dem ganz flach auslaufenden Strand kamen mir schon vom Schiff aus nicht ganz geheuer vor. Nun, es kam wie es kommen musste, schon die zweite Welle warf mich um. Mein Mini – Schlaucherl kann nicht „brandungssicher“ sein, dazu ist es viel zu klein. Außerdem ist meine Erfahrung in Brandungsanlanden gleich null. Das Wasser war zwar nur mehr hüfttief, aber dafür arschkalt…. Leise vor mich hinfluchend („Hab’ ich das in meinem Alter noch notwendig?“) musste ich mich entscheiden, ob ich als Erstes einem meiner verlustig gegangenen Schlapfen oder einem sich selbständig gemachten Ruder nachwaten sollte…. Waschelnass wie ich war kam dann natürlich keine so richtige Expeditionsstimmung auf, trotzdem durchstreifte ich aufmerksam die Gegend, welche einen starken Eindruck bei mir hinterließ. Von Meeresschildkröten allerdings keine Spur –vielleicht ist jetzt auch keine Ei – Ablegezeit. Kurios ist es schon, wenn man zuerst im Meer badet, dann 50 – 100 Meter über einen Sandstrand latscht und dann in einen Fluss weiterplanschen kann…..
Zurück zum Schiff ändere ich meine Taktik, ziehe mein Schlaucherl zur Flussmündung, wo weniger Brandungswellen stehen und rudere von dort, diesmal ohne Hoppala, weg. Ich lote die Tiefe der Barre und bin froh, es nicht probiert zu haben. Ich bin sicher, ich wäre aufgesessen.
Der Platz gefällt mir sehr gut. Ich bleibe einfach über Nacht hier liegen, genieße die wärmenden Sonnenstrahlen und befreie die Wasserlinie vom Algenbewuchs, der allerdings wesentlich hartnäckiger anhaftet als ich vermutet habe. Da ich überladen bin, ist der Wasserpass des Antifoulings leider teilweise unter Wasser, Kleinlebewesen und Algen haben so leichtes Spiel, sich am dort ungeschützten GFK – Rumpf anzusiedeln.
Etmal: 4,0sm, Position: N 36° 47,87’ / E 028° 35,94’
Sonntag, 8. März 2009
Die Nacht verlief ruhig, ich mache das Schiff klar und laufe aus. Ich komme bis zu Christa und Sigi, um mich zu verabschieden. Sie laden mich zu einem Abschiedskaffee ein, und das war gut so, denn rund zehn Minuten später begann es wie verrückt zu regnen, teilweise hagelte es sogar. Auch gut, Christas Kaffee ist sehr gut und mein Schiff wird auch von seiner Salzkruste befreit. Nachdem das Ärgste vorbei ist laufe ich endgültig aus, nur um am Ausgang der Bucht von Marmaris vom Regen in die Traufe zu geraten – wiederum mit Hagel. Ich trage es mit Fassung, mein Schwerwetteranzug von Helly Hansen hält mich eh trocken. Nachdem kein Wind geht lasse ich den Autopiloten arbeiten und verzieh mich unter Deck, meinen Kurs verfolge ich am Laptop. Gleich östlich von Marmaris liegt ein militärisches Sperrgebiet, eine Marinebasis, welcher ich ausweichen muss. Bei einem meiner Kontroll – Rundblicke bemerke ich, wie zwei Hafenschlepper ein offensichtlich antriebsloses türkisches U – Boot in eben diese Militärbasis schleppen. Nur der Turm ragte aus dem Wasser, die Schlepptrossen waren bestimmt 300m lang. Ein bisschen Wind kam auf, ich konnte etwas segeln und gerade noch das Sperrgebiet runden, dann drehte der Wind, kam nun natürlich genau von vorne, ruppige Wellen entstanden, es begann wieder zu regnen. Alles was recht ist, aber was zuviel ist, ist zuviel. Mir reichts, ich suche mir eine halbwegs geschützte Ankerbucht und mache mir mit einem guten Buch einen gemütlichen Abend. Blöd ist nur, dass in diese Bucht die Dünung ungehindert herein kann und mich anständig durchschaukelt.
Etmal: 16sm, Position: N 36° 47,96’ / E 028° 31,00’
Etmal: 16sm, Position: N 36° 47,96’ / E 028° 31,00’
Samstag, 7. März 2009
Das Wetter ist weiterhin schlecht, nun kommen doch noch Wellen in die Bucht, vom Stadthafen Marmaris wird ein großes Ausflugschiff hierher verlegt. Wahrscheinlich ist die Situation dort zu bedrohlich geworden. Meine Entscheidung von dort abzuhauen war völlig richtig. Ich bastle ein neues Sitzbrett für das Schlaucherl, schleife meine Messer scharf und durchforste das Internet. Bei dem Wetter möchte ich zwar mein Schiff nicht alleine lassen, schon langsam brauche ich aber körperliche Bewegung. Mein Bruder Hermann hat Geburtstag, ich erwische ihn mit „Skype“, bei ihm und in Österreich ist soweit alles in Ordnung. Beim Kochen verwechsle ich (wieder einmal…) die Öffnungen des Pfefferstreuers, eine Überdosis davon in der Suppe ist die Folge. Meine ahnungslosen Geschmacksknospen werden von der Überdosis Capsaicin völlig überrascht und reagieren sofort – aber was hätte ich machen sollen, die Suppe wegen des bisschen zuviel Pfeffers wegschütten?
Am Nachmittag schläft der Wind ein, ich rudere an Land und mache mich zu Fuß auf den Weg zur „Yachtmarina Marmaris“, Schifferl anschauen. Was ich dort sehe ist beachtlich: Ein riesiges Gelände mit einer Unzahl von Schiffen, häufig wird an diesen auch gearbeitet – die Eröffnung der Saison steht ja bevor. Besonders beeindruckt mich die große Anzahl an Mega –Yachten. Zu meinem Erstaunen finde Schiffe mit dem Namen „Sandpiper“ und „Jan Himp“ (so heißt das Schiff vom Forumskollegen Rolf). Ein gut erhaltenes, gebrauchtes Schiff bis maximal 30 Fuß ist leider keines dabei….
Der Sonnenuntergang gestaltet sich blassgelb und eher diesig, ich fürchte, morgen wird das Wetter nicht besonders schön werden…...
Am Nachmittag schläft der Wind ein, ich rudere an Land und mache mich zu Fuß auf den Weg zur „Yachtmarina Marmaris“, Schifferl anschauen. Was ich dort sehe ist beachtlich: Ein riesiges Gelände mit einer Unzahl von Schiffen, häufig wird an diesen auch gearbeitet – die Eröffnung der Saison steht ja bevor. Besonders beeindruckt mich die große Anzahl an Mega –Yachten. Zu meinem Erstaunen finde Schiffe mit dem Namen „Sandpiper“ und „Jan Himp“ (so heißt das Schiff vom Forumskollegen Rolf). Ein gut erhaltenes, gebrauchtes Schiff bis maximal 30 Fuß ist leider keines dabei….
Der Sonnenuntergang gestaltet sich blassgelb und eher diesig, ich fürchte, morgen wird das Wetter nicht besonders schön werden…...
Freitag, 6. März 2009
In der Nacht ging es wieder los. Hier in der Bucht konnte mir zwar (fast…) nichts gefährlich werden, da der Seeraum zu einer größeren Wellenbildung fehlte, die Fallböen waren aber mehr als beachtlich. Es riss mir das Solarpaneel, welches an vier Punkte an Deck gebunden war los und verbog es, mein Schlaucherl hob es hoch und drehte es so oft um, dass am Morgen die Leinen, mit denen es am Heck befestigt war, ineinander verdrillt waren. Das Sitzbrett ging dabei (wieder einmal…) verloren, ein echter Schwachpunkt des an sich sehr guten Gummiwutzlers. Ich klappte die Sprayhood um und band sie nieder, um den Luftwiderstand zu verringern, sicherte die ausgebrachten Fender mit einem zusätzlichen halben Schlag, band die Pinne quer an den Heckkorb, holte das Schwert hoch, rollte die Nationale ein, stellte am Lot den Tiefenalarm ein, falls der Anker doch slippen sollte, kontrollierte denselben nochmals und steckte sicherheitshalber eine Leine (60m…) an. Mich erstaunte, wie schnell Sandpiper Fahrt aufnahm, wenn so eine Böe einfiel, auch die Schräglage beunruhigte mich manchmal etwas. Aber der Anker hielt, trotzdem war es eine eher unruhige Nacht, welche ich sicherheitshalber angezogen verbrachte. Ich war heilfroh, von dieser verdammten Kaimauer rechtzeitig weggekommen zu sein. Ich will gar nicht wissen, was sich in dieser Nacht dort so an Dramen abgespielt hat.
In der gleichen Bucht liegt auch eine sehr große, luxuriöse Ketsch, (= ein zweimastiges Segelschiff, bei dem der achtern stehende Mast – der Besan – kürzer als der vordere – Großmast - ist, der aber, im Gegensatz zu einer Yawl, innerhalb der Konstruktionswasserlinie steht) deren Anker den Winddruck nicht standgehalten hat und erneut ein Ankermanöver fahren musste.
Am Tag flaute der Wind wieder ab, ich verbrachte den Tag am Schiff damit, meine Homepage zu aktualisieren, das Schiff nach der Hektik der Nacht wieder aufzuklarieren und etwas Ordnung in meine Fotogalerie zu bringen.
In der gleichen Bucht liegt auch eine sehr große, luxuriöse Ketsch, (= ein zweimastiges Segelschiff, bei dem der achtern stehende Mast – der Besan – kürzer als der vordere – Großmast - ist, der aber, im Gegensatz zu einer Yawl, innerhalb der Konstruktionswasserlinie steht) deren Anker den Winddruck nicht standgehalten hat und erneut ein Ankermanöver fahren musste.
Am Tag flaute der Wind wieder ab, ich verbrachte den Tag am Schiff damit, meine Homepage zu aktualisieren, das Schiff nach der Hektik der Nacht wieder aufzuklarieren und etwas Ordnung in meine Fotogalerie zu bringen.
Donnerstag, 5. März 2009
….doch es kam anders, genau so wie die Gribdaten es vorhersagten. Am frühen Vormittag schon begann der Tanz, innerhalb kurzer Zeit gab es an der Hafenmauer Wellen von einem Meter Höhe.„Sandpiper“ bockte und tanzte gefesselt an drei Vorleinen und dem Heckanker, der Bugspriet tanzte einen Meter vor der Kaimauer wild auf und ab. Verdammt, ich wusste doch, wie das Wetter wird! Nur weil ich noch einkaufen und tanken wollte bin ich geblieben, anstatt einen sicheren Ankerplatz aufzusuchen. Nun sitze ich in der Falle, kann nicht mehr weg. Ich sitze am Schiff und halte Ankerwache, nichts warmes zum Essen und aufs Klo müsste ich auch wieder einmal…. Der Wind legt zu, die Wellen ebenfalls. Ich war in dem Glauben, dass ein großes Schiff neben mir die meisten Wellen abhalten würde, aber das war ein Irrglaube. Ich legte eine zusätzliche Heckleine zu einem größeren Schiff aus, was dessen Besitzer zwar gar nicht recht war – ich hatte aber keine andere Wahl mehr, da mein Heckanker slippte, trotz Reitgewicht. Ich fädelte meinen Hauptanker, einen 10Kg schweren Bügelanker, mitsamt seinen dreißig Metern Kette aus der Bughalterung, schäkelte eine 60 Meter Leine an, verlud alles in mein Schlaucherl und ruderte damit hinaus, um mein Schiff zu sichern. Das war vielleicht was – ich bin mir mit meinem Minischlaucherl wie in einer Affenschaukel vorgekommen…... Die Aktion hatte aber Erfolg, die Situation entspannte sich etwas. Es war Hafenkino pur – man(n) will ja der staunenden Menge etwas bieten…. Am späten Nachmittag ließen die Wellen etwas nach, ich konnte mich am (gut haltenden) Hauptanker aus dem Gefahrenbereich ziehen und suchte eine geschützte Ankerbucht auf – Hier traf ich wieder auf Christa und Sigi, die ebenfalls hier Schutz suchten.
Mittwoch, 4. März 2009
Habe mich in der Früh an die Stadthafenmole verlegt, mit Heckanker, Reitgewicht und Bugleinen. Ich liege genau vor dem Eingang zum Basar, trotzdem ist es relativ ruhig. Die Lage ist so ähnlich wie im Stadthafen von Split vor der „Titova Obala“ - nur sind hier wesentlich mehr Palmen. Die ziemlich große und gut bewachte „Netsel“ Marina durchstreift. Vorher musste ich bei der Security meinen Pass abgeben und bekam dafür so ein Plastikkärtchen zum Anstecken. Soviel Chrom, edles Holz, securitys und feines Getue auf einem Fleck habe ich noch nicht erlebt. Ein Schiff in meiner Größe ist hier nur als Beiboot vorhanden…. Es wurde so wild geschrubbt und poliert, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekam, da ich nur herumspazierte und Schifferl beäugte. Fluchtartig verließ ich die Stätte schamlos zur Schau gestellten Reichtums. Ich bin zwar nicht prominent, aber trotzdem: „Holt mich hier raus, und das bitte gleich, wenn’s irgendwie geht….!!!“
Den Touristenort Marmaris durchwandert, bis die Schuhsohlen rauchten. Im Gegensatz zu Griechenland haben die meisten Häuser hier mit Ziegeln gedeckte Steildächer – zwar nicht sehr steil, aber immerhin mit Dachstuhl. Wieder so eine Stadt, wo kein Fußgänger bei einer roten Ampel stehen bleibt. Ein Minigewerbe – oder Handelsbetrieb neben dem anderen, es geht zu wie in einem Bienenstock. Wie wird das erst in der Saison werden? Die Stadt offenbart sich als relativ sauber und gepflegt. Die Menschen sind (bis jetzt zumindest) freundlich, höflich und neugierig, angequatscht zu werden ist hier offenbar normal. Ich setze mich mit meinem kleinen Laptop auf eine Bank um den Seewetterbericht abzurufen, kommt eine nette, etwas ältere Frau herbei, fragt (auf türkisch) ob der Platz neben mir noch frei ist (nehme ich zumindest an), ich bejahe (auf englisch). Sie setzt sich und fängt an in ein Büchlein was zu schreiben. Nach einer Weile öffnet sie ein Sackerl, holt ein Sesamgebäck heraus, bricht es in der Mitte auseinander und bietet mir eine Hälfte davon an. So kommen wir ins Gespräch. Sie kein Wort englisch, ich kein Wort türkisch. Ich frage sie, ob sie eine Tochter hat, sie erklärt mir den Weg zum Bäcker. Ich erkläre ihr dass ich aus Österreich komme, sie meint ich sei zu luftig bekleidet. Sagenhaft. Wir unterhalten uns glänzend und scheiden als Freunde. So etwas Ähnliches ist mir schon einmal passiert, vor rund vierundzwanzig Jahren, damals in Moskau – auch so ein leicht mysteriöses Gespräch mit einer russischen Frau. Irgendwie wird mir Marmaris sympathisch – oder sind es die Menschen? Ich weiß es (noch) nicht, ich fühle mich jedenfalls wohl hier.
Aktuelle Seekarten von der Küste der Türkei besorgt – hier haben sie den gleichen Preis wie in Österreich. Die türkischen Seekarten sind nicht schlecht gemacht, wichtige Angaben sind als Zusatz in Englisch enthalten, allerdings haben sie nur einen Zweifarbendruck.
Am Nachmittag klart es auf, fast schlagartig steigt das Thermometer auf 25 Grad. Endlich durchströmt wieder Wärme meine Glieder. Ein herrlicher Sonnenuntergang versprach schönes Wetter……
Den Touristenort Marmaris durchwandert, bis die Schuhsohlen rauchten. Im Gegensatz zu Griechenland haben die meisten Häuser hier mit Ziegeln gedeckte Steildächer – zwar nicht sehr steil, aber immerhin mit Dachstuhl. Wieder so eine Stadt, wo kein Fußgänger bei einer roten Ampel stehen bleibt. Ein Minigewerbe – oder Handelsbetrieb neben dem anderen, es geht zu wie in einem Bienenstock. Wie wird das erst in der Saison werden? Die Stadt offenbart sich als relativ sauber und gepflegt. Die Menschen sind (bis jetzt zumindest) freundlich, höflich und neugierig, angequatscht zu werden ist hier offenbar normal. Ich setze mich mit meinem kleinen Laptop auf eine Bank um den Seewetterbericht abzurufen, kommt eine nette, etwas ältere Frau herbei, fragt (auf türkisch) ob der Platz neben mir noch frei ist (nehme ich zumindest an), ich bejahe (auf englisch). Sie setzt sich und fängt an in ein Büchlein was zu schreiben. Nach einer Weile öffnet sie ein Sackerl, holt ein Sesamgebäck heraus, bricht es in der Mitte auseinander und bietet mir eine Hälfte davon an. So kommen wir ins Gespräch. Sie kein Wort englisch, ich kein Wort türkisch. Ich frage sie, ob sie eine Tochter hat, sie erklärt mir den Weg zum Bäcker. Ich erkläre ihr dass ich aus Österreich komme, sie meint ich sei zu luftig bekleidet. Sagenhaft. Wir unterhalten uns glänzend und scheiden als Freunde. So etwas Ähnliches ist mir schon einmal passiert, vor rund vierundzwanzig Jahren, damals in Moskau – auch so ein leicht mysteriöses Gespräch mit einer russischen Frau. Irgendwie wird mir Marmaris sympathisch – oder sind es die Menschen? Ich weiß es (noch) nicht, ich fühle mich jedenfalls wohl hier.
Aktuelle Seekarten von der Küste der Türkei besorgt – hier haben sie den gleichen Preis wie in Österreich. Die türkischen Seekarten sind nicht schlecht gemacht, wichtige Angaben sind als Zusatz in Englisch enthalten, allerdings haben sie nur einen Zweifarbendruck.
Am Nachmittag klart es auf, fast schlagartig steigt das Thermometer auf 25 Grad. Endlich durchströmt wieder Wärme meine Glieder. Ein herrlicher Sonnenuntergang versprach schönes Wetter……
Dienstag, 3. März 2009
05:30 – mich wirft es fast aus der Koje, als der Muezzin schon wieder loslegt. Kann der nicht schlafen oder wie? Geht das jeden Tag so – ich befürchte es…
Sigi holt mich mit dem Schlaucherl ab, gemeinsam wollen wir einklarieren. Das Theater beginnt – im wahrsten Sinn des Wortes. Ich werde nie wieder ein schlechtes Wort über die österreichische Bürokratie verlieren, denn das was wir hier erlebten, war nicht ganz ohne. Der Zoll, Immigration, etc. befinden sich in der Netsel – Marina, der Hafenkapitän natürlich am anderen Ende des Hafens…. Transitlog, Visa, Crewliste, etc., Stempel, Fragen, bezahlen, alles an fünf verschiedenen Stellen, mir schwirrt jetzt noch der Kopf. Dann rüber zum Hafenkapitän, wo mit einem letzten Stempel für mich dann alles erledigt ist. Nicht so für Sigi und Christa. Deren Schiff hat über 11 BRT (Bruttoregistertonnen), da gelten angeblich wiederum andere Bestimmungen. Die Beiden müssen sich nun doch einen Agenten nehmen, der ihnen zusätzliche Kosten in der Höhe von 35,- Euro beschert. Ursprünglich hatte er 50,- € verlangt, ließ dann aber doch mit sich handeln….
Meine Versuche, von Bord aus eine anständige Internetverbindung herzustellen sind nur von mäßigem Erfolg gekrönt – die meisten Netze hier sind verschlüsselt, leider.
Sigi holt mich mit dem Schlaucherl ab, gemeinsam wollen wir einklarieren. Das Theater beginnt – im wahrsten Sinn des Wortes. Ich werde nie wieder ein schlechtes Wort über die österreichische Bürokratie verlieren, denn das was wir hier erlebten, war nicht ganz ohne. Der Zoll, Immigration, etc. befinden sich in der Netsel – Marina, der Hafenkapitän natürlich am anderen Ende des Hafens…. Transitlog, Visa, Crewliste, etc., Stempel, Fragen, bezahlen, alles an fünf verschiedenen Stellen, mir schwirrt jetzt noch der Kopf. Dann rüber zum Hafenkapitän, wo mit einem letzten Stempel für mich dann alles erledigt ist. Nicht so für Sigi und Christa. Deren Schiff hat über 11 BRT (Bruttoregistertonnen), da gelten angeblich wiederum andere Bestimmungen. Die Beiden müssen sich nun doch einen Agenten nehmen, der ihnen zusätzliche Kosten in der Höhe von 35,- Euro beschert. Ursprünglich hatte er 50,- € verlangt, ließ dann aber doch mit sich handeln….
Meine Versuche, von Bord aus eine anständige Internetverbindung herzustellen sind nur von mäßigem Erfolg gekrönt – die meisten Netze hier sind verschlüsselt, leider.
Montag, 2. März 2009
Von Europa nach Asien
Korrekt beflaggt nähere ich mich der türkischen Küste:
In der Nacht legt sich der Wind, die Schiffe im Hafen liegen endlich ruhig. Um 09:30 stehe ich vor dem Marinabüro – natürlich ist niemand da. Gut Freunde, dann eben nicht! Insgesamt habe ich fünfmal versucht, meine Liegeplatzgebühren zu bezahlen, ich brauche also kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich ohne zu bezahlen auslaufe. Beim Ablegen läuft alles klar, bis auf eine winzige Kleinigkeit – mein Heckanker, ein 8Kg Danforth, hat sich in einer Mooringleine verhakt….. Wassertiefe 5m und arschkalt, da kommt Freude auf…. Ich habe absolut keine Lust zum Tauchen, pure Gewalt bringt, außer dem Skipper ins Schwitzen, nichts. Taktik ist also angesagt. Ich lokalisiere zu welchem Schiff die Mooringleine führt, verhole mich mit Tricks dorthin und ziehe von dort den Anker der Leine entlang. Langsam kommt dieser, an der nach oben zu dem Schiff führenden Mooringleine hoch, wo ich ihn dann aushaken und verstauen kann. Endlich kann ich Auslaufen, Kurs Marmaris liegt an. Der wind kommt aus NW/W, leider etwas schwach.
Ich nehme, ein bisschen traurig, Abschied von Griechenland, wo ich so viele schöne Stunden (und einige Hoppallas….) erleben durfte. Viele nette Menschen lernte ich kennen, niemand tat mir böses an, sogar die winterliche Ägäis fletschte nur die Zähne, hat aber nicht zugebissen. Danke für alles, mein liebes Griechenland, ich wünsche Dir für die Zukunft alles, alles Gute!!!
Während die Konturen von Rhodos langsam im Dunst verwischen, tauchen die schneebedeckten Gipfel des Taurusgebirges und seiner Ausläufer immer klarer hervor. Hier, mitten am Meer, hole ich in einer feierlicher Stimmung aus der Steuerbordsaling die griechische Flagge nieder und setze stattdessen die türkische, in Kombination mit der gelben „Q“ Flagge, um ordnungsgemäß in Marmaris einzuklarieren. Die weitere Fahrt verlief ohne Probleme, leider schlief der Wind bald ganz ein, zwei Drittel der Fahrt musste ich unter Maschine zurücklegen. In der riesigen Bucht von Marmaris rauscht seitlich vor dem Stadthafen mein Eisen in den Grund, ich bin gut in Asien angekommen. Für mich ein erhebender Moment, denn ich bin zum ersten Mal in meinem Leben in der Türkei.
Ich gehe nicht von Bord, sondern lasse die Stimmung auf mich einwirken. Die Marmaris umgebende Berglandschaft ist bezaubernd herb, die Bucht liegt ruhig im Abendlicht, es ist windstill, das Meer unbewegt. Aus der beschaulichen Stimmung reißt mich erst der Singsang des Muezzins, welcher für meine Ohren arg unmelodisch klingt. Ich köchle mir eine gute Nudelsuppe mit viel Gemüse und bereite mich mental auf das morgige Einklarieren vor.
Etmal: 26,5sm, Position: N 36° 51,06’ / E 028° 16,13’
In der Nacht legt sich der Wind, die Schiffe im Hafen liegen endlich ruhig. Um 09:30 stehe ich vor dem Marinabüro – natürlich ist niemand da. Gut Freunde, dann eben nicht! Insgesamt habe ich fünfmal versucht, meine Liegeplatzgebühren zu bezahlen, ich brauche also kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich ohne zu bezahlen auslaufe. Beim Ablegen läuft alles klar, bis auf eine winzige Kleinigkeit – mein Heckanker, ein 8Kg Danforth, hat sich in einer Mooringleine verhakt….. Wassertiefe 5m und arschkalt, da kommt Freude auf…. Ich habe absolut keine Lust zum Tauchen, pure Gewalt bringt, außer dem Skipper ins Schwitzen, nichts. Taktik ist also angesagt. Ich lokalisiere zu welchem Schiff die Mooringleine führt, verhole mich mit Tricks dorthin und ziehe von dort den Anker der Leine entlang. Langsam kommt dieser, an der nach oben zu dem Schiff führenden Mooringleine hoch, wo ich ihn dann aushaken und verstauen kann. Endlich kann ich Auslaufen, Kurs Marmaris liegt an. Der wind kommt aus NW/W, leider etwas schwach.
Ich nehme, ein bisschen traurig, Abschied von Griechenland, wo ich so viele schöne Stunden (und einige Hoppallas….) erleben durfte. Viele nette Menschen lernte ich kennen, niemand tat mir böses an, sogar die winterliche Ägäis fletschte nur die Zähne, hat aber nicht zugebissen. Danke für alles, mein liebes Griechenland, ich wünsche Dir für die Zukunft alles, alles Gute!!!
Während die Konturen von Rhodos langsam im Dunst verwischen, tauchen die schneebedeckten Gipfel des Taurusgebirges und seiner Ausläufer immer klarer hervor. Hier, mitten am Meer, hole ich in einer feierlicher Stimmung aus der Steuerbordsaling die griechische Flagge nieder und setze stattdessen die türkische, in Kombination mit der gelben „Q“ Flagge, um ordnungsgemäß in Marmaris einzuklarieren. Die weitere Fahrt verlief ohne Probleme, leider schlief der Wind bald ganz ein, zwei Drittel der Fahrt musste ich unter Maschine zurücklegen. In der riesigen Bucht von Marmaris rauscht seitlich vor dem Stadthafen mein Eisen in den Grund, ich bin gut in Asien angekommen. Für mich ein erhebender Moment, denn ich bin zum ersten Mal in meinem Leben in der Türkei.
Ich gehe nicht von Bord, sondern lasse die Stimmung auf mich einwirken. Die Marmaris umgebende Berglandschaft ist bezaubernd herb, die Bucht liegt ruhig im Abendlicht, es ist windstill, das Meer unbewegt. Aus der beschaulichen Stimmung reißt mich erst der Singsang des Muezzins, welcher für meine Ohren arg unmelodisch klingt. Ich köchle mir eine gute Nudelsuppe mit viel Gemüse und bereite mich mental auf das morgige Einklarieren vor.
Etmal: 26,5sm, Position: N 36° 51,06’ / E 028° 16,13’
Sonntag, 1. März 2009
….es war eine unruhige Nacht. Ich konnte mein Schiff zwar mit einer zweiten Heckmooring belegen, trotzdem war die Schaukelei beachtlich.
Heute war Faschingumzug in der Stadt, da war einiges los…. Noch dazu haben wieder Kreuzfahrtschiffe im Hafen angelegt, die ihre Menschenmassen in die Altstadt entließen. Es herrschte eine ausgelassene, fröhliche Stimmung, die auch ich mir eine Zeit lang gegeben habe, aber alleine macht so was doch keinen richtigen Spaß….
Besagte Kreuzfahrtschiffe werden übrigens aus diesem Hafen mit Hafenschleppern retour aufs offene Meer hinausgezogen und dort umgedreht.
Für die Botaniker: Für mich völlig neu war die Erkenntnis, dass Palmen keine Jahresringe wie z.B. Nadel- oder Laubbäume haben, sondern dass deren Stamm aus vielen vertikalen Röhren besteht, welche in relativ weiches Holz (???) eingelagert sind. Der Durchmesser dieser Röhren beträgt etwa 1 – 2 mm. Vielleicht sind Palmen gar keine Bäume?? Wie definiere ich überhaupt einen Baum? Wenn ich wieder einmal halbwegs normalen Internetzugang habe, werde ich mich darüber schlau machen.
Bezahlen konnte ich immer noch nicht – erraten, der Marina PC funzt immer noch nicht. Wir sind so verblieben, dass wenn am Montagvormittag – der Tag meiner Abreise – der PC noch immer defekt ist, ich ohne zu bezahlen abreisen kann. Auf meine bescheidene Frage hin, warum man mir nicht einfach händisch eine Rechnung ausstellt, ich meinen Obolus bezahlen und damit ohne schlechtes Gewissen abreisen kann, bekam ich (frei Übersetzt) folgende Antwort: „So einfach geht das nicht, es muss über den PC abgerechnet werden“ Ja Kruzifix, dann habt mich doch gern……
Den Katzenmann noch einmal gesponsert, eine Abschiedsrunde durch die Stadt gedreht, Wasser und Benzin gebunkert, von den kennen gelernten Menschen verabschiedet, das erste Reff eingebunden und überhaupt das Schiff startklar gemacht, denn morgen, morgen geht es von Europa rüber nach Asien!!!! Es sind zwar nur rund 25 Meilen, trotzdem bin ich ziemlich aufgeregt. Bis Mittwochabend ist das Wetterfenster offen, dann ist Wind bis 40 Knoten angesagt. Das sind 8 Beauforts, die ich an einem sicheren Plätzchen abwettern will.
Nachtrag zu den Palmen:
Die Palmengewächse oder Palmen sind die einzige Familie der Ordnung der Palmenartigen (Arecales) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen (Liliopsida). Verwandte Arten waren schon vor etwa 70 Millionen Jahren in der Kreidezeit weit verbreitet. Die Familie der Palmengewächse (Arecaceae) enthält laut aktuellen Schätzungen etwa 200 Gattungen mit etwa 2600 Arten. In der Familie der Palmen findet sich das längste Blatt (bei Palmen der Gattung Raphia mit bis zu 25 Meter Länge), der größte Same von der Seychellenpalme mit bis zu 22 Kilogramm Gewicht), sowie der größte Blütenstand in der Gattung Corypha mit geschätzten 10 Millionen Blüten pro Infloreszenz des Pflanzenreichs. Palmengewächse sind verholzende Pflanzen mit einem charakteristischen Blattschopf. Der Stamm weist, anders als bei Bäumen, kein sekundäres Dickenwachstum auf. Schon am Beginn des Wachstums einer Palme erreicht der Stamm weitestgehend seinen endgültigen Stammdurchmesser. Selten sind Palmen verzweigt. Einige Arten kriechen oder klettern. Die gestielten Laubblätter der Palmengewächse heißen Palmwedel. Die Blattspreite wird anfangs immer ungeteilt gebildet und teilt sich erst später. Palmen bilden Schließfrüchte, meistens harte Beeren oder Steinfrüchte. Das Perikarp ist glatt, behaart, mit Stacheln oder Schuppen besetzt. Die Früchte enthalten meist einen oder zwei bis drei oder selten bis zu zehn Samen.
Heute war Faschingumzug in der Stadt, da war einiges los…. Noch dazu haben wieder Kreuzfahrtschiffe im Hafen angelegt, die ihre Menschenmassen in die Altstadt entließen. Es herrschte eine ausgelassene, fröhliche Stimmung, die auch ich mir eine Zeit lang gegeben habe, aber alleine macht so was doch keinen richtigen Spaß….
Besagte Kreuzfahrtschiffe werden übrigens aus diesem Hafen mit Hafenschleppern retour aufs offene Meer hinausgezogen und dort umgedreht.
Für die Botaniker: Für mich völlig neu war die Erkenntnis, dass Palmen keine Jahresringe wie z.B. Nadel- oder Laubbäume haben, sondern dass deren Stamm aus vielen vertikalen Röhren besteht, welche in relativ weiches Holz (???) eingelagert sind. Der Durchmesser dieser Röhren beträgt etwa 1 – 2 mm. Vielleicht sind Palmen gar keine Bäume?? Wie definiere ich überhaupt einen Baum? Wenn ich wieder einmal halbwegs normalen Internetzugang habe, werde ich mich darüber schlau machen.
Bezahlen konnte ich immer noch nicht – erraten, der Marina PC funzt immer noch nicht. Wir sind so verblieben, dass wenn am Montagvormittag – der Tag meiner Abreise – der PC noch immer defekt ist, ich ohne zu bezahlen abreisen kann. Auf meine bescheidene Frage hin, warum man mir nicht einfach händisch eine Rechnung ausstellt, ich meinen Obolus bezahlen und damit ohne schlechtes Gewissen abreisen kann, bekam ich (frei Übersetzt) folgende Antwort: „So einfach geht das nicht, es muss über den PC abgerechnet werden“ Ja Kruzifix, dann habt mich doch gern……
Den Katzenmann noch einmal gesponsert, eine Abschiedsrunde durch die Stadt gedreht, Wasser und Benzin gebunkert, von den kennen gelernten Menschen verabschiedet, das erste Reff eingebunden und überhaupt das Schiff startklar gemacht, denn morgen, morgen geht es von Europa rüber nach Asien!!!! Es sind zwar nur rund 25 Meilen, trotzdem bin ich ziemlich aufgeregt. Bis Mittwochabend ist das Wetterfenster offen, dann ist Wind bis 40 Knoten angesagt. Das sind 8 Beauforts, die ich an einem sicheren Plätzchen abwettern will.
Nachtrag zu den Palmen:
Die Palmengewächse oder Palmen sind die einzige Familie der Ordnung der Palmenartigen (Arecales) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen (Liliopsida). Verwandte Arten waren schon vor etwa 70 Millionen Jahren in der Kreidezeit weit verbreitet. Die Familie der Palmengewächse (Arecaceae) enthält laut aktuellen Schätzungen etwa 200 Gattungen mit etwa 2600 Arten. In der Familie der Palmen findet sich das längste Blatt (bei Palmen der Gattung Raphia mit bis zu 25 Meter Länge), der größte Same von der Seychellenpalme mit bis zu 22 Kilogramm Gewicht), sowie der größte Blütenstand in der Gattung Corypha mit geschätzten 10 Millionen Blüten pro Infloreszenz des Pflanzenreichs. Palmengewächse sind verholzende Pflanzen mit einem charakteristischen Blattschopf. Der Stamm weist, anders als bei Bäumen, kein sekundäres Dickenwachstum auf. Schon am Beginn des Wachstums einer Palme erreicht der Stamm weitestgehend seinen endgültigen Stammdurchmesser. Selten sind Palmen verzweigt. Einige Arten kriechen oder klettern. Die gestielten Laubblätter der Palmengewächse heißen Palmwedel. Die Blattspreite wird anfangs immer ungeteilt gebildet und teilt sich erst später. Palmen bilden Schließfrüchte, meistens harte Beeren oder Steinfrüchte. Das Perikarp ist glatt, behaart, mit Stacheln oder Schuppen besetzt. Die Früchte enthalten meist einen oder zwei bis drei oder selten bis zu zehn Samen.
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