Für etwaige Wünsche, Bitten und Beschwerden bin ich manchmal erreichbar unter:
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Dienstag, 30. Juni 2009

Kiparissia

Der Hafen ist ein echter Hammer: Riesengroß, fast leer, Wasser und Toiletten an der Pier, kein lästiger Hafenkapitän und das alles noch dazu gratis:


Wenn ein Wasserhahn keine zehn Meter von Sandpiper entfernt ist muss man(n) das natürlich ausnutzen: Alles was nur irgendwie zum Waschen geht wird gnadenlos geschrubbt – sogar meine Tuchent. Hoffentlich werden die Daunen darin bis zum Abend wieder trocken…


Ein bisserl wild schaut Sandpiper zurzeit schon aus – es ist aber nur zu ihrem Besten…


„Pimp my Neptun“ - um die Hitze in der Kajüte wegzubringen installiere ich eine Art Segel über das Vorluk, welches auch den sanftesten Lufthauch ins Bootsinnere leitet:


Hier gefällt es mir irgendwie. Auch die Stadt hat ihren eigenen Reiz. Morgen werde ich sie mal erkunden…

Montag, 29. Juni 2009

Von Pylos nach Kiparissia

Ich lege schon um sieben Uhr ab, bloß weg von hier. Mein nächstes Etappenziel ist Kiparissia, rund 27sm von Pylos aus nordwärts gelegen. Um diese Strecke zurückzulegen musste ich allerdings 41sm segeln… Aber es war herrlich! Fast immer gegenan, erst ab dem zweiten Drittel der Fahrt kam der Wind etwas raumer. Es wurde alles geboten, was das Seglerherz so begehrt; von der bösartigen Böe, Düseneffekt zwischen Festland und Insel, bis zum Altherrensegeln mit leichter achterlichen Brise war alles vertreten. Vor dieser Wolke…


…hatte ich zwar ein etwas murmeliges Gefühl, sie löste sich aber dann doch in Wohlgefallen auf:


Auf der Fahrt kam ich (wieder einmal…) an den sonderbarsten Gebäuden vorbei…


Wenn dass nicht krass ist!
Am späten Nachmittag erreiche ich mein noch unbekanntes Ziel. Der Hafen ist dann beim Einlaufen eine äußerst angenehme Überraschung: Groß, fast leer, die Molen wurden erweitert und er ist ziemlich gut geschützt. Als Fremdschiffe liegen nur ein Engländer und zwei Österreicher an der Pier:


Mir wird beim Anlegen geholfen und gleichzeitig vor einer vorstehenden Kante…


…gewarnt, die Sandpiper beschädigen hätte können. Herzlichen Dank! Wie blöd muss man eigentlich sein, um so etwas zu bauen???
Gleich neben meinem Liegeplatz gibt es einen Wasserhahn, das gesamte Hafenareal ist ziemlich weitläufig und ruhig. Ich bin so richtig Happy. Die Wasserleitung ist ein dickerer schwarzer Schlauch, der oberflächig verlegt und von weiter her kommt. Daher ist das Wasser darin sehr warm, fast heiß. So kam ich am Abend noch in den seltenen Genuss einer Warmwasserdusche…

Etmal: 41sm, Position: N 37°15,47’ / E 021°39,93’

Sonntag, 28. Juni 2009

Der Ort Pylos

Ich verlasse den paradiesischen Ankerplatz um den Ort Pylos mit seiner mächtigen Festung zu erkunden:


Zu Beginn der kurzen Fahrt nehme ich noch eine Feineinstellung des Vergasers bei warmem Motor vor; zurzeit schnurrt dieser erstaunlich zuverlässig vor sich hin. Hoffentlich hält dieser Zustand an! Anschließend kann ich mit der Fock bei achterlichen Wind bis zur nie fertig gestellten Marina segeln. Einen so verluderten und dreckigen Hafen habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Kein Strom, kein Wasser, keine Beleuchtung, keine Sanitäranlagen, dafür überall Müll. Für eine Nacht muss es reichen…


Ich erkunde die ausgedehnte Festung...



...wo offensichtlich jemand seine Munition vergessen hat:


Der Ort an sich, obwohl ziemlich geschichtsträchtig, gibt nicht viel her. Das Schönste an ihm sind die riesige, schattenspendende Platane am Hauptplatz…


…und das Denkmal der drei Admiräle von der alliierten Flotte, welche 1827 hier die Seeschlacht gewonnen haben:


Hier hält mich nun nichts mehr. Obwohl, die Bucht selbst war ein wunderschöner Ankerplatz. Morgen früh geht es wieder weiter, auch wenn der Wind (wieder einmal...) von gegenan kommt...

Etmal: 4,5sm, Position: N 36°55,09’ / E 021°41,98’

Samstag, 27. Juni 2009

Navarino / Pylos

Ich weiß nicht warum, aber mich hat heute in der Früh die Arbeitswut angepackt. Anstatt mich still in eine Ecke zu setzen und abzuwarten bis dieser unnatürliche Anfall vorübergeht, habe ich die Herausforderung angenommen und Arbeiten erledigt, die ich schon längere Zeit vor mich hergeschoben habe. Zuerst reparierte ich den Kocher; der Generator (ein etwas seltsam geformtes Messingröhrl mit Anschlüssen) war durch Ablagerungen verstopft, daher ging die Heizleistung permanent zurück. Nachdem mir diese Schwachstelle des guten „Coleman“ bekannt ist, der Generator an sich aber nicht zu reparieren ist, führe ich zwei Ersatzgeneratoren an Bord mit. Leider sind die Backskisten von Sandpiper ziemlich groß, daher hat es einige Zeit gedauert, bis ich den Ersatz gefunden hatte…. Dann polierte ich das Nirobecken mit Chromputzpaste aus dem Kfz - Zubehörhandel auf Hochglanz, denn die Kalkablagerungen ließen sich mit üblichen Haushaltsmitteln nicht mehr ganz beseitigen. Spiegel und Fenster strahlen nun auch wieder. Anschließend gönnte ich Sandpiper eine Schönheitsbehandlung: Ich befreite alle Nirostateile mit Phosphorsäure vom Flugrost. Das muss wieder einmal ein witziger Anblick gewesen sein: Gerhard, wie immer spärlichst bekleidet (Kappe…) mit Latexhandschuhen auf allen Vieren an Deck, mit Chemikalien hantierend, rumrutschend…
Am späten Nachmittag, als die Sonne nicht mehr gar so heiß herniederbrannte, ruderte ich an Land und lief einige Kilometer. Teilweise Schotter, teilweise Asphalt, teilweise Berg. Bei der Affenhitze kam ich dabei ganz schön ins Schwitzen…

Freitag, 26. Juni 2009

Navarino / Pylos

Wieder einmal ist ein Wandertag angesagt. Die Gegend hier ist flach und fruchtbar. Wenn man(n) allerdings sieht, wie die landwirtschaftlichen Flächen bestellt werden könnten einem die Tränen kommen….
Die blöden Flieger hört man hier in der Bucht noch mehr - die sind lästig wie die Gelsen. Zur Zeit üben sie Sturzkampftaktik mit der entsprechenden Lärmkulisse – vielleicht sollte ihnen jemand mal sagen, dass diese Taktik bereits im zweiten Weltkrieg angewandt wurde und schon damals nicht zum Erfolg führte…

Was gibt es zu der Bucht hier zu sagen: Navarino - die Schlacht, die keiner wollte:

Mit der Niederlage der verbündeten türkisch-ägyptischen Flotte gegen die verbündeten Seestreitkräften Englands, Frankreichs und Russlands in der Seeschlacht von Navarino, dem heutigen Pylos, wurde die Unabhängigkeit Griechenlands (1830) vom osmanischen Reich eingeleitet. In seinen Auswirkungen auf die internationale Situation kann man Navarino daher zu den entscheidendsten Schlachten der Welt rechnen. Zuvor hatten die Alliierten einen Waffenstillstand im Krieg zwischen Griechen und Türken gefordert. Als dies vom osmanischen Reich abgelehnt wurde, schickten die Großmächte ein Flottenkontingent, um die Landung ägyptischer Verstärkungstruppen in Griechenland zu verhindern. Die Bucht von Navarino, die durch die vorgelagerte Insel Sphakteria zu einem riesigen geschützten Hafenbecken wird, hatte damals wie heute nur einen schiffbaren Ausgang. Ihn deckte mit ihren Geschützbatterien eine starke türkische Festung. Das Kräfteverhältnis war für die Alliierten ungünstig: 27 Schiffen, armiert mit etwa 1300 Kanonen, standen 65 turko-ägyptische Schiffe mit etwa 2000 Kanonen gegenüber. Dazu kamen noch die Hafenbatterien. Am 20. Oktober 1827 gegen 13.30 Uhr lief die alliierte Flotte in die Bucht ein. Die Order lautete, dass kein Schuss abgefeuert werden dürfe, es sei denn, ein feindliches Schiff eröffne das Feuer. Die Türken wurden völlig überrascht, die Geschütze der Festung schwiegen. Die turko-ägyptische Flotte ankerte in der Formation eines Halbmonds schützend vor den Transportschiffen. Die Gefechtsposition der Alliierten war so gewählt, dass kein feindliches Schiff die Bucht verlassen konnte. Auf einer Fläche von nur 5 Kilometern Länge und 2,5 Kilometer Breite drängten sich die Schiffe. Es waren sämtlich Segelschiffe, was ihre Manövrierfähigkeit im windgeschützten Hafen einschränkte. Die kleinere Flotte der Alliierten, die aber besser bewaffnet war, erwies sich jetzt als Vorteil gegenüber einem Gegner, der sich durch seine schiere Anzahl selber behinderte und dazu noch eine riesige Zielscheibe bot. Eine lange Stunde lagen sich die beiden Flotten gegenüber, und die Nervosität stieg von Minute zu Minute. Schließlich fiel der Funke ins Pulverfass: Ein türkisches Schiff ließ ein Boot zu Wasser, von dem ein englisches Schiff annahm, es könne sich um einen „Brander“ handeln, eine mit Pulver gefüllte, schwimmende Bombe. Um dieser Gefahr zu begegnen, fierten die Engländer ihrerseits eine Pinasse mit Bewaffneten. Auf einem in unmittelbarer Nähe liegenden ägyptischen Schiff wurde dies als Enterungsversuch missverstanden, so dass man die Rudermannschaft beschoss. Um den Rückzug ihres Bootes zu decken, feuerten die Engländer eine Breitseite, und bald war das Schießen allgemein:


Von 14.30 Uhr bis in die Nacht dauerte die Schlacht. Sie endete mit der vollständigen Vernichtung der turko-ägyptischen Flotte. Wegen des engen Raumes konnte von taktischer Führung keine Rede sein. Jedes Schiff handelte selbständig und feuerte aus allen Rohren. Am Ende glich die Bucht einem Schiffsfriedhof voll brennender Wracks und treibender Leichen. Die Verluste der Alliierten beliefen sich auf 174 Tote und 475 Verwundete, die der Osmanen auf 6000 Tote und 4000 Verwundete. Kein europäisches Schiff sank, die Türken und Ägypter verloren etwa sechzig Schiffe. Diese Schlacht war die letzte große Seeschlacht welche ausschließlich mit Segelschiffen durchgeführt wurde.
Die Schlacht hatte unumstößliche Tatsachen geschaffen: Obwohl kein Grieche in ihr kämpfte, legte sie den Grundstein für einen souveränen griechischen Staat. Die Aufständischen Griechen bekamen durch den Seesieg Luft, umso mehr, als sechs Monate später der nächste russisch-türkische Krieg ausbrach, der sämtliche Truppen des Sultans an der Donau band.
Nachsatz: Mit der ägyptisch-türkischen Flotte war eine große Anzahl bronzener Kanonen untergegangen. Ein Großteil davon wurde unter dem griechischen König Otto (einem bayerischen Prinzen, der in Österreich geboren wurde) gehoben und als Recyclingmaterial in Europa verkauft, wobei etliche davon nach Bayern gelangten und für den Guss des Obelisken am Karolinenplatz in München, der Bavaria und der Tilly-Statue in der Feldherrenhalle verwendet wurden.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Navarino / Pylos

In der Nacht war ein starkes Gewitter, welches genau über uns hinwegzog. Die grellen Blitze erhellten die Bucht gespenstisch – schaurig. Dabei musste ich an die Seeschlacht denken, welche vor langer Zeit genau an dieser Stelle hier stattgefunden hat. Das Kanonenfeuer der vielen Schiffe, die damals auch in der Nacht aufeinander schossen, muss ähnlich anzuhören und anzusehen gewesen sein; bei diesem Gedanken rann es mir kalt über den Rücken hinunter….
Nachdem ich ihn noch mit Informationen über diesen Küstenabschnitt versorgt hatte legte Josef („Sepp“) ab; obwohl der Wind aus NW bläst und er gegenan muss. Alles Gute und grüß mir die Heimat!
Ich wandere durch Sanddünen, die an norddeutsche Strände erinnern…


… zur so genannten „Omegabucht“, einer Laune der Natur, da sie dem griechischen Buchstaben sehr ähnelt…


…von dort aus geht’s weiter zu einer Höhle, die sich in ihrem inneren domartig erweitert und „Nestors Cave“ (nach dem mykenischen Königs Nestor, dessen ehemalige Stadt sich hier in der Nähe befinden soll) genannt wird:


Ich besichtige die auf dem Gipfel des Ak. Koryphasion gelegene fränkisch / venezianische Ruinenanlage…




…von der aus ich Josefs gelbes Schiff weit draußen noch immer sehen kann. Gegenan ist halt ein hartes Brot.
Ich koche mir ein gutes Gemüsesüppchen und bin rundum zufrieden – nur die Windrichtung passt mir nicht ganz. Aber irgendwas ist ja immer….

Mittwoch, 24. Juni 2009

Von Methoni nach Navarino / Pylos

Franz und ich legen ab, er fährt gen Osten, ich gen Norden. Vorerst muss ich aber erst durch die Wellen hindurch, die durch den beständigen Westwind schon ziemlich hoch sind und die sich in der Enge zwischen dem Festland und der Insel Sapientza ziemlich auftürmen. Dabei vergeht mir schnell das Lachen, denn so hohe Wellen hatte ich zuletzt im Winter in der Ägäis zwischen den Inseln Astipalaia und Kos erlebt. Unter Segel (Ich habe im Hafen schon das erste Reff eingebunden und die große Fock aufgezogen) und hart am Wind kämpfe ich mich durch diesen turbulenten Bereich. In kurzer Zeit bin ich waschelnass, da ich die Fehlkonstruktion von einer Sprayhood (Danke, Fa. Bosse….) während des Segelns nicht hochklappen kann. Ich kämpfe mich die Küste hoch, Sandpiper bockt und schüttelt sich, da die Wellen von der Küste zurückgeworfen werden und so eine Art Kabbelwasser entsteht. Ein ziemlich unangenehmes Segeln. In der Bucht von Navarino, dem einzigen geschützten Tiefwasserhafen an der Westküste der Peloponnes, wird das Wasser dann ruhiger...


...der Wind dafür böig. Das stört mich weniger, Sandpiper setzt die Drücker elegant entweder in Fahrt oder in Höhe um, wie ich es eben gerade für richtig halte. Zwei Sonnenschüsse waren allerdings doch dabei, da war mein altes Mädchen einfach nicht zu halten gewesen. So segelte ich die ganze Bucht hoch, frei nach dem Motto „wer später refft ist länger schräg“. Hat ziemlichen Spaß gemacht!!
Auf der Suche nach einem guten Ankerplatz komme ich an einem kleinen österreichischen Schiff vorbei. Josef aus Salzburg mit seiner 27er Albin Ballad…


…winkt mich zu sich, lädt mich auf einen Kaffee ein. Er kam die Donau von Passau aus runter, schwarzes Meer, Bosporus, Marmarameer, Dardanellen, Ägäis und der Peloponnes waren seine bisherigen Stationen. Nun will er sich bis Crikvenica in Kroatien Hochkämpfen. Hurra, Ich bin also nicht der einzige verrückte Österreicher! Gemeinsam erkunden wir die nördliche Ausfahrt aus der Bucht. Leider ist diese für Segelschiffe zu seicht, ein querlaufendes Unterwasserriff und eine Sandbarre versperren den Weg.

Etmal: 14sm, Position: N 36°57,21’ / E 021°40,13’

Dienstag, 23. Juni 2009

Methoni

Ich widme mich meinem Körper, lege mir selbst eine praktische Sommerfrisur zu:


Franz aus Gänserndorf (bei Wien...) legt sich mit seinem Riesenkat neben uns…


…wir verplaudern in einer sehr angenehmen Stimmung den ganzen Tag und gehen gemeinsam Einkaufen.
Die fast pausenlos umherschwirrenden Kampfflugzeuge gehen mir schön langsam auf den Geist. Für diesen Blödsinn haben sie Geld, für Mülltrennung nicht. Seltsame Logik….

Montag, 22. Juni 2009

Methoni

Heute bin ich den ganzen Tag nicht vom Schiff runtergekommen. Großreinemachen und Servicearbeiten waren angesagt. Es ist eigentlich erstaunlich, wie wenig bis jetzt kaputt gegangen ist. Auch die Gesamtkonzeption des Schiffes, in Relation zu dessen Größe betrachtet, ist sehr stimmig und sinnvoll – zwischenzeitlich habe ich ja genug andere Konstruktionen „bewundern“ können… Wenn Sandpiper noch einen Einbau - Dieselmotor sowie einen normalen Kiel hätte wäre es (fast…) das perfekte Schiff!
Gegen Abend läuft ein Riesensegler in den Hafen ein:


Wenn ich an die Erhaltungskosten so eines Schiffes denke wird mir schlecht...

Sonntag, 21. Juni 2009

Methoni

An sich hätte ich ja gut geschlafen, wenn da nicht einige griechische Kampfgelsen gewesen wären – die von der ganz besonders lästigen Art. Dazu kommt, dass um die Bucht herum eine Strasse führt, wo die örtlichen Volltrotteln mit ihren auffrisierten Mopeds ihren unbefriedigten Sexualtrieb ausleben – die halbe Nacht hindurch.
Heute ist Sommerbeginn, das Wetter zeigt sich pflichtgemäß von seiner besten Seite. Ich kaufe etwas ein und besichtige die Festung…


…ein ziemlich weitläufiges…


…aber baufälliges Bollwerk…


…welches in der Nacht schön illuminiert ist:


Ein besonderes Wahrzeichen ist der "Burtzi" genannte, am Südende des Kaps gelegene Meeresturm mit seiner markanten Kuppel. Dieser Turm wurde als eigene kleine Festung mit Tor und Mauer angelegt. Er diente als Landmarke an der Hafeneinfahrt, als Wachturm und wohl auch letzte Zufluchtstätte:


Ich finde einen versteckten Wasserhahn am Fuße des Wellenbrechers, eine Tankstelle befindet sich in knapp einem Kilometer Entfernung. Einen guten Supermarkt habe ich auch entdeckt, der „Hafen“ ist ziemlich geschützt – Seglerherz, hier kannst du glücklich sein!
Der Ort an sich ist eher gesichtslos…


…aber nicht ganz unhübsch. Der Hafen ist eher eine durch eine Mole geschützte große Sandbucht, wo die Schiffe auf Reede liegen – Sandpiper mittendrin:


Kanonen als Poller in der Hafenmole eingemauert - auch keine schlechte Idee:

Samstag, 20. Juni 2009

Methoni

Nachdem ich eine ungestörte Nacht verbracht habe und dementsprechend gut gelaunt bin, kille ich den Motor nicht sondern versuche ihn zu reparieren. Ich tauche unter Sandpiper und demontiere dort die Kühlwasser – Einlassgitter des Motors. Von außen nicht zu sehen hat sich innen ein beachtliches Kleinbiotop gebildet, welches die Kühlwasserzufuhr ganz sicher stark beeinträchtigt hat:


Ich hoffe stark, dass das die Ursache für den Ausfall der Kühlung war. Ich baue sicherheitshalber das Thermostat aus und überprüfe (soweit möglich) dessen Funktion – alles OK. Ich reinige die Zündkerzen, kontrolliere nochmals die Vergasereinstellung und verlege den Schlauch für den Kühlwasser – Kontrollstrahl an eine gut sichtbare Stelle ins Cockpit, damit ich einen eventuellen Ausfall der Kühlung eher bemerke. Nach diesen Arbeiten springt die Maschine sofort an und verhält sich tadellos. Wie lange dieser erfreuliche Zustand anhält kann ich allerdings nicht sagen - ich kann nur hoffen…
Den Rest des Tages verbringe ich Faulenzenderweise abwechselnd schwimmend im Wasser oder in der Sonne liegend. Morgen werde ich dann mal anlanden und die Festung und den Ort besichtigen.
Zufrieden lasse ich den Tag ausklingen, ein stimmungsvoller Sonnenuntergang beschließt ihn:

Freitag, 19. Juni 2009

Von Koroni nach Methoni

Ich besichtige die Stadt und die Festung Koroni:



Na ja. Die Festung zerfällt von selbst, anscheinend wurde schon damals am Baumaterial gespart - oder anderweitig verwendet:


Zu Mittag laufe ich aus, Kurs Methoni, meinem Tagesziel. Dort, im großen Naturhafen möchte ich mich versorgen und passendes Wetter abwarten für den nächsten großen Schlag. Am Anfang geht es zäh, doch der Wind legt kontinuierlich zu, bis zu 25 Knoten werden es. Das bedeutet Arbeit für mich und ein nasses Deck für Sandpiper. Bei Starkwind macht es direkt Spaß, mit dem Kielschwerter aufzukreuzen, denn selbstverständlich kommt der Wind von gegenan… Nachdem ich dem Motor nicht mehr traue starte ich ihn einmal im Lee einer Insel, wo, seglerisch betrachtet, eh grad nichts weitergeht. Ich stehe knapp vor meinem ersten Herzinfarkt, als der Motor plötzlich zum Stinken beginnt, sanft quietschende Geräusche von sich gibt und ohne meine Erlaubnis urplötzlich abstirbt. Die sofort einsetzende Panikattacke bekämpfe ich mit positivem Denken, tiefer Bauchatmung und heftigem Fluchen. Dieser verdammte Motor nervt schön langsam. Einsetzende Böen lenken mich zum Glück ab. Ich schaue, dass ich nach Methoni hochkomme - dort kann ich unter Segel ein Ankermanöver fahren und liege dann sicher. In einen richtigen Hafen oder Marina würde ich mich unter Segel nur äußerst ungern wagen. Der Tag vergeht mit einem verbissen geführten Kampf um Höhe. Bei der Ankunft (noch bei Tageslicht!!) wieselt Sandpiper wieder einmal frech bis in die erste Reihe der Ankerlieger durch. Bei drei Meter Wassertiefe und genügend Abstand zum Ufer schnell die Fock weggerollt, den Bug in den Wind gedreht, die Großschot losgeworfen, nach vorne gesprintet, beim Stillstand von Sandpiper den Anker raus, wieder zurück das Groß back halten um etwas Fahrt retour aufzunehmen und den Anker ein bisschen einzugraben. Dann noch das Groß runter – wir sind wieder einmal sicher angekommen. Müde aber zufrieden genieße ich dann eine große Tasse Kaffee im Cockpit.
Was soll ich bloß mit der amerikanischen Fehlkonstruktion anfangen? Anzünden geht nicht wegen der Umweltverschmutzung, versenken daher auch nicht. Rohe Gewalt mit einer Axt oder doch noch einen Reparaturversuch starten? Am Besten wird es wohl sein, eine Nacht darüber zu schlafen….

Etmal: 32sm, Position: N 36° 48,98’ / E 021° 42,64’

Donnerstag, 18. Juni 2009

Von Porto Kayio nach Koroni

Es war eine gute Idee, mich in die etwas südlicher gelegene, nach NO geschützte Bucht zu verlegen, denn in der Nacht drehte der Wind tatsächlich auf NO und frischte ziemlich auf. Ich jedenfalls verbrachte eine ruhige und sichere Nacht vor Boje und Anker – wie es den anderen in der Bucht von Porto Kayio ergangen ist, sie lagen ja alle auf Legerwall, kann ich mir allerdings lebhaft vorstellen...
Ich laufe zeitlich aus, denn nach Koroni...


...meinem Tagesziel, ist es ein weiter Weg. Gleich beim Auslaufen aus der Bucht lege ich die Ohren an: Nur unter Fock mit achterlichen Wind erreiche ich mehr als die Rumpfgeschwindigkeit, komme kurzfristig ins surfen. He! Nicht so schnell, ich bin noch nicht ganz munter!! So runde ich das zu Recht gefürchtete Kap Ak. Tainaron, welches der südlichste Festlandpunkt von ganz Griechenland ist:


Europaweit ist nur noch Kap Tarifa in der Einfahrt der Straße von Gibraltar südlicher, so um die 14sm. Ich befinde mich nun im Messenischen Golf. Nachdem ich das Kap gerundet hatte hoffte ich auf leichtere Winde im Lee der Halbinsel Mani, aber denkste – der Tanz ging weiter, diesmal mit halben Wind und gemeinen Wellen und Böen. Adrenalin pur, fast zwei Stunden lang. Nachdem die Berge hier über 1000 Meter hoch sind, können sich eben ganz schön starke Fallwinde aufbauen. Im Golf draußen schlief dann der Wind schön langsam ein, der Rest der Fahrt verlief dann teils unter Motor, teils unter Segel.
Der „Hafen“ von Koroni besteht eigentlich nur aus einer Mole, sonst ist da nichts. Nach NO völlig ungeschützt:


Es stinkt ganz erbärmlich, die leiten ihre Abwässer ungeklärt in die Bucht, an Baden ist für mich daher nicht zu denken – obwohl eine Menge Kinder im Wasser sind…. Ich esse etwas und laufe wieder aus, lege mich etwas südlich von Koroni in einer Bucht vor Anker. Hier bin ich besser geschützt und es stinkt nicht…

Etmal: 40sm, Position: N 36° 47,92’ / E 021° 57,37’

Mittwoch, 17. Juni 2009

Von Kythera zum Peloponnes / Porto Kayio

Das Wetter passt, ich kann ablegen. Vorher stelle ich aber noch die Teillastdüse des Vergasers laut Handbuch korrekt ein, der Motor springt an. Trotzdem habe ich ein ungutes Gefühl…
Am Anfang ist das Segeln ein ziemliches Gemurkse, der Wind dreht und ist schwach. Je weiter ich von der Insel wegkomme, umso besser werden aber die Windverhältnisse. Es herrscht ziemlich viel Verkehr, da ein Großteil der Frachtschiffe um den Peloponnes herumfährt und nicht durch den ziemlich teuren und von seiner Tonnage her beschränkten Kanal von Corinth.
Es wird ein herrlicher Segeltag mit einem traumhaften Wetter. Ich kann bis in die Bucht von Porto Kagio / Kayio, welche im Lakonischen Golf liegt, hineinsegeln: (Bild von Google Earth)


Ich berge das Groß, Sandpiper wieselt auf der Suche nach einem guten Platz nur unter Fock zwischen den vor Anker liegenden Schiffen hindurch, dass es eine Freude ist. Den Ankerplatz will ich dann unter Motor anfahren – der gibt während des Manövers auf einmal komische Geräusche von sich und stirbt ab… Aber der Wind steht günstig, mit der Fock komme ich heil vom Ankerfeld weg. Obwohl, in dieser Bucht wäre ich sowieso nicht geblieben, da sie nach NO hin ungeschützt ist und der Wetterbericht Starkwind aus exakt dieser Richtung angesagt hat. Etwas südlich ist noch eine Bucht, in die werde ich mich legen. Während ich dorthin segle checke ich den Motor: Kein Kühlwasserstrahl!!! Es ist wie verhext. Ich ziehe die erreichbaren Kühlwasserschläuche ab, einer davon ist verstopft. Mit was bloß? Nach dem Entfernen der Verstopfung ist der Kühlwasserstrahl wieder vorhanden, ich kann mit dem Motor in die Bucht einlaufen. Fischer haben dort eine Boje gesetzt, an die ich mich hänge. Sicherheitshalber lege ich meinen Anker auch noch aus. Die Bucht ist traumhaft – völlige Ruhe herrscht hier, wir sind ganz alleine.

Etmal: 40sm, Position: N 36° 24,73’ / E 022° 29,44’

Dienstag, 16. Juni 2009

Kythera

Wieder eine Radtour mit Linda und Con unternommen. Wir radelten schon um 07:30 los, um den steilen Anstieg vor der größten Hitze hinter uns zu bringen. Bis Mittag hatten wir dann 600 Höhenmeter geschafft...


...Danach waren wir aber auch ganz schön „geschafft“ Den anschließenden Badestopp in einer schönen Bucht hatten wir uns redlich verdient. Wieder in Kapsali zurück gab es wieder einmal einen Abschied: Die Beiden reisten weiter, so wie ich in Bälde. Viel Glück, euch Beiden!
Am Nachmittag räume ich Sandpiper zusammen, verstaue mein Bike wieder im Vorschiff, bunkere Wasser und etwas an Lebensmittel, denn morgen möchte ich den Sprung auf den Peloponnes machen, vorausgesetzt das Wetter lässt es zu. Während ich Wäsche zusammenlege komme ich auf den „abwegigen“ Gedanken, sicherheitshalber den Autopiloten und den Motor vor der Abreise auf deren zufrieden stellende Funktion hin zu überprüfen. Gesagt getan. Der Autopilot funzt ja einwandfrei, aber der Motor springt nicht an… Ich versuche es mit Gewalt, genug Saft habe ich ja in den Batterien. Der Anlassjodler bringt außer einer Unmenge an blauem Rauch nichts, der Motor ist total abgesoffen. Aus dem Motorschacht steigen Rauchschwaden empor, dass man meinen könnte, es brennt. Also Kerzen raus und trocknen, Schwimmerkammer entleeren, dann springt er zögerlich an. Ich bin leicht konfus, schön langsam bereitet mir der Motor Kopfzerbrechen….

Montag, 15. Juni 2009

Kythera

Bei einer meiner Radtouren fuhren mir (oder ich ihnen…) ein kanadisches Radfahrerpärchen – Linda Jamison und Con Diamond - vor die Räder:


Wir kamen ins Gespräch und beschlossen, zusammen die Insel zu „erfahren“. Die Beiden hatten eine sehr gute Kondition, daher war es eine Freude, mit ihnen gemeinsam die wunderschöne Gegend zu erkunden. Zu dritt keucht es sich nun mal leichter die Steigungen hoch… Runter zu den Stränden für einen Badestopp ging’s ja schnell – aber anschließend hieß es wieder 200 Höhenmeter aufs Hochplateau zurück…
Bei der Rückkehr in den Hafen war wieder einmal der Bär los: Jene Komiker, die ihren Anker an 15 Meter Kette einfach ins Seegras warfen und dachten, damit hat es sich, durften nun brav in der Bucht Kreise ziehen, da der Wind wieder einmal ziemlich aufgefrischt hatte und ihre Schiffe auf Drift gingen…
Am Abend traf ich Petra und Harry zu einem Fischsuppenessen beim örtlichen Wirten, Linda und Con stießen später noch dazu - es wurde ein herrlich gemütlicher Abend.

Sonntag, 14. Juni 2009

Kythera

Mit Petra und Harry aus Wiener Neustadt die halbe Insel erkundet. Sie haben einen Leihwagen gemietet, damit flitzen wir von einer Sehenswürdigkeit zur anderen. Wir besuchten einen Markt, wanderten zu einer Quelle…


…und zu einem Wasserfall…


…staunten über eine Sonnenuhr ohne Gnomon (anscheinend nach dem Motto: „Dem glücklichen schlägt keine Stunde“)…


…ließen ein paar Mal die örtliche Gastronomie hochleben und wanderten weiter zur Tropfsteinhöhle…


Den Abend ließen wir dann gemütlich im Strandcafe von Kapsali ausklingen. Es war ein herrlich entspannter Tag mit vielen kleinen schönen Augenblicken. Auch das Wetter hat brav mitgespielt, es war strahlend schön aber nicht zu heiß.