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Mittwoch, 26. November 2008

Von Kithnos nach Paros

Man glaubt es nicht, welche riesigen Fähren in so einen kleinen Hafen kommen..… Kaum bin ich vor Anker gelegen und habe das Schiff aufklariert, rauscht so ein Riesentrumm herein, wendet gekonnt, (50m vor mir….) und legt perfekt an. Zehn Minuten später wirft sie die Leinen los und verschwindet wieder hinaus in die Nacht.
Eine Ungestörte Nacht verbracht, der Barometerstand ist fast unverändert – es geht weiter. Die Westküste von Kithnos muss ich Richtung Süden Motoren, da Wind und Welle genau Gegenanstehen. Eine unangenehme Kreuzsee macht die Sache zur Berg – u. Talfahrt. Ich runde das Kap A. DHIMITRIOS und kann, nun unter Segel, Kurs auf die Insel PAROS nehmen, vorbei an dem schroffen, unbewohnten Inselchen SERFOPOULA. In Rauschefahrt geht es unter Vollzeug dem Ziel entgegen, welches ich natürlich erst in der Nacht erreichen werde…. Die Hafeneinfahrt von PAROIKIA ist ein „Leckerbissen“ der besonderen Art: Sie ist mit mindestens fünf Riffgruppen gespickt und wenig befeuert. Meine elektronische Seekarte leitete mich aber sicher an den Gefahrenstellen vorbei. Am 26. September 2000 lief die Fähre „Samina Express“ in der Ansteuerung von Paroikia auf eines dieser Riffe und sank. Dabei kamen mehr als 8o Menschen ums Leben….
Eine riesige Fähre und ein schlecht beleuchteter Küstendampfer zwingen mich kurzfristig zu hektischer Betriebsamkeit, da ich ihre Positionslichter gegen den Hintergrund der hell erleuchteten Stadt erst verdammt spät ausmachen kann. Ganz knapp rauschen die dunklen Schatten an mir vorüber, mein Herz klopft vor Aufregung – erst kurz vorher habe ich die Segel geborgen! Nicht auszudenken, was passieren hätte können, wenn die noch oben gewesen wären….
Ich drehte eine Hafenrunde, ein Hafenmanöver schien mir aber nach Lage der Dinge nicht ratsam, daher legte ich mich in der anschließenden Bucht auf drei Meter Tiefe vor Anker. Das bisschen Schwell, wird mich doch hoffentlich nicht stören.
Ein zwölf Stunden dauernder, herrlicher Segeltag geht zu Ende, ich bin zwar müde, aber zufrieden.
P.s.: Im Hafen liegt die WIBO 930 „DSHAMILJA“ von Kenneth und Mella, die ich eigentlich (überraschenderweise..) besuchen wollte. Leider sind die Beiden zurzeit auf dem Festland mit dem Wohnmobil unterwegs. Das ist übrigens jenes Wohnmobil, mit dem Jürgen und ich unterwegs waren. Na ja, Pech gehabt, Schade!
Etmal: 49,5sm, Position: N 37° 05,37’ / E 025° 09,28’