Die Nacht verlief ruhig, ich mache das Schiff klar und laufe aus. Ich komme bis zu Christa und Sigi, um mich zu verabschieden. Sie laden mich zu einem Abschiedskaffee ein, und das war gut so, denn rund zehn Minuten später begann es wie verrückt zu regnen, teilweise hagelte es sogar. Auch gut, Christas Kaffee ist sehr gut und mein Schiff wird auch von seiner Salzkruste befreit. Nachdem das Ärgste vorbei ist laufe ich endgültig aus, nur um am Ausgang der Bucht von Marmaris vom Regen in die Traufe zu geraten – wiederum mit Hagel. Ich trage es mit Fassung, mein Schwerwetteranzug von Helly Hansen hält mich eh trocken. Nachdem kein Wind geht lasse ich den Autopiloten arbeiten und verzieh mich unter Deck, meinen Kurs verfolge ich am Laptop. Gleich östlich von Marmaris liegt ein militärisches Sperrgebiet, eine Marinebasis, welcher ich ausweichen muss. Bei einem meiner Kontroll – Rundblicke bemerke ich, wie zwei Hafenschlepper ein offensichtlich antriebsloses türkisches U – Boot in eben diese Militärbasis schleppen. Nur der Turm ragte aus dem Wasser, die Schlepptrossen waren bestimmt 300m lang. Ein bisschen Wind kam auf, ich konnte etwas segeln und gerade noch das Sperrgebiet runden, dann drehte der Wind, kam nun natürlich genau von vorne, ruppige Wellen entstanden, es begann wieder zu regnen. Alles was recht ist, aber was zuviel ist, ist zuviel. Mir reichts, ich suche mir eine halbwegs geschützte Ankerbucht und mache mir mit einem guten Buch einen gemütlichen Abend. Blöd ist nur, dass in diese Bucht die Dünung ungehindert herein kann und mich anständig durchschaukelt.
Etmal: 16sm, Position: N 36° 47,96’ / E 028° 31,00’