Für etwaige Wünsche, Bitten und Beschwerden bin ich manchmal erreichbar unter:
gerhard-auf-see@gmx.at

Mein Skype - Name: neptun.22



Sonntag, 2. August 2009

Pantelleria

Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier, wieder beginnt ein strahlend schöner und verdammt heißer Tag.
Ich versuche mich anständig zu verproviantieren, was gar nicht so einfach ist. Was die hier „Supermercato“ nennen ist bei uns gerade einmal eine etwas bessere Greißlerei. Die Versorgung mit Obst und Gemüse ist allerdings sehr gut. Mein geliebtes Joghurt bekomme ich nur in homöopathischen Dosen und das zu überhöhten Preisen. Ich bin halt von Griechenland verwöhnt mit den dort erhältlichen 0,5 Kg Familienpackungen!
Im Gegensatz zu den vor der Anreise erhaltenen Warnungen habe ich weder zu Lande noch auf dem Wasser so genannte „Boatpeople“ entdecken können, auch die Küstenwache zeigt keine, zumindest für mich sichtbare, diesbezügliche Aktivitäten. Um mich hat sich (wie immer) niemand gekümmert, ich hätte wer weiß wem aller auf diese Insel bringen können…
Ich starte zu einer größeren Wanderung, allerdings gibt es nicht viel zu sehen. Da die Insel vulkanischen Ursprungs ist bestehen die Strände aus schroffem, schwarzen Lavagestein. Kein Wald, nichts Liebliches ist in der ziemlich zersiedelten und ausgedörrten Landschaft zu entdecken. Nur extensive Kleinlandwirtschaft wird an den Hängen betrieben, auch Weinbau. Ich besuche einen Friedhof, wo, für manche Gegenden Italiens typisch, die Särge nicht in der Erde versenkt sondern in eigens aufgestellte Mauern mit nebeneinander liegenden Öffnungen geschoben werden, die dann jeweils mit einer Platte, de facto ein Grabstein, verschlossen werden. Im Gegensatz zu Österreich ist hier auf fast jeder dieser Platten auch ein Foto der / des Verstorbenen angebracht.
In einer Kirche hat es mir dann die Sprache verschlagen: In Griechenland z.B. ist es ja so, dass (zumindest in den größeren Kirchen) eine Schachtel mit langen, dünnen Kerzen neben einem sakral ausgeschmückten und mit Sand gefüllten Rundbecken, einem Lavoir nicht unähnlich, steht. Wer möchte, wirft eine Spende in die daneben stehende Sammelbüchse, nimmt eine Kerze, zündet sie an und steckt sie zu in das mit Sand gefüllte Becken. Ein frommer Brauch, dem auch ich schon des Öfteren nachgekommen bin. In Italien ist das gaaanz anders. Da sind elektrische Kerzen aufgestellt, nachdem du deinen Obolus eingeworfen hast kannst du dir eine aussuchen und sie mit dem davor befindlichen Schalter einschalten…
Oh, du mein „Bella Italia“, was an dir „Bella“ ist wird mir wohl für immer verborgen bleiben…
Morgen laufe ich wieder aus, denn hier gefällt es mir überhaupt nicht.
Den ganzen Tag schon weht ein heißer Südwind von Afrika herüber. Es ist der Schirokko oder Ghibli, ein trockener Wind aus der Wüste. Dieser Wind wird mich morgen früh zu einem neuen, mir noch völlig unbekannten Ziel treiben – zum schwarzen Kontinent, nach Afrika!!!