Pünktlich um Mitternacht rissen mich der Lärm von Feuerwerken und lautes Böllergeknalle aus dem Schlaf – richtig, ich bin am Schiff geblieben, denn von dem ganzen Rummel halte ich ja nicht besonders viel. Dafür konnte ich die Feuerwerke - logenplatzmäßig - vom Ankerplatz aus geniessen. Der Anblick der in der ganzen Stadt abgebrannten Feuerwerke war ziemlich beeindruckend. Na dann: Prosit Neujahr! Hoffentlich verläuft für mich das neue Jahr ebenso erfolgreich wie das Vergangene!Positiv zu erwähnen wäre noch das (nachahmenswerte) Verhalten der Panamesen: Die ballern wenigstens nur zu Sylvester und nicht eine Woche vorher und nachher wie die Vollquotteln bei uns… Am frühen Morgen (erstaunlicher Weise waren schon etliche Leute sportiv unterwegs…) ruderte ich noch einmal an Land, entsorgte den Müll und brachte mein Rad an Bord zurück. Dann ging’s los: Wider Erwarten gelang das Ablegen ohne größere Probleme, trotz starkem Muschelbewuchs klappte der Propeller auf und erzeugte genug Vortrieb, um uns sicher durch das Ankerfeld zu bringen. Allerdings mit etwas Treibstoffüberschuss, an der schwarzen Abgasentwicklung leicht zu erkennen… Zwischen den vor Anker liegenden Frachtern (warum müssen mir diese Riesendinger immer im Weg liegen?) manövrierte ich uns in den Pazifik hinaus – endlich wieder auf offener See!! Nach einer halben Stunde kam Wind auf, noch dazu aus der richtigen Richtung. Trotz dem bewachsenen Unterwasserschiff ging es, eher hurtig, dem Archipel Las Perlas entgegen, meinem nächsten Ziel. Dann folgte das Übliche: Der Wind frischte auf, das erste Reff musste eingebunden werden, es blies härter, der Wind drehte, usw. Dann der erste Biss an der Schleppangel – eine große Goldmakrele fiel auf meinen Kunststoff Köder herein, konnte sich aber wieder befreien. Du wärst mir sowieso zu groß gewesen…. Dann kam Stress auf: Warum beißen bei mir die Fische immer nur in voller Fahrt an? Einen Bonito mit 55cm Länge...
...konnte ich trotzdem sicher anlanden, kein Hai machte mir diesmal die Beute streitig. Mit dem letzten Büchsenlicht kam ich gerade noch zu einem geschützten Ankerplatz an der Südseite der kleinen Insel Pacheca, einem Vogelparadies, wo ich hundemüde, aber mit mir und der Welt zufrieden, den Bonito zu einem Abendessen verarbeitete. Von dem Fisch war ich dann geschmacklich allerdings etwas enttäuscht, dessen dunkelrotes Fleisch ist nicht so ganz das Meine…
Etmal: 33sm, Position: N 08° 39,70’ / W 079° 03,00’
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