Eine herrlich ungestörte Nacht, in der der Wind allerdings stark auffrischte und auf NO drehte. Blöd, den in genau diese Richtung möchte ich…. Gegen morgen beginnt es zu regnen. Mit dem Wetter schaut es also schlecht aus. Ich muss trotzdem versuchen, ein halbwegs günstiges Wetterfenster zu erwischen, denn hier in der Bucht, die zwar wunderschön, geschützt und ruhig ist möchte ich nicht bleiben, da keine Versorgungsmöglichkeit und keine Sehenswürdigkeiten vorhanden. Gegen Mittag hört es zu regnen auf, ich laufe aus. Beim Ankeraufholen merke ich erst, wie stark der Wind in der Nacht gewesen sein muss, da sich mein braver Bügelanker so tief eingegraben hat, dass ich echt Mühe hatte, ihn auszubrechen. Ich kann mein Ziel (Rhodos Stadt) nicht anliegen, so versuche ich zumindest so hoch als möglich am Wind überhaupt einmal zur Insel Rhodos hinüber zu gelangen, um dort in der Landabdeckung dann nach Nordosten zu motoren. Zwischen Rhodos und dem türkischen Festland, im Stenon Rodou, erwischen mich die Wellen dwars und verstärken meine Abdrift noch mehr. Es ist zum verzweifeln, ich kann mit dem Kielschwerter bei Welle und hoch am Wind kaum Raum nach Luv gewinnen. In der Landabdeckung werden dann die Wellen angenehmer, ich motore mit dem Groß als Stützsegel die Küste hoch, es wird natürlich wieder einmal finster….. Beim Runden des nördlichsten Kaps von Rhodos und beim Einlaufen in den Hafen Mandraki leiten mich meine elektronischen Seekarten wieder einmal falsch…… Ich weiß nicht, was da los ist, ich kann mich jedenfalls nicht mehr darauf verlassen. Ich erwische nach einer Hafenrunde ein halbwegs gutes Plätzchen, sogar eine Mooringleine kann ich aufnehmen. Strom und Wasser sind abgesperrt, da werde ich morgen den Hafenkapo bemühen müssen. Kaum habe ich mir mein kärgliches Mahl zubereitet, fängt es an zu regnen –bin ich froh im Hafen zu sein!
Etmal: 30 sm, Position: N 36° 27,04’ / E 028° 13,67