Unterwegs begegne ich einem eigenartig konstruierten Schiff, welches mit zwei Personen besetzt ist und unorthodoxe Kurse fährt. Es ist im Auftrag der Kommune unterwegs und die Besatzung sammelt händisch mit einem Kescher den im Wasser treibenden Müll auf!! Finde ich echt toll, diesen Service!! Menorca ist überhaupt toll, finde ich.
Kaum im Hafen von Ciutadella angekommen, beginnt der Stress: Ich würde nur einen Platz am Fährenanleger bekommen, die Mamsell dort möchte trotzdem kassieren und mich in drei Stunden wieder wegschicken, da dann die nächste Fähre kommt…. So laufe ich eben wieder aus und lege mich gleich unterhalb des Hafens in die nächste, schlauchartige Bucht vor Anker. Das Anlegemanöver dort geht allerdings in die Hose, da stärkerer Seitenwind weht und ich die Ankerkette zu kurz gesteckt habe. Nachdem das Glumpert von einem Echolot seit einiger Zeit nicht mehr funktioniert habe ich ganz einfach die Tiefe des Wassers unterschätzt. Als ich mit dem Schlaucherl zu dem steilen Felsufer rudere um die Landfeste auszubringen, kommt mir Sandpiper quer treibend nach… Mit Hilfe der Fender und dem zweiten Anker brachte ich mit ach und krach die Sache aber wieder unter Kontrolle, fast hätte mein braves Mädchen ein paar Kratzer abgekriegt! Die Kletterpartie ans Ufer ist zwar nicht ohne, so bin ich aber vor ungebetenem Besuch sicher:
Am Abend treffe ich mich mit den Menorcern Manuel und Elisa, die ich auf Pantelleria kennen gelernt habe. (Ich machte mich dort mit Sandpiper ganz klein und überließ ihnen eine meiner beiden Mooringleinen, damit sie neben mir in die so entstandene Lücke schlüpfen konnten, da der Hafen sonst proppenvoll war) Ich werde von den Beiden für morgen zum Abendessen eingeladen – was bringe ich bloß als Gastgeschenk mit??
Etmal: 12sm, Position: N 39° 59,62’ / E 003° 49,85’