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Montag, 11. Oktober 2010

Von Sotogrande nach Gibraltar

Um drei Uhr in der Nacht schlägt das Barometer lautstark Alarm: Es ist in einer Stunde um mehr als 3 Hektopascal gefallen, darum. Ein mächtiges Tief zieht über uns hinweg, bringt kühle Luft mit. Im Schiff hat es nur mehr 13 Grad.
Der frische Wind treibt mich am Morgen dann rasch Richtung Gibraltar, ich möchte das für uns günstige Wetterfenster ausnützen, bevor der starke Poniente (Westwind) wieder einsetzt.
Riesige Tanker und Frachter...


...liegen vor dem markanten Felsen auf Reede, als ich gegen Mittag den „Europa Point“, den südlichsten Zipfel von Gibraltar, runde:




Ich laufe die riesige Bucht „Bahia de Algeciras“ hoch, beeindruckt von der Menge an Schiffen, die hier liegen. Ich setze die gelbe „Q“ Flagge zum Einklarieren und suche die entsprechenden Behörden. Die gibt es aber nicht mehr, an ihrer Stelle haben sich Tankstellen breit gemacht. Na gut, dann eben nicht… Ich laufe kurzerhand in die „Marina Bay“ Marina, unmittelbar neben der Startbahn des Flughafens gelegen, ein und bekomme ein nettes Plätzchen zugewiesen. Dort erfahre ich, dass die Einklarierungsformalitäten nun alle von der Marina erledigt werden, es geht ruck – zuck, ist kostenlos und es kommt auch niemand an Bord. Mir soll’s recht sein!
Ich mache noch einen kurzen Rundgang und bin ziemlich erstaunt über die hohe Anzahl an Schiffen, welche sich in einem derart desolaten Zustand befinden, dass ich mit ihnen nicht einmal in Begleitung eines Rettungsschiffes den Hafen verlassen würde. Sagenhaft, mit welch seltsamen „Schwimmhilfen“ sich Menschen auf das Meer hinauswagen…
Ich habe den Platz vorerst einmal für eine Woche gebucht, möchte mich hier ein bisschen umsehen und einige Reparaturen an Najadchen durchführen, bevor es wieder weitergeht.
Das ist Afrika, von Gibraltar aus gesehen. Die zweite Säule des Herakles:


So kann man natürlich auch den Atlantik überqueren:


Nun bin ich also in Gibraltar angekommen, habe wieder glücklich eines meiner Ziele, welche ich mir vorgenommen habe, ohne größere Schäden, heil an Körper und Geist (behaupte ich mal…) erreicht. Schade, dass „Sandpiper“ das nicht erleben durfte. Ich denke ja noch oft an die schöne, unbeschwerte Zeit mit meinem „hochseetüchtigen Kleinkreuzer“ zurück.

Etmal: 15sm, Position: N 36°09,00’ / W 005° 21,30’