Nun ist es so weit: Der große Tag ist gekommen. Die Wettervorhersage passt, alles Wichtige ist erledigt. Ich mache klar Schiff, verabschiede mich von meinen Nachbarliegern und verhole mich zur Tankstelle, bunkere dort knapp 90 Liter Diesel (ich habe mir sicherheitshalber zusätzlich zwei Reservekanister a 20 Liter besorgt), fülle den Benzinkanister für den Kocher auf und der Wassertank bekommt bis zur Halskrause frisches Wasser. Uwe (Deutsch / Däne) von der „St. Lucia VIII“ kommt noch mit dem Rad, um sich von mir zu verabschieden. Tja, und das war’s dann auch schon. Es ist fast Mittag, einmal noch gewunken, ein etwas wehmütiger Blick zurück über die mir schon so vertraute Stadt und schon geht es durch das große und belebte Hafenbecken hinaus auf den Atlantik. Adios, mein schönes Las Palmas! Muchas gracias für die schöne Zeit, die ich hier verbringen durfte! Was gibt es abschließend über die Kanaren noch zu sagen? Nun, die Bevölkerung hier hat ein ziemlich entspanntes Verhältnis zu uns Fremden, ist durchwegs freundlich, nett und hilfsbereit (Und fesche Mädels haben sie auch…). Ich habe mich hier, genauso wie im Festlandspanien, ausgesprochen wohl und willkommen gefühlt. Die vulkanische Landschaft mit ihrem bröckeligen, dunklen Gestein ist zwar nicht unbedingt das Meine, hat aber trotzdem seine Reize.
Am Beginn weht nur ganz schwacher Wind, teilweise setze ich die Maschine ein, um von der Insel freizukommen. Die Ostseite von Gran Canaria gefällt mir nicht besonders: Treibhäuser, Industrieanlagen, der Flughafen, Windräder / Windparks dominieren das Bild, die Landschaft ist hügelig / bergig und eher kahl. Im Süden, gen Maspalomas zu, wird es lieblicher und sanftes Grün drängt sich vor.
Als ich die Südspitze von Gran Canaria erreiche nehme ich mit Hilfe des Handys Abschied von lieben Menschen und dann, dann bin ich endgültig alleine. Rund 2800 Sm liegen vor mir. Schauen wir mal, wie wir die wohl bewältigen werden…
Wir schleichen langsam Richtung Südwesten, der Wind ist schwach und schralt etwas. In der Nacht überholt mich ein großes Segelschiff, allerdings fährt es unter Maschine; dem Skipper geht es wohl zu langsam!
Die Nacht verläuft problemlos, allerdings gehen mir die unmöglichsten Gedanken durch den Kopf und ich fühle mich nicht ganz wohl in meiner Haut. Es ist schließlich das erste Mal, dass ich, noch dazu alleine, mit einem kleinen Schiff über den Atlantik schippere…
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2 Kommentare:
Hallo Gerhard,
wo bist Du denn? Geht es Dir gut?
Liebe Grüße
von Jürgen und Natalie
Tja,
das wars`s dann wohl!
Hoffentlich hat es wenigstens den Haien geschmeckt!
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