Ganz so ruhig war die Nacht dann doch nicht, aber ich habe mich dabei köstlich amüsiert, denn: Brüllaffen heißen nicht umsonst so… Das akustische Spektakel, das diese Waldkobolde veranstalteten, war wirklich nicht zu verachten! Ansonsten hatte ich die große Bucht für mich alleine – traumhaft! Nur die lange, sanfte, von keinem schützenden Riff abgehaltene Dünung irritierte mich anfangs etwas, da seit langem ungewohnt. Dafür fehlte mir das Rauschen der Brandung an der Riffkante…
Unter Motor schlänge ich mich durch eine erkleckliche Anzahl von Untiefen die paar Meilen zur Isla Linton hinüber, hinter der ein sehr gut geschützter Ankerplatz liegt. Später laufen Sabine und Hannes mit ihrer „Cayenne“, einer wunderschönen Amel, auf ihrem Weg zum Panamakanal ebenfalls in die Bucht ein. Das trifft sich gut, denn Sabine ist eine ausgezeichnete Köchin und serviert mir u.a. die beste Melange, die ich seit Österreich bekommen habe! Danke dafür!!
Am späten Nachmittag rudere ich an Land, um ein paar Kilometer zu Laufen. Das stellt sich aber als gar nicht so einfach heraus, da der Strand teilweise durch Zäune abgesperrt ist – so musste ich ganz schön weit rudern, um endlich doch anlanden zu können. Das Laufen stellte sich dann als wahrlich schweißtreibende Tätigkeit heraus, da mich die hohe Luftfeuchtigkeit relativ schnell und ziemlich massiv transpirieren ließ. Zusätzlich sorgten die zahlreichen Köter, die in mir wahrscheinlich ein „gefundenes Fressen“ sahen und mich mit wachsender Begeisterung jagten, für „Abwechslung“. Oft wird ihnen in dieser Gegend wohl kein Weißer „davonlaufen“… Blöd war nur, dass jedes Mal, wenn ich meinen Rhythmus gefunden hatte, ich so einem lästigen Vierbeiner zeigen musste, dass, falls er mich beißen sollte, sein erbärmliches Leben ein abruptes Ende nehmen würde…
Auf einer Hügelkuppe, in einer Kurve, dann etwas Sonderbares: Eine angezapfte Wasserleitung! Bei uns undenkbar – hier anscheinend selbstverständlich… Gehört hatte ich zwar schon von dieser merkwürdigen Art von „Wasserzapfstellen“, aber nicht geglaubt, dass es sie tatsächlich gibt… Also, hier sind Wasserleitungen aus Kunststoff, neben der Strasse oft nur oberflächlich verlegt. Ab und an schlägt wer mit der Spitzhacke o.ä. ein Loch in diese Leitung, um mit dem austretenden Wasser seinen Durst stillen zu können. Besagtes Loch wird natürlich über einen längeren Zeitraum hin nicht verschlossen, es spritzt Wasser im hohen Bogen ungenutzt auf die Strasse und macht diese rutschig… Mein verschwitzter Körper war für diese unverhoffte Abkühlung jedenfalls dankbar!
Soweit von mir einsehbar kann ich in diesem stark hügeligen Gelände keine landwirtschaftlich genutzten Flächen erkennen, nur etwas extensive Viehwirtschaft wird auf gerodeten Wiesenflächen betrieben. Das Land ist mit dem frischen Grün, von mir leider großteils unbekannten, Bäume und Büschen überzogen. Nur wenig Fels ist zu sehen, die Erde selbst ist schwer, lehmig und von zinnoberroter Farbe.
Etmal: 7sm, Position: N 09° 36,66’ / W 079° 35,20’
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