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Mittwoch, 20. Juni 2012

Von Gambier nach Tahiti

Es geht wieder einmal weiter, schweren Herzens nehme ich wieder einmal Abschied von einem herrlichen Plätzchen, nehme Kurs auf Tahiti, meinem nächsten Ziel.
Das waren allerdings "etwas schwierige" 1000 Seemeilen... Von den Gambierinseln aus nahm ich Kurs NW auf das Atoll Amanu, um dort nach ca. 450sm, also in etwa der Hälfte der Strecke, einen Ruhestopp einzulegen. Leider überraschte mich dort im Morgengrauen, kurz vor dem Pass, ein gewaltiges Gewitter, vor dem ich, nur unter Topp und Takel, mit 7 Knoten (!!) Fahrt ablaufen musste. Bei so einem Wetter fahre ich nicht in ein mir unbekanntes Atoll ein, die Passpassagen sind mir dann viel zu gefährlich. Also verzichtete ich auf den Besuch und nahm direkten Kurs W nach Tahiti. Flauten und Schwell, Starkwind und Regen wechselten sich ab. An sich nicht so tragisch, nur die Angst um mein Rigg nahm immer mehr zu, da sich nun auch das zweite Unterwant lockerte, der Mast bedrohlich schwankte, sich bog und knarrte wie verrückt. Für meine Nerven nicht gerade beruhigend... Ich musste also mehr als schaumgebremst segeln, um mein Schiff doch noch heil in einen Hafen bringen zu können. Noch dazu fiel mein Lot aus, was ja auch nicht gerade sooo lustig ist... Kurz vor Tahiti nahm mitten in der Nacht Wind und Welle so stark zu, dass ich im Lee der Insel, in dem Fall auf der Ostseite, nach Papeete Hochlaufen musste, was ich eigentlich gar nicht wollte, da meine geplanten Anlaufziele sich alle im Westen der Insel befinden. Ist aber schlussendlich egal, ich liege nun sicher im Hafen von Papeete und bin gerade dabei mich zu entspannen und beginne mein Rigg zu reparieren.
Mit den Internetverbindungen ist es hier allerdings eine Katastrophe: Wenn überhaupt, dann sauteuer (1GByte = 84,- €...). Ich muss mit meinem Laptop wer weiß wo hinhatschen, um wenigstens Mails abrufen zu können, da ich noch Guthaben von einem Anbieter habe, der hier nur schwach vertreten ist. An eine Aktualisierung meines Blogs ist daher nicht zudenken... Ein Novum am Rande: Es gibt hier einen Mcdonald, aber nicht mal der hat Internet!!!
Ansonsten ist es hier recht angenehm, die Leute freundlich, die Preise allerdings, wie überall in französisch Polynesien, relativ hoch.

Etmal: 1000sm, Position: S 17° 32’ / W 149° 35’

Nachtrag. Zur Erinnerung für mich die Reise von Panama in die Südsee in nüchternen Zahlen:

Tag
Datum
Etmal
Distanz
Bemerkung
1
11.03.2012
165
165
Start Las Perlas, 78° 54, 38’W / 8° 12, 85’N
2
12.03.2012
150
315

3
13.03.2012
110
425

4
14.03.2012
91
516

5
15.03.2012
136
652

6
16.03.2012
108
760

7
17.03.2012
87
847

8
18.03.2012
55
902

9
19.03.2012
39
941

10
20.03.2012
59
1000

11
21.03.2012
125
1125

12
22.03.2012
135
1260

13
23.03.2012
140
1400
So lange dauerte die Atlantiküberquerung
14
24.03.2012
145
1545

15
25.03.2012
140
1685

16
26.03.2012
108
1793

17
27.03.2012
51
1844

18
28.03.2012
108
1952
Ca. die Hälfte zurückgelegt
19
29.03.2012
144
2096

20
30.03.2012
148
2244

21
31.03.2012
149
2393

22
01.04.2012
135
2528

23
02.04.2012
141
2669

24
03.04.2012
129
2798

25
04.04.2012
136
2934

26
05.04.2012
124
3058

27
06.04.2012
110
3168

28
07.04.2012
106
3274

29
08.04.2012
103
3377

30
09.04.2012
91
3468
Wassertank (90 Liter) leer
31
10.04.2012
82
3550

32
11.04.2012
86
3634

33
12.04.2012
94
3728

34
13.04.2012
88
3816

35
14.04.2012
89
3905
Ankunft Gambier, 135° W / 023°S

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